Mit seinem Fünferpack gegen Fortuna Düsseldorf im Oktober brach Luka Jovic mit einem Streich zahlreiche Rekorde. Es sollte keine Eintagsfliege bleiben.

Dass sich mit Real Madrid der erfolgreichste Verein der jüngeren Vergangenheit die Dienste des Torjägers sicherte, ist einerseits ein Verlust, andererseits auch als Auszeichnung zu verstehen. Der Leistungsnachweis hat sich gewaschen.

Allein mit jenem Fünferpack trug sich der 21-Jährige dreifach in die Bundesliga-Geschichtsbücher ein. Erstens löste der Serbe kurzerhand den einstigen Viererpacker Anthony Yeboah als in einem Spiel erfolgreichsten Frankfurter ab, zweitens war er damit der erste Serbe, der überhaupt mehr als zwei Treffer erzielt hat. Und drittens avancierte der Balkan-Bomber zum jüngsten Fünferpacker.

La Vida Luka

Und übertrumpfte zeitweise den wahrhaftigen Bomber der Nation, indem Jovic für seine ersten 20 Bundesligatore weniger Minuten benötigte als ein gewisser Gerd Müller. Während die deutsche Legende dafür durchschnittlich 105 Minuten benötigte, waren es bei Jovic derer 97. Nachdem Jovic in der Hinrunde gegen den VfL Wolfsburg im 13. Spiel sein zehntes Saisontor erzielt hatte, gab es nur einen, der in einem vergleichbaren Szenario ebenfalls jünger als 21 war: Gerd Müller.

Überhaupt zeichnete den Torjäger eine weitgehende Konstanz aus: Kein Frankfurter traf national häufiger als der 17-malige Jovic, der obendrein extrem schwer auszurechnen war: acht Buden gelangen mit rechts, sechs mit links, drei per Kopf. In letzterer Disziplin liegt der Nationalspieler gleichauf mit Kopfballungeheuer Goncalo Paciencia. Acht Vorlagen, die drittmeisten bei der Eintracht, tun ihr Übriges zu 25 Scorerpunkten, nur Sébastien Haller hat einen mehr. In der ligaweiten Torjägerliste lagen nur Robert Lewandowski (22) und Paco Alcacer (18) vor Jovic, dem so etwas wie Torschusspanik fremd zu sein scheint. 94 Abschlüsse sind teamintern spitze, ligaweit nur von drei Akteuren überboten. 135 Torschussbeteiligungen suchen im Eintracht-Kader ebenfalls ihresgleichen wie seine 23 Kopfbälle auf das gegnerische Gehäuse. Deshalb kommt es nicht von ungefähr, dass Jovic nach dem 43 Mal unfair gestoppten Haller der meistgefoulte Frankfurter war (42). Gelang das nicht, traf Jovic nicht nur häufig, sondern oftmals auch schön. Zwei Auszeichnungen zum Tor der Monate April und Oktober 2018 dienen als Bestätigung dessen.

Die europäische Beletage auf sich aufmerksam machte der Youngster nicht zuletzt in der UEFA Europa League, in der Jovic zehn Mal netzte, so häufig wie von allen Bundesligaakteuren vor ihm nur Klaas-Jan Huntelaar. Im laufenden Wettbewerb traf einzig Chelseas Olivier Giroud ein Mal öfter. Seine Quote in der UEFA Europa League wird Jovic in Zukunft schwer nach oben schrauben können. Ab sofort ist die Königklasse das Maß aller Dinge.


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