Torjäger Luka Jovic spricht vor dem bevorstehenden Europa League-Viertelfinale über seine Zeit bei Benfica, fantastische Fans gegen Mailand und sein bisher größtes Spiel.

Luka, am Donnerstag geht es gegen Benfica Lissabon, von wo aus du nach Frankfurt ausgeliehen bist. Was ging dir durch den Kopf als das Los gezogen wurde?
Ich war sehr glücklich. Nicht, weil ich mich rächen will oder so etwas, sondern weil es mich einfach freut, nach Lissabon zurückzukehren und im "Luz" gegen ehemalige Kollegen zu spielen. Es wird eine ganz besondere Partie.

Welche Erinnerungen hast du an die Zeit dort?
Ich war gerade mal 18 Jahre alt als ich gewechselt bin, es war besonders am Anfang ziemlich hart. Aber ich bereue nichts, denn ich war Teil eines großen Klubs wie Benfica. Das war eine wichtige Erfahrung für mich.

Warum konntest du dich dort damals nicht so recht durchsetzen?
Ich war noch unerfahren, habe dementsprechend Fehler gemacht und habe vor allem kaum gespielt. Es war eher ein mentales Problem. Es freut mich, dass es bergauf ging, nachdem ich hierher zur Eintracht gekommen bin.

Worin unterscheiden sich die beiden Klubs?
Genau wie Benfica ist auch die Eintracht ein großer Klub. Ein wesentlicher Unterschied besteht wahrscheinlich darin, dass Benfica in einer schwächeren Liga spielt und jedes Jahr um den Meistertitel kämpft. In jedem Spiel ist ein Sieg Pflicht. Hier ist es entscheidend, in jedem Spiel 100 Prozent zu geben, dann stimmen auch die Ergebnisse.

Hast du noch Kontakt zu deinen Ex-Kollegen von Benfica?
Natürlich bin ich mit einigen Spielern in Kontakt geblieben. Mit Ljubomir Fejsa gab es zuletzt schon einige amüsante Sticheleien. Deshalb kann ich es kaum erwarten, gegen ihn zu spielen.

Wie stark schätzt du die Mannschaft ein?
Benfica hat eine technisch sehr versierte Mannschaft. Es wird schwierig, aber mit einer guten Leistung können wir uns durchsetzen. Die Chancen stehen 50 zu 50. Wenn wir an unsere Grenze gehen, können wir jeden schlagen, also auch Benfica.

Worauf wird es besonders ankommen?
Ganz einfach: Wir müssen in beiden Spielen konzentriert sein und den unbedingten Willen zeigen, dass wir ins Halbfinale einziehen wollen.

Rückblickend: Wie war das, sich gegen eine Mannschaft wie Inter Mailand durchzusetzen?
Das Spiel in Mailand war eine unglaubliche Erfahrung. Unsere Fans haben uns fantastisch unterstützt, und das ist in jedem Spiel so. Wenn sie eine solche Reise in Kauf nehmen, nur um uns zu sehen, dann ist es unsere Pflicht, alles reinzuwerfen und ihnen Freude zu bereiten. Auf Klubebene war das sicher das größte Spiel meiner bisherigen Karriere.

Du hast das Siegtor geschossen. Das muss ein unglaubliches Gefühl gewesen sein.
Ich habe viele Glückwünsche für den Treffer bekommen. Es freut mich sehr, dass ich der Mannschaft so helfen konnte, gerade weil ich zuletzt mit der Chancenverwertung zu kämpfen hatte. Das war das wichtigste Tor meiner bisherigen Karriere. Dadurch habe ich Selbstvertrauen getankt.

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