Duelle gegen den FC Bayern München im DFB-Pokal, das ist nicht unbedingt eine Erfolgsgeschichte. Trotzdem gewann die Eintracht ein ganz wichtiges Duell. Ein Rückblick auf die Pokalhistorie gegen die Bayern.

Erst viermal in der Geschichte des deutschen Pokalwettbewerbs trafen beide Teams aufeinander – und nur in einem Spiel trafen unsere Adlerträger überhaupt, obwohl nie in München gespielt wurde. Kein Wunder also, dass wir nur einmal als Sieger vom Platz gingen. Das war 1974 auf dem Weg zum ersten DFB-Pokalsieg. Die drei weiteren Duelle endeten mit Erfolgen für die Bayern, unter anderem 2006 im Finale.

13. April 1974, Halbfinale, SGE – FC Bayern 3:2 (0:0): Es war das WM-Jahr – und eigentlich ein Jahr der Bayern, denn sie waren zu dieser Zeit auf dem Weg zur Meisterschaft und holten zum ersten Mal den Cup der Landesmeister nach Deutschland. Maier, Beckenbauer, Breitner, Uli Hoeneß, Gerd Müller – Trainer Udo Lattek hatte alle Asse an Bord. Wenige Wochen zuvor hatten die Bayern die Eintracht an der Spitze der Bundesliga abgelöst, es war also alles angerichtet für ein denkwürdiges Pokalduell. Nach der torlosen ersten Halbzeit brachte Bernd Hölzenbein die SGE in Führung (49.). Danach ging es Schlag auf Schlag. Uli Hoeneß glich aus (60.), Paul Breitners Elfmeter brachte den Gast in Führung (62.), Sepp Maier hielt einen Strafstoß von Jürgen Grabowski (63.). Thomas Rohrbach netzte zum 2:2 ein (68.), ehe die Verlängerung nahte. Doch nach einem weiteren vermeintlichen Foul an Hölzenbein verwandelte Jürgen Kalb den dritten Elfmeter des Tages zum 3:2-Endstand (90.). 62.000 Fans feierten im Waldstadion, während die Bayern auf den Schiedsrichter schimpften. Uns konnte es egal sein, wir waren im Finale. Und das gewannen die Adlerträger nach der WM gegen den Hamburger SV.

19. August 1989, 1. Runde, SGE – FC Bayern 0:1 (0:1): Das Team von Jörg Berger traf auf die Bayern, bei denen Jupp Heynckes in seiner ersten Amtszeit tätig war. 19 Jahre hatten die Bayern nicht in Frankfurt gewonnen, bis zum 2:1-Erfolg zehn Tage zuvor. Auch in diesem Pokalspiel sollten die Süddeutschen als Sieger vom Platz gehen. Schütze des goldenen Tores war Klaus Augenthaler, der in der 34. Minute einfach mal den Ball aus 49,5 Metern draufschlug. Uli Stein kam nicht mehr dran, und „Auge“ hatte das Tor des Jahres erzielt.

29. April 2006, Finale, SGE – FC Bayern 0:1 (0:0): Berlin. Endspiel. Das erste für die Eintracht nach 18 Jahren. Als „David gegen Goliath“ bezeichnet Trainer Friedhelm Funkel die Auseinandersetzung vor dem Anpfiff. Während die Eintracht noch ein paar Punkte für den Klassenerhalt brauchte, war die Startruppe von Felix Magath auf dem Weg zur nächsten Meisterschaft. Die Eintracht spielte für ihre Verhältnisse fantastisch, die „Adler-Invasion“ und eine 90-Minuten-Choreo sorgen für Gänsehautstimmung – aber am Ende reichte Pizarros Tor den Bayern zum nächsten Titel, weil Oliver Kahn einen Sahnetag erwischte.

28. Oktober 2009, Achtelfinale, SGE – FC Bayern 0:4 (0:3): Das eindeutigste Pokal-Ergebnis zwischen beiden Teams, obwohl die Bayern vier Tage zuvor in der Allianz-Arena noch ein Last-Minute-Tor zum Bundesliga-Dreier gegen die Adlerträger gebraucht hatten. Miro Klose (Doppelpack) und Thomas Müller stellten die Weichen schon in der ersten halben Stunde auf Sieg. Luca Toni machte kurz nach der Pause endgültig den Sack zu für die Truppe von Louis van Gaal, die den Pott ein halbes Jahr später erneut aus Berlin mitnahm.

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