Kevin Trapp erlebte im Eintracht-Trikot einen kometenhaften Aufstieg. Drei Jahre nach seinem Wechsel zu Paris kehrt er nun wieder zurück zu seiner alten Liebe.

"Dieser Verein ist etwas ganz Besonderes, und ich werde euch alle vermissen. Ich hoffe, dass wir uns irgendwann wiedersehen." 2015 verabschiedete sich Torhüter und Publikumsliebling Kevin Trapp mit diesen Worten in einer emotionalen Videobotschaft von den SGE-Fans und erntete von der Eintracht-Anhängerschaft dafür viel Anerkennung und Respekt. Heute, knapp drei Jahre später, ist die Zeit für das Wiedersehen gekommen. Der Keeper ist zurück im Main.

Einchecken in Gerrys Flugschule

Der gebürtige Saarländer Kevin Trapp lernt das Fußballspielen auf dem Dorf, bis er im Alter von 15 Jahren zum FC Kaiserslautern wechselt. Hier wird er unter anderem von Torwarttrainerlegende Gerald "Gerry" Ehrmann ausgebildet. Keeper wie Roman Weidenfeller, Tim Wiese, Florian Fromlowitz und Tobias Sippel lernten in der harten aber vielversprechenden Ehrmann-Torwartschule. Noch heute spricht Schüler Trapp in höchsten Tönen von seinem Mentor. "Ehrmanns größtes Motto heißt: 'Hab keine Angst vor Fehlern'. Das prägte er mir immer wieder ein. Er ist ein extrem wichtiger Teil meiner Karriere, mit ihm fing alles an."

Als die Roten Teufel in die 2. Liga absteigen, wechselt der Keeper an den Main. Die Fußstapfen, die er bei der Eintracht vorfinden sollte, könnten größer kaum sein. Denn als Trapp kommt, sorgt er für eine Wachablösung im SGE-Kasten. Er verdrängte keinen geringeren als den "ewigen" Oka Nikolov auf die Bank.

Tolle Zeit mit Rückschlägen

Der Wechsel im Eintracht-Tor zahlt sich für beide Seiten aus: In der ersten Saison mit Trapp qualifiziert sich die Eintracht für die UEFA Europa League, auch Nationalcoach Joachim Löw hat den U21-Nationalspieler auf dem Zettel. Doch die Zeit bei der Eintracht verläuft trotz ausgezeichneter Leistungen nicht immer ohne Probleme, weil Trapp gelegentlich mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hat.

Der damalige Eintracht-Kapitän lernt seine eigene Verwundbarkeit kennen und wird "demütiger", wie er zugibt. Als er ins Frankfurter Tor zurückkehrt, hat der Torwart abgenommen, ist fit wie nie - und hungrig nach Erfolg. Im Februar 2015 unterschreibt Trapp für vier weitere Jahre bei der Eintracht und formuliert klare Ziele: "Ich will international spielen und in die Nationalmannschaft kommen".

Seriensieger mit PSG

Wenig später verabschiedet sich Trapp deshalb von der Eintracht und wechselt zum europäischen Topklub Paris St. Germain. Die ersten beiden Spielzeiten laufen wie geschmiert. Als Stammkeeper spielt Trapp nicht nur in der UEFA Champions League, sondern wird zweimal Pokalsieger und gewinnt einmal die französische Meisterschaft.

Doch in der vergangenen Runde verliert der Rechtsfuß überraschend den Platz zwischen Pfosten an den konkurrierenden Torsteher Alphonse Areola. Neuer Torwart, der Erfolg bleibt: wieder Pokalsieger, wieder französischer Meister - doch dieses Mal mit Kevin Trapp auf der Bank. In diesem Sommer schlägt PSG dann nochmal auf dem Transfermarkt namenhaft zu und zieht die spielende Torwart-Legende Gianluigi Buffon an Land.

Eine Win-Win-Situation

Trapp, der sich mit 28 Jahren im besten Fußballalter befindet, tritt nun die Rückkehr zur Eintracht nach Frankfurt an. Ein Wiedersehen, dass bei Trapp und bei vielen Fans für Freude sorgt. Und eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Trapp, der stets freundschaftliche Verbindungen nach Frankfurt gepflegt hat, kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück, an der er tolle Zeiten erlebt hat und die ihm eine neue sportliche Perspektive bietet. Die Eintracht wiederum bekommt einen Torwart von Top-Format, der Frederik Rönnow die nötige Zeit geben kann, wieder vollständig fit zu werden und diesen anschließend mit seiner riesigen Erfahrung unterstützen kann.

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