Der FC Basel reist ausgeruhter zum Hinspiel nach Frankfurt, als ihm lieb wäre. Die Eintracht hat mit einer ganz anderen Art der Balance zu kämpfen.

Die Eintracht und den FC Basel eint derzeit die Suche nach dem richtigen Rhythmus. Auf der einen Seite die SGE, die im DFB-Pokal und in der UEFA Europa League zuletzt glänzte, dafür aber in der Liga aus dem Tritt geraten ist. Neben einer unnötigen 1:2-Heimniederlage gegen Union Berlin setzte es zuletzt in Dortmund und Leverkusen jeweils ein 0:4. Es hat den Eindruck, dass die Adler die PS aus den Pokalpartien momentan im Ligaalltag und speziell auswärts zu selten die Straße bringen.

Auf der anderen Seit hat der FC Basel ein ganz anderes Problem. Wegen des Coronavirus hat der Schweizer Bundesrat zunächst bis zum 15. März Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen untersagt. Die Swiss Football League hatte sich daraufhin gegen Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit entschieden und zunächst drei Spieltage ausgesetzt.

Ausgeruht und ausgebremst

Die beiden am Donnerstagabend in der Commerzbank-Arena aufeinandertreffenden Kontrahenten hatten folglich zuletzt mehr Freizeit als ihnen lieb sein konnte. Die Geschichte der Adlerträger mit der Verschiebung des Spiels in Salzburg um einen Tag und die daraus resultierende Neuansetzung des Spiels in Bremen ist hinlänglich bekannt. Die Grenzstädter haben aufgrund der nationalen Gegebenheiten sogar seit dem Rückspiel der Round of 32 gegen APOEL Nikosia am 27. Februar in der Zwischenrunde der UEFA Europa League kein einziges Pflichtspiel mehr absolviert.

Um die zweiwöchige spielfreie Zeit zwischen dem Heimspiel gegen Nikosia und dem Gastspiel am Main möglichst gut zu überstehen, hat der FC Basel wenigstens seine Trainingssteuerung etwas angepasst. „Wir versuchen zumindest im Training richtig Gas zu geben, um fit zu sein für das Spiel in Frankfurt“, ließ FCB-Coach Marcel Koller kürzlich auf der Homepage der Rot-Blauen wissen. Viel mehr kann der kommende Gegner aktuell nicht tun, der so zumindest ausgeruht nach Hessen reist. Um dennoch nicht komplett ohne Spielpraxis die internationale Bühne zu betreten, fand am Samstag zuschauerloser Test gegen Schaffhausen statt, zu Simulationszwecken inklusive Stadionsprecher und Videowand.

Duell mit dem Förderer

Mit dem FCB trifft Eintracht Frankfurt zum ersten Mal seit 1988 wieder in einem Europapokalwettbewerb auf einen Gegner aus der Schweizerischen Eliteliga. Gegen den Grasshopper Club Zürich genügte damals nach einem 0:0 im Auswärtsspiel ein 1:0-Erfolg im Rückspiel vor heimischer Kulisse. Durch das Tor des Tages von Dirk Bakalorz zogen die Hessen in die zweite Runde des Europapokals der Pokalsieger ein und schalteten damit auch einen Verteidiger aus, der 2001 nach Frankfurt zurückkehren sollte, um bei immerhin 28 Spielen beim damaligen Zweitligisten an der Seitenlinie zu stehen. Martin Andermatt, von dem hier die Rede ist, bestritt 13 Jahre vor seinem Engagement in der Mainmetropole beide Duelle mit den Adlerträgern über die volle Distanz. Im Gegensatz zu seinem Landsmann Marcel Koller, der damals beide Male nicht im Kader stand und heute Trainer beim kommenden Gegner der Eintracht ist. Die meisten Fußballfans in Deutschland kennen den Schweizer wohl vor allem aus seiner Zeit beim VfL Bochum, den er 2006 sensationell in die Bundesliga geführt hat. 

In Frankfurt haben zwei Akteure eine ganz besondere Beziehung zum Cheftrainer des kommenden Widersachers, denn sie gaben unter dem Schweizer ihr Debüt in der österreichischen Nationalmannschaft. Gemeint sind Martin Hinteregger und Stefan Ilsanker, die unter dem gebürtigen Züricher 27 respektive 26 Länderspiele machten und dabei unter anderem auch an der Europameisterschaft 2016 in Frankreich teilnahmen. Für beide wird das Wiedersehen mit ihrem alten Förderer sicher herzlich ausfallen, Geschenke soll es allerdings allenfalls außerhalb des Platzes geben.

Rückspiel nicht in Basel

Derweil gab der FC Basel bekannt, dass das Rückspiel am 19. März nicht im St. Jakobs-Park in Basel stattfinden wird. In der Mitteilung heißt es wörtlich:

Die Kantonspolizei Basel-Stadt hat nach Rücksprache mit dem Kantonalen Krisenstab entschieden, dieses Fussballspiel nicht zu bewilligen – dies mit Blick auf den Gesundheitsschutz der Bevölkerung und vor dem Hintergrund der behördlichen Maßnahmen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, sowie die Arbeitslast der Sanität Basel.

Hinspiel ohne Zuschauer

Das Gesundheitsamt Frankfurt hat Eintracht Frankfurt am Mittwochnachmittag über eine neue Infektionslage des Coronavirus, insbesondere im Kanton Basel und dem angrenzenden französischen Elsass, informiert. Auf dieser Basis hat das Gesundheitsamt nun verfügt, dass das Achtelfinalhinspiel der UEFA Europa League am Donnerstag zwischen Eintracht Frankfurt und dem FC Basel unter Ausschluss von Zuschauern stattfinden muss.

Weitere Informationen.

Zum Spiel

Anstoß: Donnerstag, 12. März, 18.55 Uhr, UEFA Europa League 2019/20, Round of 16, Hinspiel.
Stadion: Commerzbank-Arena, Frankfurt.
Hörtipp: EintrachtFM überträgt das Europapokalspiel gegen den FC Basel live.
TV-Tipp: Auf DAZN ist die Partie in voller Länge zu sehen.

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