Das Aufeinandertreffen in der UEFA Europa League ist tatsächlich das erste Pflichtspiel zwischen der Eintracht und Arsenal FC. Doch gespielt haben die Adlerträger gegen Arsenal schon.

Los ging die Geschichte am 29. Juni 1929. Da spielte die Eintracht am Riederwald vor nur 3.000 Zuschauern gegen Arsenal. Allerdings kamen die nicht aus London, sondern aus Kairo. Die ägyptische Auswahlmannschaft „Arsenal Kairo“ wehrte sich tapfer, die Eintracht ging in der 55. Minute durch den Schweizer Nationalspieler Walter Dietrich mit 1:0 in Führung. Zehn Minuten vor Abpfiff besorgte Rihan den schmeichelhaften Ausgleich.

Im Messepokal, dem Vorgängerverein des Europapokals, spielten seit 1955 zunächst Messestädte gegeneinander. Das erste Spiel London gegen Frankfurt fand am 26. Oktober 1955 statt und endete mit 3:2 für London. Die Frankfurter Auswahl bestand aus Spielern der SGE, des FSV und des OFC. Die Niederlage ist wohl nur damit zu erklären, dass mit Kreß und Pfaff (der auch noch ein Tor erzielte) lediglich zwei Eintrachtler in der Frankfurt-Elf standen.

Verwehrter Elfmeter

Das Rückspiel am 27. März 1957 gewann Frankfurt mit 1:0. Von der Eintracht waren jetzt mit Hermann Höfer, Hans Weilbächer, Hans Wloka, Richard Kreß und Alfred Pfaff schon fünf Spieler in der Mannschaft. Trainer des Teams war Paul Oßwald. Den Siegtreffer erzielte Helmut Preisendörfer. Wo er herkam, verrät die Redaktion nicht. Aber: Für London kickte David Herd, und dessen Heimatverein war der Arsenal FC.

Das erste Spiel auf Vereinsebene gegen den Arsenal FC fand am 5. Mai 1957 im Waldstadion statt. Nach der Meisterschaft 1953 war Arsenal sportlich etwas zurückgefallen, kam also nicht als absolute Spitzenmannschaft nach Frankfurt. Das zeigte sich auch an der Zuschauerzahl. Gerade mal 12.000 Fans wollten die Eintracht gegen die Mannschaft aus London spielen sehen, und die Vertragsspieler der Eintracht hielten gegen die Profifußballer erstaunlich gut mit. Bloomfield (50.) und Holton (82.) sorgten dennoch für einen ungefährdeten Gästesieg, wobei Schiedsrichter Dusch aus Kaiserslautern nach einem bösen Foul von Bowden an Kreß hätte Elfmeter geben müssen!

Am 15. Februar 1958 reiste die Eintracht erstmals direkt zu Arsenal. Die Mannschaft war zu dem Zeitpunkt etwas verunsichert, denn auf dem Weg zur Süddeutschen Meisterschaft hatte man am Vorwochenende als Tabellenführer gegen den Drittletzten SSV Reutlingen mit 0:1 verloren und damit einen beruhigenden Punktevorsprung gegenüber dem KSC eingebüßt. Doch in London trat die Eintracht stark auf und unterlag vor 20.000 Zuschauern nur höchst unglücklich mit 0:1. Den Siegtreffer erzielte Clayton der 42. Minute mit einem tollen Kopfball in den Winkel. Mit Egon Loy, Adolf Bechtold, Hermann Höfer, Friedel Lutz, Hansi Weilbächer, Erich Bäumler, Dieter Lindner, Istvan Stzani und Richard Kreß spielten übrigens neun Eintrachtler in Highbury, die ein Jahr später die Deutsche Meisterschaft feiern sollten.

Von 1964 bis Junichi Inamoto

Das vorerst letzte Spiel gegen Arsenal fand am 8. August 1964 im Waldstadion statt. Vor 14.000 Zuschauern ging die SGE in der 42. Minute durch Horst Trimhold in Führung. In der 50. Minute sorgte Eastham für den Ausgleich. Nun kam Arsenal immer besser ins Spiel und erzielte in der 71. Minute durch Baker die Führung. Doch die Eintracht stemmte sich gegen die drohende Niederlage, und zehn Minuten vor Abpfiff konnte Willi Huberts per Elfmeter ausgleichen.

Das Spiel von 1964 war das bislang letzte Aufeinandertreffen. Doch ein Eintrachtler hat auch eine Arsenal-Vergangenheit: Junichi Inamoto, für die Eintracht von 2007 bis 2009 in 43 Bundesligaspielen am Ball, wechselte 2001 von Gamba Osaka zum Arsenal FC, wo er allerdings in der Premier League nicht zum Einsatz kam und schon 2002 zum FC Fulham weiterzog. Und auch Funktionäre der SGE waren bei Arsenal aktiv. Tony Woodcock, von Juli 2001 bis Mai 2002 Sportvorstand der Fußball AG, spielte von 1982 bis 1986 für die Gunners, für die er in 169 Partien 69 Tore erzielte.

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