Verglichen mit dem Spätherbst war die U16 in den vergangen Monaten nicht mehr wiederzuerkennen. Die Jungadler bewiesen auf ihre Weise, aus einer Krise umso gestärkter hervorzugehen.

Als die Jungadler am 10. November gegen die TSG Wieseck mit dem Schlusspfiff das 1:1 erzielten, stand danach zwar der erste Punktgewinn seit knapp einem Monat, aber eben auch das sechste sieglose Spiel in Folge. Was damals noch keiner ahnen konnte: Die Eintracht würde in den nächsten sieben Monaten kein Pflichtspiel mehr verlieren. Das spektakuläre 4:2 am letzten Spieltag gegen den SV Wehen Wiesbaden war das 15. ungeschlagene Spiel am Stück. Für Cheftrainer Anouar Ddaou war es in diesem Zusammenhang auch bemerkenswert, „dass sich darunter zehn Siege befinden.“ Und weniger Unentschieden. Ohnehin blieben Ddaou und sein Assistenztrainer Patrick Ortlieb ihrer Spielphilosophie auch in ergebniskritischen Zeiten treu und ermutigten ihre Schützlinge, an ihrem dominanten, mutigen Spielansatz festzuhalten und im Sinne der Entwicklung Fehler zuzugestehen. Dass derer mit zunehmendem Erfolg immer weniger wurden, spiegelt sich nicht zuletzt in der Anzahl der Gegentore wider: 31 sind die wenigsten aller Hessenligisten. Schon in der Winterpause hatte Coach Ddaou bemerkt: „Das spricht natürlich für die Stabilität des Teams, bedeutet aber nicht im Umkehrschluss, dass wir einen verstärkten Fokus auf die Torverhinderung gelegt haben.“ Im Gegenteil: Am Ende standen 58 eigene Treffer, nach Meister Darmstadt die zweitmeisten, und in der Endabrechnung Platz vier.

Individuelle und kollektive Fortschritte

Losgelöst vom tabellarischen Abschneiden zeigte sich Ddaou rückblickend vor allem „stolz auf die individuelle Entwicklung der Spieler. Aber auch im Kollektiv haben wir tolle Leistungen gezeigt, insbesondere in der Rückrunde.“ Dieses Lob münzte Ddaou nicht zwangsläufig ausschließlich auf die Spieler: „Auch das Trainerteam, die Athletiktrainer, die Physiotherapeuten und die sportpsychologische Kollegin haben einen gehörigen Anteil an unserem Erfolg!“

Zumal die personellen Probleme nach dem Jahreswechsel nur bedingt kleiner geworden waren. Vielmehr verließen in der Winterpause drei Spieler den Verein, während aus dem Krankenstand die wenigsten zurückkehrten. Die entspannte sportliche Situation sowie das frühzeitige Saisonende der U15 ermöglichten es, vorgreifend einige C-Junioren in den Trainings- und Spielbetrieb zu integrieren, auch oder gerade weil diese Kräftemessen mit im Schnitt zwei Jahre älteren Gegenspielern zur Folge hatte. Aber wie der U16-Jahrgang im abgelaufenen Spieljahr so eindrucksvoll bewiesen hat: Grenzerfahrungen können der fußballerischen und auch persönlichen Entwicklung nur zuträglich sein.

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