Die Eintracht und Italien kommen auch im neuen Europapokaljahr nicht voneinander los. Nach S.S. Lazio widmen wir uns nun dem FC Internazionale Milano.

Anlässlich des Vorrundenspiels gegen S.S. Lazio war die Thematik einfach, da wir die Geschichte einfach unter unser Überthema „Die Eintracht und Italien“ gestellt haben. Wir könnten es uns ja einfach machen und diese einfach um die zwei Siege gegen Lazio erweitern. Aber wir haben uns entschieden,  weiter ins Detail zu gehen und stellen hiermit vor: „Die Eintracht und Mailand“. Da sind die Begegnungen zwar ausgewählt und exklusiv sind und am Ende selbst der Rivale AC darin vorkommt, aber einige Bezüge gibt es ja schon. Und vor allem ist unsere Bilanz gegen Inter dermaßen blütenweiß, das wollen wir an dieser Stelle explizit festhalten!

Achtung, Kalauer: Unser erstes Spiel gegen Inter war gleich eine Niederlage. In Bingen! Am 21. Mai 1905 spielte der Eintracht-Vorgänger Victoria gegen die Mannschaft von International Bingen und unterlag mit 1:2. Das soll heute aber nicht Thema sein, das erste Spiel gegen eine Mailänder Mannschaft fand tatsächlich erst am 17. Mai 1952 statt. Im Frankfurter Stadion trennten sich die Eintracht und der AC Mailand 1:1. Die Tore erzielten Liedholm für den AC und Geier für die SGE, und im Tor der Gäste stand ein gewisser Buffon.

Glorreiche 1960er Jahre

In den 1960ern spielten wir einige Male gegen den AC Mailand, und wir waren jedes Mal erfolgreich – am 24. Juni 1967 im Alpenpokal (1:0/Tor Grabowski), am 3. Juni 1970 auf einer Nordamerikareise in Chicago (5:2/Huberts, Heese, zwei Mal Hölzenbein, Kalb), zwei Tage später in New York (1:0/Lindemann) und am 26. September 1973 im Frankfurter Waldstadion. Das war eines dieser Städtespiele, wo wir mit einem anderen, kleinen Verein der Region eine „Städtemannschaft“ bildeten. 5:2 siegte Frankfurt (mit östlichem Vorort). Die Tore erzielten Grabi (zwei), Kliemann sowie die Spieler Held und Semlitsch.

Auf Inter trafen wir tatsächlich erst einmal. Aber auch das Treffen war erfolgreich: Am 10. August 2014 besiegte die Eintracht Inter im Frankfurt Main Finance Cup vor 50.000 Zuschauern mit 3:1. Damit hatte die Eintracht den neuen Pokal erstmals gewonnen. Und hat bis heute gegen Inter eine top Statistik.

Geschichtsträchtige Spielstätte

Zuletzt erinnern wir noch an den geplatzten Wechsel von Hugo Mantel, der mit der Eintracht 1932 das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft erreicht hatte. Mantel wechselte 1934 nach Italien. Der Nationalspieler wollte in Mailand eine pharmazeutische Vertretung eröffnen und fortan für „Ambrosiana-Inter“, wie der Verein zu Zeiten des faschistischen Regimes hieß, spielen. Doch es kam nicht dazu, dass der Eintrachtler Hugo Mantel zusammen mit Größen wie Giuseppe Meazza um die Italienische Meisterschaft spielte. Als Ausländer erhielt er vom italienischen Verband keine Spielberechtigung.  So kehrte Mantel ohne Einsatz für Inter wieder zurück nach Frankfurt – und kickte ab November 1934 weiter für die Eintracht. Aus der geplanten pharmazeutischen Vertretung in Mailand wurde eine Kneipe am Main: 1937 eröffnete in Frankfurt „Hugo Mantel`s Sportklause.“

Und zuallerletzt erinnern wir an die WM 1990, als auch Uwe Bein und Andi Möller gemeinsam mit Udo Jürgens die wunderschöne Platte „Sempre Roma“ besungen haben. Damals war das San Siro ein wenig die „Heimat“ der deutschen Nationalmannschaft. Und unser Uwe Bein absolvierte hier drei bärenstarke Vorrundenspiele (ein Tor) und das Viertelfinale, in dem er sich verletzte und ausgewechselt wurde. Für Uwe Bein kam Andi Möller. Der kam in Italien insgesamt zweimal zum Einsatz. Der Weg zum Weltmeistertitel führte für die Eintrachtler über San Siro! Und direkt hinter dem Tor hing 1990 in schöner Regelmäßigkeit die Fahne des Eintracht-Fanklubs „Hessen90“. Wir gehen davon aus, dass in der kommenden Woche im gewaltigen Betonklotz einige Eintracht-Fahnen mehr hängen!

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