Makoto Hasebe wird 35! Der erfahrenste Akteur des Kaders blickt auf eine bewegte Laufbahn zurück – und hat noch längst nicht fertig.

Immer wenn Adi Hütter in der Hinrunde Fragen zu seinem wuchtigen Angriffstrio beantworten sollte, drehte der Cheftrainer den Spieß kurzerhand um und antwortete mit der Bedeutung des einträchtigen Kollektivs. Angefangen in hinterster Instanz, bei Defensivstratege Makoto Hasebe. Am 18. Januar wurde „Hase“ 35 Jahre alt.

Der „Hase“ vor der Büffelherde sozusagen, schließlich beginnt auch kein Gebäudebau vom Dach an, sondern immer vom Grund auf. Von Haus aus ist der Japaner dabei nicht mal der geborene Innenverteidiger, darauf lassen allein die Körpermaße von 180 Zentimeter schließen.

Andererseits kann es kein Zufall sein, wenn das Fachmagazin „Kicker“ den Abwehrchef in seiner Winterrangliste als besten Innenverteidiger der Hinrunde in der Internationalen Klasse verortet. „Eigentlich bin ich ja eher ein Libero“, weicht Hasebe Nachfragen seiner persönlichen Selbsteinschätzung geschickt aus und verweist damit ungewollt auf eine Stammtischweisheit, wonach modern in erster Linie sei, was Erfolg verspreche. Der freie Mann galt längst als begraben, Hasebe selbst zu Saisonbeginn in der externen Wahrnehmung als Auslaufmodell. Doch der älteste Akteur des Kaders trotzte allen Unkenrufen und erwies sich in der Folge als unverzichtbarer Anker des immer besser in Fahrt kommenden Eintracht-Tankers, der schwer vom Fleck kam, aber einmal losgeschippert nicht mehr aufzuhalten war. Mit Hasebe im Zentrum holte Frankfurt in dieser Bundesliga-Saison im Schnitt 1,82 Punkte pro Spiel, so viele wie nie seit seinem Wechsel 2014 vom 1. FC Nürnberg. In der UEFA Europa League fiel die Ausbeute bekanntermaßen noch etwas höher aus.

Auszeichnungen, Vertragsverlängerung, ein halbrunder Geburtstag

Da sich der quietschfidele Methusalem der Truppe ausgerechnet im letzten Gruppenspiel bei S.S. Lazio am Oberschenkel verletzte, hatte er seinen größten Auftritt im zweiten Halbjahr 2018 gleichwohl in Zivil, am 16. Dezember unmittelbar vor dem Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen. Erst die Ehrung zu Asiens internationalem Fußballer des Jahres durch die extra ins Herzen von Europa gereiste Delegation der Asian Football Confederation (AFC), wenige Sekunden nach der ersten Jubelwelle die Verkündung der vorzeitigen Vertragsverlängerung bis 2020. „In Frankfurt und bei der Eintracht bin ich heimisch geworden. Ich bin glücklich darüber, noch ein weiteres Jahr Teil dieser wunderbaren Mannschaft sein zu dürfen“, tat der Vollprofi hinterher kund, ohne aufgesetzt zu wirken.

Man nimmt es ihm ab. Nunmehr zehneinhalb Jahre lebt Hasebe seit seinem Wechsel im Winter 2008 nach Wolfsburg in Deutschland.

Was Hasebe seitdem erlebt, gewonnen und nachgewiesen hat, erfahrt ihr im brandneuen Klubmagazin von Eintracht Frankfurt, der "Eintracht vom Main".


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