Marco Russ steht zum dritten Mal mit Eintracht Frankfurt im DFB-Pokalfinale. Der 32-Jährige spricht über die Erfolgsaussichten, seine Gefühlslage und die besondere Atmosphäre in Berlin.

Marco Russ über …

… die These "Alle guten Dinge sind drei": 2006 waren wir nah dran. Auch im vergangenen Jahr haben wir ein sehr gutes Finale gespielt, wir hatten nur ein bisschen Pech. Es wird also Zeit für den Pokalsieg. Man steht nicht oft im Finale und bekommt diese Chance. Wir wollen sie dieses Mal unbedingt nutzen.

… Tipps für junge Spieler bzw. "Berlin-Neulinge": Sie sollen alles genießen und aufsaugen. Und zwar von Donnerstag bis Sonntag. Wir reisen schon einen Tag früher an, trainieren nochmal im Olympiastadion und spielen in neuen Trikots. Das sind alles ganz spezielle Umstände, die diese Tage besonders machen. Wir freuen uns richtig drauf, und diese Freude wollen wir dann auch auf den Platz bringen.

… die Chancen auf den Pokalsieg: Auch wenn die Bayern als übermächtig betitelt werden, haben wir eine realistische Chance. Wir trauen uns zu, zu überraschen, und sind positiv gestimmt. Der VfB Stuttgart hat gezeigt, dass der FCB schlagbar ist. Wir haben ein ganzes Jahr auf dieses Spiel hingearbeitet. Außerdem haben wir die Chance, Europa noch zu erreichen. Das ist Motivation genug.

… die benötigte Einstellung und Taktik am Samstag: Wir wollen auch Ballbesitz haben, aber an vorderster Stelle steht das gute Verteidigen. Dann müssen wir unsere Chancen, die wir mit Sicherheit bekommen, konsequent nutzen. Wir müssen in den Zweikämpfen aggressiv sein und den Bayern die Freude am Spiel nehmen. Also so auftreten, wie wir es in 80 Prozent unserer Spiele in dieser Saison getan haben. In Sachen Bereitschaft und Motivation braucht keiner Nachhilfe, wir sind heiß auf die Partie. Am Samstag werden wir brennen.

… seine Rolle am Samstag: 2017 habe ich nicht gespielt. Ich habe es dennoch enorm genossen, da sich der Kreis fast genau ein Jahr nach meiner Krebsdiagnose geschlossen hat. In diesem Jahr sind wir froh, dass David Abraham nach seinem Ausfall bereit ist für das Finale. Er ist unser Anführer und konstantester Spieler in der Abwehr. Wir werden dann sehen, wie wir es taktisch angehen. Jetzt zählen Trainingseindrücke und das Gefühl der Trainer. Jeder will spielen, das ist klar. Es wird Enttäuschungen geben. Es kann mich treffen, da bin ich mir bewusst. Ich bin auf jeden Fall fitter als im vergangenen Jahr zum gleichen Zeitpunkt, bin gut drauf und fühle mich gut.

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