Der FC Augsburg gehört seit bald einem Jahrzehnt ununterbrochen der Bundesliga an. Damit das so bleibt, muss der Gastgeber zunächst die Schleusen schließen.

Situation

Drei Bundesligaspiele, ein Punkt – hinzu kommt das Aus im DFB-Pokal beim Regionalligisten SC Verl. Der FC Augsburg und Trainer Martin Schmidt haben einen klassischen Fehlstart in die Saison 2019/20 hingelegt. Nie ist die Punkteausbeute der Fuggerstädter in der Beletage des deutschen Fußballs nach drei Spieltagen niedriger ausgefallen. Mit neun Gegentoren hat der FCA sogar einen neuen Vereinsnegativrekord aufgestellt. Um die Gegentorflut zu stoppen, hat der FCA kurz vor Toresschluss nochmals in der Defensivabteilung nachgelegt. Mit Stephan Lichtsteiner konnten die bayerischen Schwaben dabei auch einen international erfahrenen Spieler, der unter anderem mit Juventus Turin sieben Mal die italienische Meisterschaft holte und mit Arsenal im Mai diesen Jahres im Finale der UEFA Europa League stand, für sich gewinnen. Im Verbund mit den anderen neuen Tin Jedvaj (Bayer 04 Leverkusen) und Felix Uduokhai (VfL Wolfsburg) soll der allerdings gegen Frankfurt gelb-rot-gesperrte Routinier die Defensive stabilisieren, um die nötigen Zähler für den neunten Klassenerhalt hintereinander zu sammeln.

Formkurve

Bereits zum Ende der vergangenen Saison befand sich Augsburg in einer veritablen Ergebniskrise. Auf das fulminante 6:0 gegen den späteren Absteiger VfB Stuttgart am 20. April folgten vier sieglose Spiele zum Rundenende, darunter die empfindliche 1:8 Niederlage am letzten Spieltag in Wolfsburg. Somit ist der FCA nun saisonübergreifend seit acht Pflichtspielen sieglos.

Trainer

Martin Schmidt trat nach Bundesligastationen in Mainz und Wolfsburg am 10. April die Nachfolge von Manuel Baum an. Dieser hatte nach einer 0:4-Heimniederlage gegen die TSG Hoffenheim gehen müssen, als der Vorsprung auf den Relegationsrang auf vier Punkte zusammengeschmolzen war. In der ersten Partie als Verantwortlicher an der Seitenlinie konnte er zum Leidwesen der Adlerträger mit seiner Mannschaft einen 3:1-Erfolg einfahren und somit drei Punkte aus der Commerzbank-Arena entführen. In der laufenden Saison möchte der gelernte Automechaniker und Taktikfuchs Schmidt – ein Anhänger von Tempospiel und schnellem Umschalten – seine Mannschaft stabilisieren und das Offensivspiel seiner Mannschaft verbessern, ist momentan jedoch dazu gezwungen, zuvorderst die hohe Anzahl an Gegentoren in den Griff zu bekommen.

Taktiktafel

An den ersten drei Spieltagen agierten Schmidts Mannen im 4-2-3-1-System. Vor der Abwehrkette agierte neben FCA-Urgestein Daniel Baier der vom FC Dallas nach Augsburg transferierte Carlos Gruezo. Im Sturmzentrum versuchte sich als Zielspieler der vom SC Freiburg verpflichtete Florian Niederlechner. Mit Zuspielen versorgen sollen ihn die schnellen Außen Ruben Vargas und André Hahn sowie Michael Gregoritsch, der aufgrund seiner Größe von 1,93 Meter und der damit einhergehenden Kopfballstärke nicht nur in der Rolle als Spielgestalter, sondern auch immer wieder als zweite Spitze in der Box für Unruhe sorgt. Bei der 2:3-Niederlage in Bremen am vergangenen Spieltag agierten die beiden Flügelspieler Vargas und Marco Richter zurückgezogener, um die Kompaktheit im Mittelfeld zu erhöhen und auch bei eigenem Ballverlust schnell wieder in die Ordnung zu finden.

Spieler im Fokus: Marco Richter

U21-Vizeeuropameister Marco Richter kann gut und gerne als der Shootingstar beim kommenden Gegner durchgehen. Obwohl er bereits am 14. Oktober 2017 beim Auswärtsspiel in Hoffenheim im Oberhaus debütierte, blieb ihm der große Durchbruch bis zur Rückrunde der vergangenen Saison verwehrt. Dieser gelang ihm ausgerechnet, als er in der Commerzbank-Arena den von Gonçalo Paciencia für die Eintracht erzielten Führungstreffer mit einem Doppelschlag in eine 2:1-Führung für die Augsburger drehen konnte. Es war zugleich der erste Bundesligadoppelpack seiner Karriere. Bei der U21-Europameisterschaft – bei der der deutsche Nachwuchs bis ins Finale vordringen konnte – stand er in allen drei Vorrundenspielen in der Startelf von Trainer Stefan Kuntz. Mit je drei Toren und Vorlagen spielte er sich den Fokus und ist dabei, sich einen Namen zu machen.

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