Kaum deutschen Boden unter den Füßen stellt sich der Cheftrainer gleich der Presse. Es geht um die veränderte Perspektive in Mailand, die Auslosung, aber auch den übermorgigen Gegner.

Wechselt am Sonntag wieder von der Tribüne an die Seitenlinie: Cheftrainer Adi Hütter.
Wechselt am Sonntag wieder von der Tribüne an die Seitenlinie: Cheftrainer Adi Hütter.

Adi Hütter über…

…das Viertelfinallos: SL Benfica ist ein tolles Los, ein großer Name und sicher einer der unangenehmsten Gegner. Ich freue mich, dass unsere Reise weitergeht. Luka Jovic freut sich auf seinen alten Verein, bei dem ihm der Durchbruch verwehrt geblieben ist. Er kennt das Umfeld, das Stadion und die Gegebenheiten.

…die veränderte Perspektive in Mailand: Zunächst möchte ich an dieser Stelle dem Team auch in der Öffentlichkeit gratulieren. Es war beeindruckend, was alle von der ersten Minute an gezeigt haben. Es hat von der Tribüne richtig Spaß gemacht, das mit anzusehen. Das Trainerteam um Christian Peintinger, Armin Reutershahn, Moppes Petz und auch Sportdirektor Bruno Hübner haben einen super Job gemacht. Ich hatte von der ersten Sekunde an ein gutes Gefühl und konnte das Spiel überraschend unaufgeregt verfolgen. Das zeigt, dass wir eine verschworene Einheit sind, sonst würden solche Leistungen nicht in dieser Häufigkeit vorkommen. An der Linie ist es manchmal sogar schwerer, Abstände richtig einzuordnen. Aber deshalb wünsche ich mir trotzdem keine Zukunft auf der Tribüne (lacht). 15 Minuten nach dem Spiel nicht in den Innenraum zu dürfen, fand ich übertrieben, aber ich habe es genossen, dann mit dem Team vor den Fans die Welle zu machen. Das geht unter die Haut.

…den Zustand der Mannschaft: Auf der einen Seite sind die Spieler total müde, das dürfen sie nach 90 Minuten Marschieren auch sein. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir im Gegensatz zu Mailand zwei Auswärtsspiele mehr und einen Tag weniger Pause hatten. Deshalb habe ich uns gestern auch im physischen Bereich überlegen gesehen, auch wenn wir mit unseren Chancen zu fahrlässig umgegangen sind. Wer gegen Inter in 180 Minuten kein Tor zulässt und in drei von vier Halbzeiten die bessere Mannschaft ist, hat es zweifellos verdient weiterzukommen.

…die Personalsituation: Die Beurteilung dessen überlasse ich zunächst unseren Ärzten. Sebastian Rode hat alles aus sich herausgeholt, Mijat Gacinovic hat einen Schlag abbekommen. Dafür wird Ante Rebic eventuell ein Thema für Sonntag werden, David Abraham möglicherweise auch.

…den Tabellenletzten 1. FC Nürnberg: Nürnberg zu unterschätzen, genau darin liegt die Gefahr. Ich habe grundsätzlich vor jeder Mannschaft Respekt. Die Statistik trügt. Einerseits haben sie vier von fünf Spielen verloren und die meisten Spiele eher knapp verloren. Der FCN hat sich unter Boris Schommers defensiv gesteigert, schaltet schnell um und agiert sehr kompakt. Deshalb hoffen wir, uns schnell erholen und regenerieren zu können, auch mental.


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