Morgen steht für unsere Profis die erste von zwei Samba-Einheiten auf dem Programm (1 Uhr MEZ). Mit dem Gegner Sao Paulo FC verbindet die Eintracht mehr als auf den ersten Blick vermutet.

Am offensichtlichsten sind sogleich die identischen Vereinsfarben, was aber zu kurz greifen würde. Angefangen beim Standort, der Stadt Sao Paulo, die als Herzkammer des brasilianischen Finanzmarktes gilt, vergleichbar also mit der Bedeutung der Bankenstadt Frankfurt für Deutschland. Wie eigentlich überall in Brasilien kennt die Faszination des runden Leders auch in der größten Stadt des Landes keine Grenzen. Nicht zuletzt, weil Sao Paulo mittlerweile 32 Meisterschaften eingefahren hat, wenn auch nicht alle davon durch den Futebol Clube, der sich mit sechs Titeln schmücken darf.

Gegen einen Titel würden sich die Anhänger des 1930 gegründeten Vereins gleichwohl nicht wehren. Nach dem Meisterschaftshattrick zwischen 2006 und 2008 herrscht auf diesem Gebiet nämlich weitgehend Ebbe. Die Ausnahme bildete 2012 der Gewinn der Copa Sudamericana, die in etwa das südamerikanische Pendant zur UEFA Europa League bildet. Ansonsten liegen die glorreichsten Zeiten ein paar Jährchen zurück, mit dem Gewinn der dritten Copa Libertadores, vergleichbar mit der UEFA Champions League, 2005 sowie des Weltpokals im gleichen Jahr als vorläufigem Gipfel. Mit insgesamt zwölf internationalen Trophäen gilt der Sao Paulo FC als kontinental erfolgreichste Mannschaft Brasiliens.

Von Sao Paulo nach Europa - und zurück

Der vorläufige Tiefpunkt erfolgte 2017 mit Platz 13, doch spätestens unter dem langjährigen Nachwuchscoach André Jardine, der 2018 den Cheftrainerposten übernahm, geht es wieder bergauf. In der im Dezember abgelaufenen Saison belegt der Sao Paulo FC Platz drei der Campeonato Brasileiro Série A. Maßgeblichen Anteil daran hatten etwa die Kreativgeister Diego Souza, Nene und Flügelstürmer Everton. Darüber hinaus haben sich die Brasilianer im Januar mit Mittelstürmer Pablo von Clube Atlético Paranaense verstärkt und freuen sich außerdem über die Rückkehr von Routinier und Eigengewächs Hernanes, der zwischen 2010 und 2017 für S.S. Lazio, Inter Mailand und Juventus Turin am Ball war und seither leihweise zwischen China und Sao Paulo gependelt ist.

Der zentrale Mittelfeldakteur ist nur einer von vielen namhaften Akteuren, die in der Vergangenheit Sao Paulo als Sprungbrett nach Europa genutzt haben. An dieser Stelle zu nennen wären etwa Lucas Moura (2013 zu Paris Saint-Germain), Miranda (2011 zu Atletico Madrid), Casemiro (2013 zu Real Madrid) oder Josué (2007 zum VfL Wolfsburg).

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