Die Geschichte der Begegnungen mit zypriotischen Teams ist nicht wirklich lang, dafür aber sehr erfolgreich.

Das erste Pflichtspiel gegen eine Mannschaft aus Zypern fand am 3. Oktober 2013 in Nikosia statt, Gegner war APOEL. Wir erinnern uns noch gut an die Reise, die für die Fans mit vielen Annehmlichkeiten verbunden war. Der langgehegte Traum wurde war: vom Strand ins Stadion. Für viele bedeutete das aber am Spieltag erstmal eine weitere Autofahrt, denn viele Frankfurter hatten sich in den Hotels an der Küste niedergelassen.

Am Nachmittag des 3. Oktober war die Innenstadt von Nikosia dann aber von Eintrachtlern überfüllt, die abends gemeinsam zum Stadion marschierten. Hier erlebten die Fans in weiß-schwarz-roten Einheitsshirts einen klaren 3:0-Auswärtssieg mit Treffern von Alexandrou (26., Eigentor), Srdjan Lakic und Sebastian Jung. Auch das Rückspiel gegen APOEL war eine klare Sache, 2:0 am 12. Dezember 2013.Vor zwei Wochen gewann die Eintracht ebenfalls mit 2:0 gegen Apollon Limassol, somit ist die Bilanz mit drei Siegen in drei Pflichtspielen gegen zypriotische Teams makellos.

Magath und der Hotelparkplatz

Kommen wir also zu den Freundschaftsspielen. Da erinnern wir uns an zwei. Die fanden aber nicht gegen Teams von der Insel statt, sondern nur auf der Insel. Es waren Zeiten, in denen kein Fan mehr einen Pfifferling auf die SGE wettete. Im Januar 2000 reiste der Eintracht-Tross mit dem neuen Trainer Felix Magath ins Trainingslager nach Limassol. Im Gepäck: einiges aufzuholen. Denn nach der finalen Niederlage beim Aufsteiger aus Ulm am 18. Dezember 1999 war Trainer Berger entlassen worden - und die Eintracht stand mit der mageren Ausbeute von elf Punkten auf einem Abstiegsplatz, acht Zähler entfernt vom rettenden Ufer.

Und das Trainingslager machte auch nicht den Eindruck, als ginge da was. Es regnete aus Kübeln, der Trainingsplatz war nicht bespielbar, Magath raunte: "Wenn der Rasen noch schlechter wird, spielen wir auf dem Hotelparkplatz. Ich habe mir diesen Ort nicht ausgesucht". Das erste Trainingsspiel gegen Dynamo Minsk ging in Pyla mit 0:2 verloren. Immerhin fing sich die Truppe und siegte drei Tage später gegen Donezk mit 2:1. Die Tore erzielten Jaksmanitzki (Eigentor) und Zico Bindewald. Vielleicht war der Sieg der Startschuss in die Champions League-reife Rückrunde, die der Eintracht den nicht mehr für möglich geglaubten Klassenerhalt bescherte.

Westerthaler, Epp und Co.

Zwei Spieler, die auch in der Saison 1999/2000 zumindest zeitweise noch bei den Adlerträgern aktiv waren, hatten Zypern-Erfahrungen. Zunächst mal zu nennen ist der leider vor wenigen Wochen verstorbene Christoph Westerhtaler. Christoph kam 1998 von APOEL Nikosia nach Frankfurt. Westerthaler wurde in Frankfurt zum Held; nicht nur, weil die Eintracht wieder kam "über Christoph Westerthaler, nur Sforza hat er noch vor sich...". Sein finaler Pass bescherte Fjörtoft den Übersteiger und uns den Klassenerhalt 1999. Dass wir überhaupt noch weiterstürmten damals beim Stand von 4:1 gegen Kaiserslautern, das hatten wir zu nicht unerheblichen Teilen Thomas Epp zu verdanken.

Der hatte am 29. Mai 1999 nämlich erkannt, dass noch ein Tor fehlte und deshalb mit der Faust auf die Bande gedroschen, gebrüllt und am Ende als Hinweis an die Spieler seine Sonnenbrille auf den Platz geworfen. Diese massiven Hinweise fielen den Mitspielern auf - und das 5:1 rettete uns. Auch Thomas Epp hat eine Zypern-Geschichte. Er wechselte im Juli 2000 zu AEL Limassol, blieb allerdings auch nur ein halbes Jahr auf Zypern. Ebenfalls auf Zypern landete Josef Obajdin, der 2002 für Omonoia Nikosia spielte. Alte SGEler erinnern sich an den tschechischen Stürmer, der in der Saison 1994/95 allerdings nur drei Spiele für die Eintracht absolvierte. Mehr Spiele absolvierte Martin Lanig, der von 2012 bis 2015 in 37 Ligaspielen für unsere Adlerträger vier Tore erzielte, außerdem in Bordeaux vor 12.000 orange gekleideten Fans den Siegtreffer im grünen Trikot markierte. Lanig wechselte 2015 zu APOEL Nikosia, blieb aber auch nur wenige Monate.

Die längste Verweildauer auf Zypern hatte ein Eintrachtler, der jetzt nicht unbedingt mit den besten Vereinszeiten in Verbindung gebracht wird. Rainer Rauffmann kam 1995 vom SV Meppen nach Frankfurt. Während er für die Eintracht kaum knipste, traf er auf Zypern gefühlt mit jedem Ballkontakt. Manchmal denken wir noch an diese ominöse Spielzeit 1995/96 und fragen uns, wie alles geworden wäre, wenn Rainer schon damals mehr Tore als Spiele gemacht hätte...


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