Vor 60 Jahren wurde er Deutscher Meister mit der Eintracht, später startete er seine zweite Karriere ebenso am Riederwald. Friedel Lutz feiert am heutigen Montag seinen 80. Geburtstag.

Als Friedrich Lutz am 21. Januar 1939 in Vilbel geboren wird, ahnte noch niemand, dass er den größten Teil seines Lebens bei Eintracht Frankfurt verbringen würde. Nach der Schule absolvierte er eine Lehre als Schlosser und wusste noch nicht so genau, ob er lieber kicken oder doch nur rennen sollte. 10,9 Sekunden über 100 Meter, das war schon ein Pfund. Doch die Liebe zum Lederball setzte sich durch, als 18-Jähriger kam Lutz, dessen Heimatstadt inzwischen Bad Vilbel hieß, zu den Adlerträgern.

Und schon bald war der pfeilschnelle Verteidiger nicht mehr aus dem Team der Frankfurter wegzudenken. 1959 Deutscher Meister nach dem Finalsieg in Berlin gegen Kickers Offenbach, 1960 das sagenhafte Finale im Europapokal der Meister, das in Glasgow sehr ehrenvoll gegen das Ausnahmeteam von Real Madrid mit 3:7 verloren wurde. Lutz hatte da die undankbare Aufgabe, den ebenfalls pfeilschnellen Gento zu bewachen, der dann auch nur einen Treffer erzielen konnte. Die Karriere von Friedel, wie er längst überall gerufen wurde, ging steil nach oben. Und noch heute erinnert er sich gerne an die vielen Reisen und Erfolge aus dieser Zeit.

Vielspieler und Vizeweltmeister

Natürlich auch an die WM 1966,  als Deutschland Vizeweltmeister wurde. Im Halbfinale (2:1 gegen die Sowjetunion) vertrat er den verletzten  Horst-Dieter Höttges erfolgreich. Im Finale gegen England durfte wieder Höttges ran, dessen Gegenspieler Geoff Hurst gleich dreimal traf, wie Friedel Lutz, der insgesamt zwölffache Nationalspieler, gerne schon mal mit einem Grinsen anmerkt.

Friedel Lutz brachte es zwischen 1957 und 1973 auf 324 Oberliga- und Bundesliga-Spiele im Eintracht-Trikot (acht Tore) sowie 38 Begegnungen im DFB-Pokal. Zwölf Einsätze in europäischen Wettbewerben kamen hinzu. Ein Jahr war er der Eintracht untreu geworden, schloss sich für die Saison 1966/67 dem TSV 1860 München an. Warum? „Für das Geld hätte ich bei der Eintracht vier Jahre spielen müssen.“ Als er sich 1972 im Abschlusstraining vor dem Spiel gegen die Bayern einen Achillessehnenriss zuzog und somit unfreiwillig sein Karriereende einläutete, sprang ein gewisser Karl-Heinz Körbel in die Bresche. „Er war damals ein Vorbild für mich“, sagt Körbel heute, vor der Saison war er als 17-Jähriger zur Eintracht gekommen.

Rückkehr an den Riederwald

Aber der Adler ließ Friedel Lutz nie los. Auch nicht, als er 1974 seine aktive Karriere bei TuS Makkabi Frankfurt und der Spvgg. Neu-Isenburg ausklingen ließ. 1995 kehrte er an den Riederwald zurück, wurde Nachfolger des Urgesteins Toni Hübler. Rund acht Jahre arbeitete er als Zeugwart, hatte Spaß daran, den jungen Spielern ihr Profi-Dasein etwas zu erleichtern. Wenn es seine Arbeit zuließ, beobachtete er das Training, lernte so die Spieler besser kennen, für die er häufig fachliche oder auch persönliche Tipps parat hatte. Doch nach draußen ließ er nie etwas durchdringen. "Der Schweiger" wurde er von manchen Journalisten anerkennend genannt. Und wie im Fall Körbel war er auch hier „Lehrmeister“ für einen, der auf dieser Position eine Ära prägte und prägt: Franco Lionti fing seinerzeit ebenso am Riederwald an und ist nun schon seit über 20 Jahren Materialwart.

Friedel Lutz gehört zu den ganz großen Eintracht-Koryphäen. Wer die Internet-Seite eintracht-stats.de besucht, der findet dort auch eine in Zusammenarbeit mit den Usern aufgestellte Jahrhundert-Elf. Sie lautet: Stein - Lutz, Pezzey, Körbel - Grabowski, Bein - Nickel, Möller, Falkenmayer - Yeboah, Hölzenbein. Die Créme de la Créme also.

An diesem Montag feiert Friedel Lutz seinen 80. Geburtstag. Wo? Natürlich in der Commerzbank-Arena. Herzlichen Glückwunsch und alles Gude, Friedel!

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