US-Nationalspieler Timothy Chandler spricht im Trainingslager in den Staaten über das verrückte Zimmer, seine Rolle als Führungsspieler und die Faszination Eintracht Frankfurt.

Timothy, du warst erst kürzlich wieder in den USA, stimmt's?
Ja, die Urlaubszeit habe ich genutzt und habe drei Wochen mit der Familie in Florida verbracht. Es ist einfach wahnsinnig schön da.

Nun bist du beruflich in den Staaten. Wie ist es für dich, als Amerikaner zurück zu kommen?
Das ist immer sehr schön. Auch vergangenes Jahr war die Reise sensationell. Die Trainingslager in den USA sind deswegen gut, weil man viel Zeit hat, die neuen Spieler zu integrieren. Deswegen finde ich es auch sinnvoll, weiter zu reisen, dass man auch mal etwas Neues sieht und wegkommt.

Mit wem verbringst du die meiste Zeit, und mit wem bist du auf dem Zimmer?
Meine Zimmerkompanen sind Marco Russ und Branimir Hrgota. Wir werden auch das verrückte Zimmer genannt, denn bei uns gibt es immer etwas zu lachen.

Wie verbringt ihr nach anstrengenden Einheiten am Tag den Abend als Team?
Wir wohnen hier alle zusammen in einem Haus, was wirklich super ist. Es gibt auch einen Gemeinschaftsraum, wo wir uns zusammen hinsetzen und bisschen quatschen können. Die einen sind in Behandlung, andere trinken einen Kaffee. So verteilt sich das.

Unter dem neuen Trainer gibt es für dich auch wieder eine neue Chance. Wie gehst du an die Sache ran?
Für mich ist es wichtig, dass ich wirklich alles raushaue. So kann ich mir am Ende auch nichts vorwerfen. Am Ende entscheidet der Trainer, was für das Team das Beste ist.

Es gibt wieder viele Veränderungen im Kader. Wie bewertest du die Situation?
Ich bin es schon ein bisschen gewohnt, wobei ich es dieses Jahr als noch nicht ganz so gravierend erachte. Das Gerüst des Teams ist noch da, wir haben wichtige Säulen gehalten. Und das neue Spieler auch guttun können, haben wir in den beiden vergangenen Jahren gesehen. Deswegen werden wir auch dieses Jahr - trotz Dreifachbelastung - eine ordentliche Runde spielen.

Nur zwei Spieler haben bei der SGE mehr Dienstjahre als du auf dem Buckel. Siehst du dich als Führungspersönlichkeit?
Ich bin hier aufgewachsen und groß geworden. Natürlich sehe ich mich als führender Spieler. Mein Ziel ist es, dem Verein zu helfen und mit weiterzuentwickeln. Deswegen freue ich mich, dass ich hier noch ein paar tolle Jahre erleben werde.

Die Eintracht bedeutet ja auch Faszination. Was macht die Eintracht aus?
Ein gutes Beispiel ist das verlorene DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund im vergangenen Jahr. Die Leute in der Stadt haben uns trotzdem gefeiert und waren unglaublich stolz auf uns. Im darauffolgenden Jahr holen wir den Pott und die Menschen rasten komplett aus. Ich sehe heute noch jeden Tag Bilder bei Instagram, Facebook oder WhatsApp. Menschen, die immer noch den Pokalsieg feiern. Diese Stadt und der Verein sind einfach unfassbar schön, so schön stimmungsvoll. Deswegen macht es auch so viel Spaß, hier Fußball zu spielen.

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