Die Eintracht geht in der Schlussphase durch de Guzman in Führung (78.), fängt sich in Wolfsburg aber in der 90. Minute das 1:1.

Die Hausherren sind gerade in der zweiten Halbzeit einem Treffer wesentlich näher, ehe der eingewechselte Jonathan de Guzman den Spielverlauf auf dem Kopf stellt. Der Ausgleich durch John Anthony Brooks ist vermeidbar, spiegelt aber die Spielanteile am ehesten wider.

Ausgangssituation: Matchball in der Autostadt

Die Ergebnisse des 30. Spieltags, insbesondere das 1:2 von Mönchengladbach gegen Leipzig, hatten die Chance geschaffen, den Vorsprung auf Platz fünf auf vier Punkte auszubauen. Gleichzeitig waren Hoffenheim und Leverkusen nach ihren Siegen der Eintracht auf die Pelle gerückt. In diesen Kreis der Verfolger wollte auch der VfL Wolfsburg mit einem Heimsieg vorstoßen.

Personal: Torró für Fernandes, Paciencia für Rebic

Im Vergleich zum fünf Tage zurückliegenden Europapokalabend beließ es Adi Hütter bei zwei Änderungen in der Startelf. So blieb die Dreier-/Fünferkette vor Kevin Trapp unverändert. Dagegen erhielt in vorderster Front der leicht an der Wade lädierte Ante Rebic eine Pause und Goncalo Paciencia seine Chance von Beginn an. Den Gelb-Rot-gesperrten Gelson Fernandes ersetzte Lucas Torró. Es war für den lange verletzten Spanier das erste Match von Beginn an seit dem 19. Oktober, dem 7:1 gegen Fortuna Düsseldorf.

Schleppender Beginn, wachsamer Trapp

Die ersten Minuten übernahmen die Gäste das Kommando und hatten wesentlich mehr vom Spiel. Da die Wölfe enorm das Zentrum verdichteten, versuchten die Hessen ihr Glück über die Außen. Die zahlreichen Flanken fanden aber selten einen Abnehmer. Die erste Chance gehörte wiederum den Hausherren, als ein langer Ball zu Yannick Gerhardt gelangte, der querlegte auf Wout Weghorst und Makoto Hasebe an alter Wirkungsstätte für den geschlagenen Trapp auf der Linie rettete. Es war das letzte Mal, dass der Nationaltorhüter auf die Hilfe seiner Vordermänner angewiesen war, vielmehr hielt Trapp den Adlern in der Folge die Null. Denn nach einer Viertelstunde erhielt der VfL allmählich größere Spielanteile, die sich bis zur Pause in einer Drangphase verstetigten. Zunächst tauchte Ahmed Mehmedi nach einem Steilpass alleine vor dem Kasten auf, fand aus spitzem Winkel aber in Trapp seinen Meister (34.). Zwei Zeigerumdrehungen später scheiterte Weghorst volley an Trapp (36.). Quasi im Gegenzug verfehlte der durchgestartete Filip Kostic das lange Eck nur um Zentimeter (37.). Auch wenn der VfL gegen Ende gefühlt gefährlicher war, gehörte die letzte große Gelegenheit vor der Pause Frankfurt, als Paciencia eine abermalige Flanke von Rode hart auf das Gehäuse köpfte, Pavao Pervan aber aus kürzester Distanz eine Glanzparade zeigte (40.).

Alu-Glück und goldenes Händchen

Auch nach dem Seitenwechsel mochte bei den Gästen nicht allzu viel zusammenlaufen, auch weil die Adler mit dem Ball oftmals zu hektisch agierten und das Spielgerät im Handumdrehen wieder hergaben. Dagegen wurden die Wölfe immer bissiger und schnupperten gerade nach Kontern und Ecken mehrfach an der Führung. Zunächst köpfte Robin Knoche einen Eckball Mehmedis an die Unterkante der Latte (57.), wenig später traf Maximilian Arnold aus dem Hinterhalt den linken Pfosten (64.). Nur kurz darauf gelangte ein weiterer Eckstoß vor die Füße von Weghorst, doch Trapp klärte das Leder mit beiden Handflächen zu einer von insgesamt 13 VfL-Ecken (66.). Chefcoach Hütter reagierte und brachte mit Rebic und Jonathan de Guzman zwei frische Kräfte und bewies damit ein goldenes Händchen, weil in der Schlussviertelstunde ein abgefälschter Schuss von Filip Kostic vor den Füßen de Guzmans landete, der aus halbrechter Position überlegt flach zum 1:0 für Frankfurt einschob (78.). Folglich warfen die Grün-Weißen ob des auf den Kopf gestellten Spielverlaufes nochmal alles nach vorne und bestraften einen Ballverlust im Vorwärtsgang mit dem 1:1 in letzter Minute durch den vorgestürmten Innenverteidiger John Anthony Brooks, der einen Querpass des nicht zu haltenden Felix Klaus verwertete (90.).

Fazit: Gerechtes Resultat

Im Spiel der Eintracht fanden sich unverhältnismäßig viele Ungenauigkeiten wieder, was nicht zuletzt zulasten der offensiven Durchschlagskraft ging. Das Defensivverhalten war nicht mustergültig, aber solide, über ein Gegentor hätten sich die Gäste sicher nicht beschweren dürfen. Dass ein solches ausgerechnet nach der zu jenem Zeitpunkt schmeichelhaften Führung das Unentschieden markierte, ist in der Chronologie der Ereignisse zwar unglücklich, spiegelte aber die Kräfteverhältnisse auf dem Rasen am ehesten wider.

So spielte die SGE:                                

Trapp - Abraham, Hasebe, Falette - Da Costa, Rode (69. de Guzman), Torró, Gacinovic, Kostic - Jovic (69. Rebic), Paciencia (90. + 1 Toure).

Tore:

0:1 de Guzman (78.)
1:1 Brooks (90.)

30. Spieltag: VfL Wolfsburg - Eintracht Frankfurt

Bildergalerie starten: Klicken Sie auf ein Bild
Teilen
Funktionen