Adi Hütter ist sich der lockenden Aussicht aufs Halbfinale bewusst, verweist aber ebenso auf die Aufgaben in der Bundesliga. Auch zu außersportlichen Themen weiß der Cheftrainer zu berichten.

Adi Hütter über…

…den SV Werder Bremen: Grundsätzlich haben wir wie sieben weitere Mannschaften die Chance, nach Berlin zu kommen. Zunächst bietet sich uns die Möglichkeit, mit einem Sieg über Bremen ins Halbfinale einzuziehen. Werder ist immerhin die zweiterfolgreichste Mannschaft der DFB-Pokal-Geschichte. Es ist sicher verwunderlich, dass Werder auswärts mehr Punkte holt als zuhause. Ihr Spielansatz ist gut zu erkennen. Wenn sie aber wenige Treffer erzielen und viele kassieren, zeigt das, dass sie nicht in der Spur sind. Vergleichbar wie wir im November und Dezember.

…K.o.-Spiele als Zusatzmotivation: Wir haben auch in der Liga bewiesen, dass wir große Mannschaften schlagen können, wie zuletzt Leipzig. Sicher haben wir in K.o.-Duellen zuletzt Erfahrung gesammelt und möchten unseren Zuschauern auch morgen eine gute Leistung bieten. Grundsätzlich brauchen wir keine zusätzlichen Motivationsschübe, die Aussicht aufs Halbfinale genügt.

…die Spielverlegung in der Bundesliga: Ich habe Verständnis für die Meinung der Bremer, auf der anderen Seite sollte man auch empathisch denken. Wir haben in den vergangenen beiden Spielzeiten 28 internationale Spiele mehr als Werder absolviert. Die DFL hat so entschieden. Es ist klar, dass jeder für seinen Vorteil kämpft, aber es geht auch darum, den anderen Teams, die gegen den Abstieg spielen, einen gerechten Wettbewerb zu ermöglichen. Ob das für uns ein Vor- oder Nachteil ist, lasse ich dahingestellt.

…das Coronavirus: Das ist natürlich ein Thema, aber ein gesellschaftliches. Aber wir sind von unseren Ärzten gut aufgeklärt worden, gut informiert und wissen, was wir zu tun haben.

…die Personalsituation: David Abraham und Mijat Gacinovic haben am Montag Teile des Mannschaftstrainings mitgemacht. Ich hoffe, sie steigen heute zu 100 Prozent ein. Lucas Torró ist auch wieder dabei, Marco Russ, Gelson Fernandes und Bas Dost noch nicht. Ansonsten kann ich aus dem Vollen schöpfen. Bas stört es selbst am meisten, dass er nicht in der Form aufs Geschehen einwirken kann, wie er es sich vorstellt. Wir tun alles dafür, dass er so schnell wie möglich zurückkehrt.

…Djibril Sow: In wichtigen Spielen hat er immer gespielt, wenngleich er noch nicht das Leistungsmaximum erreicht hat, das ich von ihm kenne. Aber er ist ein wertvoller Spieler, der innerhalb der Mannschaft und des Vereins 100-prozentig akzeptiert ist. Ich wünsche mir, dass er noch die letzten Prozent rauskitzelt. Die Bundesliga ist sicher ein anderer Wettbewerb als die Schweizer Liga. Ich bin zufrieden mit ihm, aber er hat noch Potenzial.

...sein Zwischenfazit: Wir sind international im Achtelfinale und stehen im Viertelfinale des DFB-Pokals. Nur die Ausbeute in der Meisterschaft ist noch nicht 100-prozentig zufriedenstellend, dort haben wir den einen oder anderen Punkt zu wenig. Wir sind immer noch Eintracht Frankfurt und tanzen weiterhin auf drei Hochzeiten. Wir möchten in der Meisterschaft so schnell wie möglich in sicheren Gefilden landen. Kompliment an die Mannschaft, die wirklich in jedem Spiel versucht, an ihre Grenze zu gehen, was manchmal besser und manchmal weniger funktioniert. In der Bundesliga haben wir als nächstes drei harte Brocken vor der Brust. Trotzdem möchten wir so viele Punkte wie möglich holen.


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