10 Tage waren Zeit, aber sechs Sekunden vor Schluss kam das entscheidende Gebot: Fans von Eintracht Frankfurt haben für 2096,59 Euro im Internet-Auktionshaus eBay einen Platz auf der Trainer-Bank von Union Berlin ersteigert. Jetzt soll beim Spiel Union-Eintracht am 16. November eine Kultfigur aus der Frankfurter Fanszene zwischen Berliner Trainer und Ersatzspielern Platz nehmen: "Wir machen den Adelmann zum Hauptmann von Köpenick!", sagt einer der Mit-Initiatoren mit dem Spitznamen zico_b. "Adelman" heißt eigentlich Manfred Adelmann, ist 45 Jahre alt und Lagerarbeiter am Frankfurter Flughafen. Doch die Eintracht-Fans kennen ihn nur als Adi Adelmann, den Fan, der bei keinem Spiel der Profis und der Amateure fehlt. Und der im Siegesrausch auch schon mal seine Klamotten fallen lässt und den Blick auf zahlreiche Eintracht-Tätowierungen am ganzen Körper freigibt. Auch in Berlin? "Das ist unplanbar", schmunzelt Adelmann. Seine Reaktion auf die Idee: "Ihr habt sie ja nicht alle - aber ich bin dabei!" Und meint jetzt: „Hoffentlich kommt der einzige Jubel auf der Union-Bank dann von mir...“

Die Frankfurter glauben nicht, dass die Union-Fans ihnen den Streich übel nehmen: "Was hätten die denn von irgendeinem VIP im Anzug? Die haben doch so auch mehr Spaß! Die Eisernen sind doch in der Fanszene dafür bekannt, dass sie selbst kreativ sind." Jüngstes Beispiel: die Choreographie zum Abschied vom geschassten Berliner Trainer Georgie Wassilev.

Die Aktion der Eintracht-Fans lief hochkonspirativ ab: "Wir wollten ja nicht, dass die Berliner frühzeitig Wind bekommen und etwas ähnliches auf die Beine stellen." Mit Andeutungen im Frankfurter Fan-Forum (www.eintracht-frankfurt.de/forum/list.php?f=2) wurden Fans aufgefordert, sich bei den Organisatoren zu melden. In der Antwort gab es per E-Mail Infos und den Hinweis auf die in Windeseile gebaute Seite www.bertiadelmann.de. Nach einem zögerlichen Start hagelte es gegen Ende Unterstützungsangebote - vom Schüler bis zum Banker wollten Eintracht-Fans ihren Beitrag zum Gebot leisten, Summen zwischen 5 Euro und 100 Euro wurden angeboten. Jetzt hoffen die Organisatoren nur, dass ihnen das Geld auch tatsächlich überwiesen wird - sie strecken das Geld vor.

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