Cheftrainer, Spieler und Sportdirektor heben die Primärtugenden des DFB-Pokals hervor – und freuen sich jetzt auf die Bayern.

Cheftrainer Adi Hütter: Das Wichtigste ist am Ende des Tages, dass wir im Frühjahr weiterhin im DFB-Pokal dabei sind. Der FC St. Pauli hat eine gute und heimstarke Mannschaft, das haben sie vor allem in der zweiten Halbzeit gezeigt. Im ersten Abschnitt haben wir es gut gemacht und das Geschehen eigentlich kontrolliert, der Treffer hat den Gastgebern dann aber Selbstvertrauen gegeben. Nach dem Seitenwechsel waren sie überlegen, wenngleich es in den zweiten 45 Minuten kaum echte Torchancen gab. Kompliment an den FC St. Pauli für dieses Spiel, aber auch für dieses Publikum. Martin Hinteregger hat einen Schlag aufs Knie bekommen, das ist ihm schon bei der Partie in Mönchengladbach passiert. Er hat deshalb einen Wechsel signalisiert, sodass wir ihn runtergenommen haben. Bas Dost hätten wir eigentlich gerne heute früher runtergenommen und zum Beispiel Dejan Joveljic noch Einsatzzeit gegeben. Wir mussten allerdings in der Halbzeit zwei Mal unerwartet wechseln, auch weil wir seine Kopfballstärke benötigt haben.

Sportdirektor Bruno Hübner: Es war ein typisches Pokalspiel, wir sind froh, dass wir es gewonnen haben. So wie uns heute ging es vielen Klubs – trotzdem haben wir fast nichts anbrennen lassen und liegen somit im Lostopf fürs Achtelfinale.

Sebastian Rode: Vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir es uns selbst sehr schwer gemacht. In der ersten Halbzeit hatten wir das Spiel noch im Griff, als wir geduldig geblieben sind. In der zweiten Halbzeit haben wir vorwiegend verwaltet und keine Lösungen mehr nach vorne gefunden. Der Elfmeter vor der Pause hat sein Übriges dazu beigetragen, dass noch mehr Stimmung in den Kessel kommt. Darauf können wir wiederum auch am Samstag gegen die Bayern zählen. Dafür gilt es, zwei Tage zu regenerieren. Bas Dost hat uns in den letzten Spielen gefehlt. Er ist ein super Knipser und enorm wichtig für uns, weil er die Bälle halten kann, klatschen lässt und vor dem Tor eiskalt ist. Die Belastung würde ich nicht als Ausrede anführen. Dafür sind wir Sportler, sind fit und haben einen großen Kader. Da müssen wir einfach durch.

Erik Durm: Wir haben einen super Start erwischt und nach 15 Minuten 2:0 geführt. Danach haben wir es zunächst weiter ordentlich gemacht. Wo Hinti vor dem Elfmeter mit der Hand hin soll, weiß ich nicht… Aber so fiel eben kurz vor der Pause das 1:2 zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt. St. Pauli hat in der zweiten Halbzeit teilweise gut nach vorne gespielt. Nichtsdestotrotz haben wir ein gutes Auswärtsspiel gezeigt, 2:1 gewonnen und stehen in der nächsten Runde. Ich habe ähnlich oft auf rechts und links gespielt, von daher hat es für mich keine Bedeutung, auf welcher Seite ich zum Einsatz komme. Für mich zählt Bayern mit Borussia Dortmund zu den besten deutschen Mannschaften. Das sind die schönsten Spiele, dafür sind wir Profis geworden.

Bas Dost: Ich war nach dem Spiel gegen Leverkusen sehr froh, wie es gelaufen ist, doch auf einmal hatte ich Schmerzen in den Adduktoren. Dann hat mir die medizinische Abteilung für heute grünes Licht gegeben, was mich sehr gefreut hat. Ich hatte auch keine Schmerzen. Jetzt kann es weitergehen. Vor dem 1:0 flankt Hinti den Ball in den Strafraum, ich schmeiße mich rein und der Ball fliegt ins Tor. Egal wie: Tor ist Tor! Dem zweiten Treffer ist ein Traumpass von Dominik vorausgegangen. Der Lupfer erschien für mich die beste Lösung. Wenn er reingeht, hat man immer recht. Nach der Pause fiel es mir dennoch schwer, hereinzukommen, deshalb wäre es wichtig gewesen, häufiger in Ballbesitz zu bleiben. Auch ich hätte den Ball vorne öfter behaupten müssen. Aber Kompliment, wie wir in der zweiten Halbzeit verteidigt haben. St. Pauli hatte nicht viele Möglichkeiten, aber trotzdem eine starke Leistung gezeigt.

Jos Luhukay (Trainer FC St. Pauli): Wir haben sehr unglücklich angefangen. Wenn man gegen eine so starke und ballsichere Mannschaft früh 0:2 hinten liegt, ist es sehr schwer. Aber mein Team hat immer an sich geglaubt, nach dem Treffer hatten wir große Hoffnung. In der zweiten Hälfte haben wir richtig viel investiert, aber die Eintracht ist eine Mannschaft, die immer kontrolliert ihr System beibehält. Das ist eine große Qualität, sodass wir kaum zu richtigen Abschlüssen gekommen sind. Ich bin aber stolz, dass wir gleichzeitig auch kaum etwas zugelassen haben. Ich kann der Mannschaft daher keinen Vorwurf machen. Wir sind gegen ein sehr starkes Team ausgeschieden, können uns aber erhobenen Hauptes aus diesem Wettbewerb verabschieden.

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