Die Beteiligten können ihr Glück kaum fassen, aber gut begründen. Einer der Helden erhält ein Sonderlob. Aber Chelsea muss warten.

Cheftrainer Adi Hütter: Die Reise geht weiter. Was die Mannschaft gezeigt hat, die Choreo und die Stimmung sorgten für einen überragenden Europapokal-Abend. Es war eine ganz starke Leistung der Mannschaft. Am Ende hat Benfica alles reingelegt um noch ein Tor zu erzielen, aber wir haben standgehalten. In Summe haben wir sicherlich verdient gewonnen. Auf dem Weg hat das Team jetzt drei Mannschaften aus der Champions League ausgestaltet. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft und sie ist zurecht da, wo sie ist. Es passt dann alles so zusammen. Es war ein perfektes Spiel und ein perfekter Abend. Ich möchte an dieser Stelle zwei Spieler hervorheben: Simon Falette und Ante Rebic, er war der beste Mann auf dem Platz. Und Simon hat genau das verkörpert, was uns auszeichnet. Wir haben in der Europa League immer tolle Leistungen abgeliefert. Beim 1:0 hatten wir das notwendige Glück. Die Mannschaft hat ein großes Kompliment verdient. Wichtig war die taktische Disziplin. Wir haben die Emotionen des Publikums aufgesaugt. Die Fans sind in der gesamten Europa League-Saison ein wichtiger Faktor. Sie sind unser zwölfter Mann! Wir sind vielleicht der am wenigsten erwartete Halbfinalist. Chelsea ist Favorit. Der freie Dienstag hat uns im Kopf die nötige Frische zurückgegeben. Am Freitag gibt es frei, am Samstag startet die Vorbereitung auf Wolfsburg.

Vorstandsmitglied Axel Hellmann: Ich gehe schon lange zu Heimspielen der Eintracht, kann mich aber nicht erinnern, jemals ein solch überkochendes Stadion erlebt zu haben. Die komplette Europa Leauge-Saison war die Stimmung schon am Siedepunkt, aber das heute hat alles getoppt. Diese Mannschaft strotzt vor Mentalität, das hat sie heute wieder bewiesen, exemplarisch war Simon Falette, der lange nicht gespielt hat, aber heute auf den Punkt bereit war. Diese Stimmung im Umfeld hat aus jedem die letzten Prozentpunkte herausgekitzelt. Das braucht man auch, um Gegner wie Benfica schlagen zu können. Das war ein historischer Abend! Halbfinale, Europa League, Chelsea, Stamford Bridge – das muss man sich einfach auf der Zunge zergehen lassen. Vielleicht müssen wir uns langsam daran gewöhnen, dass wir Endspiele können!

David Abraham: Es ist ein überragendes Gefühl, für diesen Verein und diese Fans zu spielen. Es war wichtig, bei allen Emotionen nicht blind nach vorne zu spielen. Wir wussten: Wir haben 90 Minuten Zeit, erst recht im Bewusstsein um unsere Offensivqualitäten, jederzeit für ein Tor gut zu sein. Was Simon Falette geleistet hat, war unglaublich, vor allem weil er zuletzt nicht gespielt hat. Ob wir müde sind? Noch nicht, dafür ist das Adrenalin noch zu stark. Morgen mit Sicherheit. (lacht) Wir haben einen breiten Kader und einen Tag länger Pause als üblich. Ich bin stolz, Kapitän dieses Vereins zu sein.

Kevin Trapp: Am Ende galt es, mit allen Mitteln das 2:0 zu verteidigen. Wir mussten nochmal alles in die Waagschale werfen, jeder ist über seine Schmerzgrenze gegangen, sodass es am Ende gereicht hat. Ich finde, der Schiedsrichter hat heute einen guten Job gemacht. Dass wie vor dem 1:0 für das Gespann mal alles zu schnell gehen kann, kommt vor. Wir haben an der Grenze zum Erlaubten gearbeitet, aber selten darüber hinaus. Ohne das geht es nicht. Am Ende haben auch bei mir die Kräfte nachgelassen. Jetzt haben wir vier Tage zur Regeneration bis zum nächsten wichtigen Spiel in Wolfsburg. Es geht Schlag auf Schlag. Prag hat in London drei Tore geschossen, von daher wird auch dort alles möglich sein.

Mijat Gacinovic: Die Hauptsache ist, dass wir weiter sind. Ich hatte mir vor dem Spiel vorgenommen zu treffen, ich mag solche Spiele. Das ist mir zwar nicht gelungen, aber entscheidend für mich ist das Weiterkommen! Von jetzt an zählt die Vorbereitung auf das Spiel in Wolfsburg. Wir haben nicht viel Zeit zum Jubeln, weil wir auch in der Liga noch etwas erreichen wollen. Die Gründe für eine solche Leistung wie heute sind unsere super Mannschaft, diese unbeschreiblichen Fans und unser top Trainerteam. Wir haben heute Charakter und Mentalität bewiesen, das war der Schlüssel. Nach Benfica kommt jetzt Chelsea, was soll ich dazu sagen? Das ist ein Verein von Welt! Doch wir glauben an uns. Finden wir zu unserem Spiel, haben wir immer eine Chance.

Simon Falette: Ich war ein bisschen müde, wir haben heute gut gespielt. Es war nicht einfach für mich nach drei Monaten ohne Einsatz. Aber unsere Leistung war sehr gut, dazu der Einzug ins Halbfinale. Meine Kollegen haben mir sehr dabei geholfen, ins Spiel zu finden. Der Trainer hat mir gesagt, ich soll einfach mein Spiel spielen. Ich war immer bereit und bin froh, meinem Team heute geholfen zu haben.

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