Zu Anfang der Europaabenteuer erfolgte die Ankündigung, zu allen Gegnern Verbindungen vorweisen zu können. Auch wenn bei Liechtenstein der ein oder andere Trick zur Anwendung kommen musste.

Zunächst einmal kommt der Adler in der Nationalhymne Liechtensteins vor. Ein Zitat aus „Oben am jungen Rhein“:

Lieblich zur Sommerzeit
Auf hoher Alpen Weid
Schwebt Himmelsruh’.
Wo frei die Gemse springt,
Kühn sich der Adler schwingt,
Der Senn das Ave singt
Der Heimat zu.

Damit ist die Eintracht schon mal in der Hymne des Fürstentums vertreten, und die sportlichen Berührungspunkte finden sich beim genauen Hinschauen auch.

So mit dem Verweis auf Tibor Lörincz, der 1957 mit Frankfurts Meisterspieler Istvan Sztani aus Ungarn nach Deutschland kam. Beide landeten bei der Eintracht, und während Istvan Sztani 1959 Deutscher Meister wurde, wechselte Lörincz schon 1958 nach nur drei Oberligaeinsätzen zum FC Altona 93. Danach ging es unter anderem zu Bayern München, FC St. Gallen und dem SC Brühl, große Erfolge feierte er in Holland bei Alkmaar und Apeldoorn. Hier erzielte er in fünf Jahren 85 Tore. In der Saison 1969/70 spielte Tibor Lörincz für den FC Vaduz. Mit dem FC Vaduz gewann er 1970 den Liechtensteiner Cup.

Nicht nur Spieler der SGE zog es nach Liechtenstein, auch Christian Kolodziej arbeitete im Fürstentum. Von 2011 bis 2016 war Kolodziej Athletiktrainer bei der Eintracht, in der Saison 2017/18 arbeitete er als Konditionstrainer beim FC Vaduz. Heute ist der 50-Jährige Konditionstrainer beim FC Zürich.

Die Kreise schließen sich

Sogar Trainer dieser magischen SGE arbeiteten in Liechtenstein. Martin Andermatt, in der glücklosen Saison 2001/02 Coach am Riederwald, trainierte von 2003 bis 2005 den FC Vaduz und war von 2004 bis 2006 Nationaltrainer Liechtensteins. Mit dem kleinen Land feierte er historische Erfolge, im Geschichtsbuch stehen ein 2:2 gegen Portugal und ein 4:0-Auswärtssieg in Luxemburg. Ein Eintrachtler zwei Jahre Nationaltrainer in Liechtenstein – da geht noch mehr: Dietrich Weise, der Vater der Pokalsiege 1974 und 1975, außerdem der Papa der „Weise-Bubis“ war der erste Nationaltrainer des Fürstentums. Weise arbeitete von 1990 bis 1996 in Liechtenstein und saß bei 17 Spielen auf der Bank, unter anderem beim ersten Qualifikationsspiel der Liechtensteiner Fußballgeschichte.

Und dann gibt es sogar Trainer der Eintracht, die Tore gegen Liechtenstein geschossen haben. Ausgerechnet Adi Hütter! 26. April 1995, Länderspiel Österreich gegen Liechtenstein, EM-Qualifikation, Endstand 7:0. Toni Polster (zwei Tore), Dietmar Kühbauer, Herfried Sabitzer, und Marcus Pürk hatten einen beruhigenden Vorsprung herausgeschossen, ehe Adi Hütter mit zwei Treffern in der 87. und 89. Minute für den Endstand sorgte. Trainer bei Liechtenstein damals übrigens Dietrich Weise. So schließen sich die Kreise.

Zwischen Riederwald und Fürstentum

Und zuletzt finden sich auch Eintrachtler aus dem Leistungszentrum, die in Vaduz landeten. Und zwar kein Geringerer als Markus Neumayr. 1998 kam der Ausnahmefußballer von Viktoria Aschaffenburg an den Riederwald, bis 2003 spielte er, mittlerweile auch im Kader der U-17-Nationalmannschaft, bei der Eintracht, unter anderem mit Jan Zimmermann und Marco Russ. 2003 folgte ein spektakulärer Wechsel zur Jugend von Manchester United, 2005 wurde er im Seniorenbereich Kapitän der Reservemannschaft. Der ganz große Durchbruch gelang Neumayr nicht, so kehrte er 2006 zurück nach Deutschland, hier kickte er unter anderem für den MSV Duisburg, Rot-Weiss Essen und Wacker Burghausen. Von 2013 bis 2016 spielte Markus Neumayr für den FC Vaduz, in 79 Spielen erzielte er 18 Tore. 2014 und 2015 gewann Neumayr mit Vaduz den Liechtensteiner Cup. 

Selbst Länderspieltore gegen Liechtenstein haben Eintrachtler erzielt. Und zwar am 4. Juni 1996, als alle, ob des unmittelbar zuvor ereilten Abstiegs, noch traumatisiert waren. 9:1 gewann Deutschland gegen Liechtenstein im Carl-Benz-Stadion zu Mannheim bei einer Generalprobe für die bevorstehende Europameisterschaft in England. Das 1:0 und das 7:0 erzielte der Eintrachtler Andi Möller, auch wenn er 1996 längst für Borussia Dortmund kickte. Die Grundlagen für die beiden Treffer hat er zweifelsfrei in Frankfurt gelernt.

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