Während der eine zu den absoluten Führungsspielern bei der Eintracht zählt, ist der andere ein absoluter Frischling. Die Rede ist von Gelson Fernandes und Zugang Evan Ndicka. EintrachtTV hat beide interviewt.

Gelson, wie war dein erstes Jahr bei der Eintracht?
Gelson: Es war ein geiles Jahr bei der SGE. Wir haben eine gute Meisterschaft in der Bundesliga gespielt und mit dem Pokalsieg in Berlin haben wir eine starke Saison gekrönt. Es war der absolute Wahnsinn in Berlin.

Evan, du bist hingegen erst wenige Wochen in Frankfurt. Wie hast du dich eingelebt?
Evan: Eingelebt wäre zu viel gesagt. Ich habe die Stadt mit der Familie ein bisschen besichtigt. Meine Mitspieler haben mich toll aufgenommen. Dass es mit Simon Falette und Sebastién Haller gleich zwei Franzosen im Kader gibt und Gelson auch noch die Sprache spricht, hilft bei der Eingewöhnung.

Bist du alleine nach Frankfurt gekommen?
Evan: Momentan bin ich noch alleine, aber meine Familie plant nachzukommen.

Fernandes: "Eintracht hat die geilsten Fans der Welt"

Gelson, du hast Berlin schon angesprochen. Was hat schlussendlich den Ausschlag gegeben, dass ihr den großen Favoriten FC Bayern München schlagen konntet?
Gelson: Unser Weg in der ganzen Saison war schon gut. Die letzten vier, fünf Partien waren wir in der Bundesliga ein bisschen müde. Aber am Ende hat uns nicht viel gefehlt, und wir hätten uns auch so für Europa qualifiziert. Wir hatten eine unfassbare Leidenschaft im Finale an den Tag gelegt und mit viel Herz gespielt. Das hat im Endeffekt den Ausschlag gegeben.

Die Fans waren ebenso sensationell. Ein neuer Zuschauerrekord von über 50.000 Zuschauern im Schnitt wurde aufgestellt. Hast du schon mal so eine Unterstützung erlebt?
Gelson: Mit so vielen Zuschauern schon, aber noch nie in so einer Art und Weise. Die Fans waren überragend in dieser Saison. Egal ob auswärts oder zuhause - sie haben immer hinter uns gestanden. Das sind die geilsten Fans der Welt. Und wenn man jetzt schon sieht, dass alle UEFA Europa League-Partien bereits ausverkauft sind, obwohl die Gegner nicht feststehen - Wahnsinn.

Wie ist die Arbeit unter dem neuen Trainerteam?
Gelson: Wir müssen Adi Hütter Zeit geben, dass er seine Philosophie vermitteln kann. Er wird schon bald spüren, was es bedeutet, Teil von Eintracht Frankfurt zu sein. 

Evan, das Trainerteam hat dich geholt. Was meinst du, was haben sie in dir gesehen, was für Stärken hast du?
Evan: Ich habe eine gute Aggressivität auf dem Platz. Zudem würde ich sagen, dass ich einen sauberen Ball spielen kann und athletisch bin.

Wie bist du Fußballer geworden?
Evan: Mit fünf Jahren habe ich mit dem Fußball angefangen. Gemeinsam mit meinem Vater kickte ich im Garten. Und plötzlich bin ich Fußballprofi bei solch einem großen Klub. Manchmal ist das schon ein bisschen surreal.

Hast du Hobbys?
Evan: Ich gucke unheimlich gerne Netflix, da gibt es sehr viele Serien. Manchmal schaue ich stundenlang. Ansonsten mache ich gerne was mit meinen Freunden. Das werde ich in der nächsten Zeit vermissen.

Gelson, was ist dein Ausgleich zum Fußball? Was machst du in deiner Freizeit?
Gelson: Ich habe in Lyon einen Bachelor im Management gemacht. Da habe ich viel Zeit investiert. Außerdem lese ich viel und nutze die Ruhephasen, um mich einfach auch mal auszuruhen.

Ndicka: "Zuhören und Tipps annehmen"

Was bedeutet Familie für dich? Du postest auf Instagram öfters Bilder mit deiner Familie.
Gelson: Meine Familie bedeutet alles für mich. Ich vermisse sie unheimlich. Ich habe einen kleinen Bruder und eine kleine Schwester, die ich leider viel zu selten sehe. Mit Klubfußball und Nationalmannschaft hat man wenig Freizeit. Trotzdem muss man sagen, dass ich den besten Job der Welt habe. Von daher bin ich glücklich, dass ich das machen darf.

Du bist ein Führungsspieler auf und neben dem Platz. Welche Tipps kannst du so jungen Spielern wie Evan mitgeben?
Gelson: Mit 18 Jahren in so einem Verein in der Bundesliga sowie in der UEFA Europa League spielen zu können, ist schon toll. In der Vorbereitung lass ich ihn noch ein bisschen in Ruhe, er soll sich erstmal eingewöhnen. Aber wenn die Bundesliga läuft, dann werde ich ihn mir ab und an zur Brust nehmen. Er soll es genießen und weiter hart arbeiten, denn er hat eine Riesenkarriere vor sich.

Evan, wie kannst du von den Führungsspielern profitieren?
Evan: Als junger Spieler muss man viel zuhören und auch Dinge annehmen. Erfahrene Spieler wie Gelson meinen das nie böse. Im Gegenteil, sie wollen dich besser machen. Deswegen ist es wichtig, zuzuhören und ihre Tipps anzunehmen.

Gelson, kannst du dir vorstellen, später mal als Trainer zu arbeiten?
Gelson: Niko Kovac hat mir mal gesagt, dass ich wie ein Trainer auf dem Platz bin. Aber ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Vielleicht nicht mit Profis, sondern eher mal mit Kindern. Aber noch habe ich Spaß am Laufen und denke nicht an das Karriereende.

Welche Ziele hast du in deiner Karriere noch?
Gelson: Ich möchte gesund bleiben, das ist erstmal das Wichtigste. Ich freue mich unheimlich darauf, mit der Eintracht durch Europa zu reisen und eine gute Saison in der Bundesliga zu spielen.

Evan, welche Ziele hast du mit der Eintracht?
Evan: Persönlich gesehen möchte ich so viel Einsatzzeiten sammeln, wie es nur geht. Ansonsten hoffe ich, dass wir mit der Eintracht eine gute Saison spielen. Um Ziele zu formulieren, ist es noch etwas früh.

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