Die Eintracht hat das internationale Weiterkommen in eigener Hand. Ein Szenario, das vor der Partie nicht zu erwarten war. Die Gründe.

Durch die Mixed-Zone hallte laute Party-Musik, Timothy Chandler hatte sein breites Grinsen aufgesetzt, während Martin Hinteregger den Journalisten erklären wollte, warum die zweite ganz anders als die erste Halbzeit war. Goncalo Paciencia postete wenig später in den sozialen Medien, dass nur Daichi Kamada ein besserer Import aus Japan als Sushi sei, und auch Markenbotschafter Jan Aage Fjörtoft beglückwünschte das Team quasi weltweit und sprach seinen Stolz aus. Nach dem 2:1 beim Arsenal FC war die Stimmung bei den Adlerträgern und ihren Fans freilich gelöst. Denn auch Fredi Bobic hatte erkannt, dass die drei Pflichtspielniederlagen in Folge zuvor nicht so einfach aus den Knochen zu bekommen waren.

Es dauerte im Emirates Stadium rund 55 Minuten Bruttospielzeit, bis sich die Hessen von dieser Last befreit hatten. Dass es zu diesem Zeitpunkt „nur“ 1:0 für die Gastgeber stand, war das Glück für die SGE. Denn so war der Gegner noch in Schlagdistanz – trotz eines mutlosen Auftritts vor der Pause. Arsenal hatte reihenweise beste Chancen, versiebte aber alle – bis auf eine, als Aubameyang Torjägerqualitäten zeigte und in der Nachspielzeit der ersten Hälfte zum 1:0 einschoss. Es war die fünfte, vielleicht auch sechste oder siebte sehr gute Gelegenheit der Engländer, zum Torerfolg zu kommen. Frederik Rönnow und Arsenals Abschlusspech hatten die Eintracht im Spiel gehalten.

Irgendwelche Lebenszeichen von der Eintracht bis dato? Nahezu keine. Es fehlte laut Hinteregger an den „üblichen Eintracht-Tugenden“ wie Zweikampfstärke, Aggressivität und zwangsläufig dem Zusammenspiel mit den Fans, jene, die Trainer und auch Sportdirektor Bruno Hübner im Vorfeld angemahnt hatten. Stattdessen zeugten kaum 70 Prozent Passgenauigkeit und kein gefährlicher Torschuss eher davon, dass die Gäste harmlos und fehlerbehaftet und die Gunners dadurch Herr im bei weitem nicht ausverkauften Haus waren.

„Gewinnen und fertig“

Ballbesitz, Passquote, Torschüsse, Zweikampfquote – all diese Werte waren bei der Eintracht noch am Ende der 90 Minuten schlechter als die des Gastgebers. Dass es aber am Ende 2:1 nach Toren für die Eintracht stand, war einem japanischen Doppelpacker zu verdanken. Daichi Kamada, in der Bundesliga noch ohne Erfolgserlebnis, avancierte zum Mann des Abends. Erst aus 17 Metern mit links, dann aus 17 Metern mit rechts – der 23-Jährige zeigte bislang nur im Training gesehene Torjägerqualitäten. Denn in Pflichtspielen war ihm bislang für die Eintracht nur ein Treffer im DFB-Pokal vergönnt. Landsmann Makoto Hasebe sieht den Knoten nun geplatzt, denn er habe sich mit Kamada über dessen Torflaute viel unterhalten. „Er hat gesagt, dass er nach dem ersten auch bald das zweite und dritte machen wird“. Hat offensichtlich geklappt. Auch, weil er sich als filigraner (Schuss-)Techniker und gekonnter Körpertäuscher erwies.

Apropos Kamada: Hütter hatte seine Rolle nach der Pause verändert, da er mit André Silva einen nominellen Stürmer vom Platz genommen hatte. Die zwei Halbzeitwechsel, die taktische Umstellung und die Ansprache Hütters hatten offensichtlich ihren Anteil daran, dass die Frankfurter in der zweiten Halbzeit besser ins Spiel kamen. Vorstandsmitglied Axel Hellmann hätte trotzdem zur Pause „nicht viel auf uns gesetzt.“ Es kam anders, die Eintracht drehte die Partie im Emirates Stadium, in dem es ungewöhnlich leise war. Das gab den mitgereisten Frankfurter Fans die Gelegenheit, sich durch ihre Lautstärke vor dem Stadion auch im weiten Rund des 2006 fertiggestellten Stadions im Norden Londons Gehör zu verschaffen. Bemerkenswert.

Wie auch die Tatsache, dass die Eintracht es nun in eigener Hand hat, im Europapokal zu überwintern. Zwar gibt es Konstellationen, in denen der Taschenrechner angeworfen werden müsste – all das ist aber Makulatur, wenn die Eintracht am 12. Dezember ihr Heimspiel gegen den bereits ausgeschiedenen Vitória SC siegreich gestaltet. „Wir wollen unsere Partie gewinnen und fertig“, fasst es Sportdirektor Bruno Hübner kompakt zusammen. Bei einem Sieg ist das Team von Adi Hütter sicher für das Sechzehntelfinale qualifiziert – sogar Rang eins ist dann noch möglich. Sollte das passieren, wird’s sicherlich laut in der Commerzbank-Arena. Und das nicht nur durch Musik abspielende Adlerträger in der Mixed-Zone oder den harten Kern der Anhänger vor der Arena, sondern durch fast 50.000 feiernde Fans im Stadion.

Die Pressekonferenz vor dem Spiel – präsentiert von Krombacher

Krombacher präsentiert die Pressekonferenz vor dem Bundesligaspiel.
Krombacher präsentiert die Pressekonferenz vor dem Bundesligaspiel.

Die letzten Informationen vor dem Bundesligaspiel erhaltet ihr auf der Pressekonferenz mit Cheftrainer Adi Hütter. Live zu sehen auf EintrachtTV und Facebookpräsentiert von Krombacher.

UEFA Europa League: Arsenal FC - Eintracht Frankfurt

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