Beim geselligen Abend der Schlappekicker-Aktion im Eintracht Frankfurt Museum erzählt Fredi Bobic, wie er vom impulsiven Spieler zum besonnenen Manager geworden ist.

Fredi Bobic griff im Rahmen der Schlappekicker-Aktion des Öfteren ins Nähkästchen.
Fredi Bobic griff im Rahmen der Schlappekicker-Aktion des Öfteren ins Nähkästchen.

Eintracht Frankfurt unterstützt seit vielen Jahren die Schlappekicker-Aktion, die sich für unverschuldet in Not geratenen Sportlerinnen und Sportler sowie Sportvereine und -initiativen einsetzt, die sich in besonderer Weise gesellschaftlich engagieren. Die Fußballer der Eintracht wurden schon vor dem Zweiten Weltkrieg durch die Unterstützung eines Hausschuhherstellers selbst als Schlappekicker bezeichnet, was Museumsdirektor Matthias Thoma bei seiner Begrüßung gewohnt humorvoll erzählte. Einst waren prominente Fußballer wie Alfred Pfaff, Richard Kreß, Bernd Hölzenbein und Jürgen Grabowski bei der jährlichen Weihnachtsfeier dabei, heute ist Rekordbundesligaspieler Karl-Heinz Körbel Schirmherr des einmal im Jahr verliehenen Schlappekicker-Preises.

Bobic in Plauderlaune

Am Montagabend stand Sportvorstand Fredi Bobic vor den geladenen Schlappekicker-Gästen Rede und Antwort. Arnd Festerling und Harald Stenger aus dem Schlappekicker-Vorstand moderierten, Stenger und Bobic verbindet eine gemeinsame Zeit als Pressesprecher beziehungsweise Spieler in der Nationalmannschaft. Festerling und Stenger schafften es, Bobic in Plauderlaune zu versetzen. Dabei erzählte der Sportvorstand, dass er nie polternd durch die Mixed-Zone laufen werde – auch nicht nach einem späten Gegentreffer zum 2:2 wie am vergangenen Sonntag gegen Werder Bremen. „Ich schaue das Spiel von der Tribüne aus, habe von dort einen guten Blick und sehe kritische Szenen sofort auf dem Bildschirm beim Blick in die Loge. Nach der Partie gebe ich jedem Spieler die Hand und tausche mich mit dem Trainerteam aus. Dabei ist es wichtig, besonnen zu reagieren und die Spieler auch erstmal in Ruhe zu lassen. Sie sind emotionsgeladen, ich bleibe ruhig und spreche sie erst nach einer Weile an“, sagte Bobic, der auch über die imposante Entwicklung der Eintracht in den vergangenen Jahren sprach und verriet, dass er sich mit Kaderplaner Ben Manga manchmal schon am Frühstückstisch austausche – „wir wohnen im selben Haus“.

Mit lang anhaltendem Applaus wurde Bobic verabschiedet, den Zuhörern hatte die Plauderstunde mit gelegentlichem Griff ins Nähkästchen offensichtlich gefallen. Einer von ihnen, ein von der Schlappekicker-Aktion seit Jahren unterstützter querschnittsgelähmter Ex-Turner, durfte sich über Bobics Einladung zu einem Spiel der Eintracht freuen. Aufseiten der Schlappekicker-Aktion war man zufrieden mit der Veranstaltung und bereitet nun die jährliche Preisverleihung im Römer Anfang Dezember vor.

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