Die Entwicklung der U19 glich in der vergangenen Saison einer Wundertüte. Stabile Phasen wechselten sich mit überraschenden Ausrutschern ab. Als es darauf ankam, war die Mannschaft da.

Das befand auch Marco Pezzaiuoli nach dem starken wie spannenden Saisonfinale beim FC Ingolstadt, als der Interimstrainer „die großartige Moral der Truppe“ hervorhob. „Die Jungs waren da, als es darauf ankam und haben sich auch von personellen Rückschlägen nicht aus der Bahn bringen lassen.“ Das traf auf den Torschützen und nach einer Stunde mit Rot bedachten Justin Kabuya ebenso zu wie generell in der Saison die wiederkehrenden Ausfälle von Leistungsträgern, beispielsweise Kapitän Nils Stendera. Auch auf den defensiven Außenbahnen war die Not öfters groß und zwang die Trainer zu Improvisationsmaßnahmen. Umso bemerkenswerter war es, wie in den letzten Wochen zeitweise ein nominelles B-Jugend-Trio, Fynn Otto, Mason Judge und Felix Irorere, das im Defensivzentrum auflief.

Aus der Not eine Jugend gemacht

Tatsächlich schien die wankelmütige Hinrunde im zweiten Halbjahr bald in geordneten Bahnen zu laufen. Nach dem Trainerwechsel von Tomislav Stipic hin zum Technischen Direktor Pezzaiuoli Anfang März blieben die Riederwälder vier Mal ungeschlagen, zwei Remis folgten zwei Siege. Doch dann das böse Erwachen in Mainz, als die Hessen eigentlich eine Halbzeit lang ebenbürtig agierten, aber durch je einen Elfmeter vor und nach der Pause mit 0:2 ins Hintertreffen gerieten und beim Tabellenzweiten letztlich ein 0:5 verdauen mussten. Nach dem darauffolgenden 1:3 gegen Bayern München garantierten an besagtem letzten Spieltag nur drei Punkte den Klassenerhalt, da die ersten Verfolger aus Kaiserslautern und Nürnberg die Eintracht mit eigenen Siegen hätten überholen können – und dies im Nachhinein getan hätten, hätten sich die Hessen bei den aufstrebenden Bayern nicht von ihrer kämpferisch, taktisch und über weite Strecken auch spielerisch bestmöglichen Seite gezeigt.

Dass dies nicht immer der Fall war, hing neben personeller auch teilweise systematischer Inkonstanz zusammen. Spätestens unter Pezzaiuoli setzten die Frankfurter wird konsequent auf das anfangs propagierte 4-3-3-System, mit aggressivem Forechecking und schnellen Umschaltmomenten, das sich gegen den Ball zum 4-2-3-1 verwandelte. Allein aufgrund zuvor sich nicht eingeschliffener Automatismen gelang bis zum Schluss spielerisch nicht immer alles, was nicht zuletzt im mit 0:2 verlorenen Hessenpokal-Finale gegen Kickers Offenbach offensichtlich wurde. Das Verpassen des DFB-Junioren-Vereinspokals war im Zweifel aber das geringere Übel.

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