Eintracht Frankfurt und der italienische Fußball ist eine Geschichte mit vielen Kapiteln. Mit dem Spiel bei S.S. Lazio kommt ein weiteres hinzu.

„Ob Rom, Mailand oder London, Moskau, Wien oder Athen, ob mit Bus oder Bahn, oder Flugzeug ganz egal, Eintracht Frankfurt International“, singen die Eintracht-Fans seit vielen Jahren im Europapokal. Und diese Saison wird es erstmals wahr: Die Eintracht reist zu einem Pflichtspiel nach Rom, eine Premiere für die SGE. Ein siegreiches Freundschaftsspiel gegen S.S. Lazio hatte es schon gegeben. Und überhaupt ist die Eintracht-Geschichte voller italienischer Einflüsse.

Freundschaftsspiele in Frankfurt

Am Anfang der Frankfurt-italienischen Sportverbindungen stand am 17. Mai 1928 das Spiel gegen den FC Modena. Vor 4.000 Zuschauern im Stadion siegte die SGE mit 4:0 – und erzielte alle Tore in den ersten 20 Minuten. Den ersten Vergleich mit einem Team aus Rom gab es am 18. Juni 1934 am Bornheimer Hang. Verstärkt mit Spielern des FSV endete die Partie gegen die AS Rom 3:3. 1939 folgten Duelle in Frankfurt gegen den FC Bologna (3:6), wiederum die Roma (1:3) und 1952 den AC Mailand (1:1). Dieser verlor 1973 gegen eine Städtemannschaft, zusammengestellt aus SGElern und Spielern einer Stadt östlich unseres schönen Frankfurts, im Waldstadion mit 2:5. Dort sahen nach dem Abstieg in die zweite Bundesliga lediglich 2.500 Zuschauer ein 2:3 der Eintracht gegen den SSC Neapel.

Frankfurt Main Finance Cup

Und was gerne vergessen wird: die Eintracht ist dreifacher Frankfurt Main Finance Cup Sieger. Diese begehrte Trophäe hat damit kein anderer gewonnen. Begonnen hat die Siegesserie mit einem 3:1 gegen Inter Mailand am 10. August 2014. Damals erzielten Piazon und zweimal Seferovic die Treffer für die SGE, für Inter traf Botta. 50.000 Anhänger bejubelten den Titelgewinn euphorisch und sangen der Legende nach „Wir haben den Frankfurt Finance Cup und wir werden Deutscher Meister“.

Europapokal

Im Messepokal, dem Vorgänger des Europapokals, traf die Eintracht in der Saison 1968/69 auf Juventus Turin. Am 6. November 1968 gab es in Turin ein 0:0, das Rückspiel in Frankfurt gewann die Eintracht durch ein Tor von Walter Bechtold in der letzten Minute der Verlängerung mit 1:0.

Vielen Fans wird die UEFA Cup-Saison 1994/95 noch in Erinnerung sein. Im Achtelfinale wartete der SSC Neapel. Die Eintracht gewann das Heimspiel  vor nur 31.000 Zuschauern (kleiner Scherz am Rande: es hätten wohl etwas mehr sein können) mit 1:0 durch ein Eigentor von Buso. In Neapel sorgte Ralf Falkenmayer mit seinem Siegtreffer für grenzenlose Euphorie der zahlreich mitgereisten Eintracht-Fans. Auch das Viertelfinale bescherte der Eintracht einen italienischen Gegner, diesmal wartete Juventus Turin. In Frankfurt kam die Eintracht nicht über ein 1:1 hinaus (Tore: Marocchi, Furtok), auswärts setzte es eine 0:3-Niederlage. Das Spiel bei Juventus Turin, zu der die Eintracht auch von tausenden Fans begleitet wurde, war für lange Zeit das letzte Europapokalspiel. Erst elf Jahre später war die Eintracht 2006 international wieder dabei. Und traf gleich wieder auf eine italienische Mannschaft. Bis heute schwer zu vergessen ist das Zeitspiel der Spieler von US Citti de Palermo am Abend des 19. Oktober 2006 – in der 88. Minute besorgte Zaccardo mit seinem Treffer zum 2:1 den Sieg der Gäste.

Italiener bei der Eintracht, Eintrachtler in Italien

Marco Rossi (1996/97) und Giovanni Speranza (1990 bis 2003) kamen zu Zweitliga-Einsätzen. Unterdessen wechselten einige Adlerträger nach Italien. Da wären zunächst die beiden Frankfurter Talente Thomas Berthold und Andreas Möller zu nennen. Berthold wechselte 1987 zu Hellas Verona und Möller verschlug es 1992 nicht nach Mailand  und nicht nach Madrid, aber Hauptsache nach Italien: zu Juventus Turin. Auch Thorsten Flick wechselte nach Italien, er ging 1998 von der SGE zum SSC Neapel. Und fragen Sie mal Manni Binz nach seinen Geschichten aus Italien. 1996 heuerte Manni nach gefühlten vier SGE-Jahrzehnten bei Brescia Calcio an.

Und Lazio?

Die Bilanz gegen S.S. Lazio ist unbefleckt. Einmal trafen sich die Eintracht und S.S. Lazio, das war im August 2000 im Trainingslager in Schruns. Vor 3.500 Zuschauern, darunter einer Handvoll Eintracht-Anhänger, siegte die SGE mit 2:1. Die Tore erzielten Reichenberger und Chen Yang, den zwischenzeitlichen Ausgleich hatte Ravanelli erzielt. 1994 wechselte Thomas Doll von S.S. Lazio zur SGE, 1996 ging er weiter zur AS Bari. Das war es dann schon mit Bezügen zu S.S. Lazio. Aber ans Olympiastadion in Rom hat ein Eintrachtler ganz besondere Erinnerungen – und die haben nichts mit S.S. Lazio zu tun. Uwe Bein, heute Markenbotschafter der SGE, wurde am Abend des 8. Juli 1990 im Olympiastadion in Rom Weltmeister. Im Dezember kehrte Bein also zurück an den Ort seines größten Erfolgs – und mit ihm kommen dieses Mal tausende Fans der SGE.

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