Mit dem 2:1 gegen St. Pauli gewinnt die Eintracht das erste von zwölf verbleibenden Spielen bis zur Winterpause – und das vorerst wichtigste.

Mit 20 Pflichtaufgaben im Spieljahr 2019/20 stellt die Eintracht weiter alle anderen deutschen Mannschaften in den Schatten. Dank des Überwinterns im DFB-Pokal, den nebenbei nur Bayern und Bremen öfter gewannen als der fünffache Titelträger Eintracht Frankfurt, und angesichts des durchaus realistischen Einzugs in die K.o.-Phase der UEFA Europa League spricht vieles dafür, dass dieses Alleinstellungsmerkmal auch nach dem Jahreswechsel zunächst Bestand haben wird. Dem war gleichwohl nicht der erste Kraftakt einer Saison vorausgegangen, in der lediglich ein halbes Dutzend Begegnungen mit mehr als einem Tor Unterschied endeten. Gerade in der zweiten Halbzeit hat es der in den vergangenen Wochen nicht immer von personellen Rückschlägen verschonten Eintracht im Millerntor-Stadion an Entlastung gefehlt. Chancen nach dem Seitenwechsel: Fehlanzeige. „Die Belastung würde ich nicht als Ausrede anführen. Dafür sind wir Sportler, sind fit und haben einen großen Kader“, duldet Sebastian Rode, ganz seiner Kämpfernatur entsprechend, allerdings kein Lamentieren und verweist lieber auf die gewachsenen Möglichkeiten im Aufgebot. So konnte es sich Cheftrainer Adi Hütter am Kiez erlauben, gleich die Hälfte aller Feldspieler positionsgetreu zu tauschen. Ohnehin bemerkenswert, dass der österreichische Fußballlehrer bislang 26 Akteuren das Vertrauen schenkte, den mittlerweile verliehenen Ante Rebic inklusive.

Es geht auch anders

Noch im August hatte der Kroate die Hessen mit einem lupenreinen Hattrick zum 5:3-Spektakel beim SV Waldhof Mannheim vor dem Aus bewahrt, als die Gäste eine Tiefschlafphase inklusive 0:2-Rückstand erwischten. In Hamburg wiederum gestaltete sich der Spielverlauf gewissermaßen gegenteilig, nicht allein auf das Erlebnis in der Quadratestadt reduziert. Denn war Frankfurt in dieser Spielzeit in unschöner Regelmäßigkeit mit wechselndem Erfolg einem Rückstand hinterhergerannt, zuletzt in Mönchengladbach mit einem ligaweiten Saisonbestwert von 287 Sprints gar sprichwörtlich, erwischte der Bundesligist im hohen Norden einen Start nach Maß. Und einer ganz besonders: Bas Dost, sich seit zwei Wochen mit für ihn selbst überraschend aufgetretenen Adduktorenbeschwerden herumquälend, war endlich wieder schmerzfrei und markierte in der Anfangsviertelstunde den komfortablen 2:0-Vorsprung: Erst mit erhobenem Köpfchen, dann mit feinem Füßchen, der Titel des „Man of the Match“ war nur noch eine Frage des Endergebnisses. „Vor dem 1:0 flankt Hinti den Ball in den Strafraum, ich schmeiße mich rein und der Ball fliegt ins Tor. Dem zweiten Treffer ist ein Traumpass von Dominik vorausgegangen. Dann hat mir die medizinische Abteilung grünes Licht gegeben, was mich sehr gefreut hat“, verteilte der glückselige Niederländer im Nachgang Lob hoch drei. Die Komplimente beruhen auf Gegenseitigkeit. So mag Rode den Wandspieler nicht allein auf seinen Torriecher reduzieren: „Er ist enorm wichtig für uns, weil er die Bälle halten kann und klatschen lässt.“ Auch wenn der 1,96-Meter-Schlaks einräumte, „ich hätte den Ball vorne öfter behaupten müssen.“ Was wiederum mit der verloren Fitness zusammenhing. „Bas Dost hätten wir eigentlich gerne früher runtergenommen und zum Beispiel Dejan Joveljic noch Einsatzzeit gegeben. Wir mussten allerdings in der Halbzeit zwei Mal unerwartet wechseln. Dazu haben wir auch seine Kopfballstärke benötigt“, schuf Coach Hütter hinterher Klarheit.

Hinti erst mittendrin, dann außen vor

Dabei hatte gerade dessen in der Pause angeschlagen draußen gebliebenen Landsmann Hinteregger einen schier unverwüstlichen Eindruck hinterlassen, als er vor dem 2:0 die Kugel von der Außenlinie kratzte, nicht mehr bremsen konnte und den Zuschauern die Werbebande näherbrachte.

Auch kurz vor der Pause hatte der als Linksfuß auf der rechten Abwehrseite aufgebotene Verteidiger im Blickpunkt gestanden, als ihm der Ball aus nächster Nähe an den ausgestreckten Arm sprang. „Wo Hinti vor dem Elfmeter mit der Hand hin soll, weiß ich nicht“, sprach Erik Durm, nach dem Seitenwechsel selbst von rechts nach links gewechselt und nach Chandler und Hinteregger der nächste inverse Defensive, seinen Kollegen zwar frei von Schuld, letztlich war aber auch dem regelkonform entscheidenden Referee Matthias Jöllenbeck kein Vorwurf zu machen. Dass dem verwandelten Strafstoß von Waldemar Sobota kein endgültiger Elfmeterkrimi folgte, war nicht zuletzt der längst nicht galaverdächtigen, aber äußerst kompromisslosen Frankfurter Gangart zu verdanken. „Nach dem Seitenwechsel war St. Pauli überlegen, wenngleich es in den zweiten 45 Minuten kaum echte Torchancen gab. Das Wichtigste ist am Ende des Tages, dass wir im Frühjahr weiterhin im DFB-Pokal dabei sind“, analysierte Hütter entsprechend.

In dieselbe Kerbe schlug Sportdirektor Bruno Hübner: „Wir sind froh, dass wir gewonnen haben.“ Und „Hells Bells“ nicht dem letzten Glockenschlag gleichkam. Vielmehr scheint bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt die Wintersaison eingeläutet.

Die Pressekonferenz vor dem Spiel – präsentiert von Krombacher

Krombacher präsentiert die Pressekonferenz vor dem Bundesligaspiel.
Krombacher präsentiert die Pressekonferenz vor dem Bundesligaspiel.

Die letzten Informationen vor dem Bundesligaspiel erhaltet ihr auf der Pressekonferenz mit Cheftrainer Adi Hütter. Live zu sehen auf EintrachtTV und Facebookpräsentiert von Krombacher.

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