Die Auslandsaktivitäten der Eintracht Frankfurt Fußballschule ziehen immer weitere Kreise: Nach Aufenthalten in Shanghai, Abu Dhabi und Changsha war das Team von Charly Körbel in diesem Herbst in Pretoria, der Hauptstadt Südafrikas, zu Gast.

Sawubona Südafrika!
Sawubona Südafrika!

Das fünftägige Fußballcamp für Kinder im Alter zwischen 8 und 15 Jahren wurde in Kooperation mit der Deutschen Schule Pretoria und dem afrikanischen Ableger des Software-Riesen SAP durchgeführt und lief unter dem Titel „Kick and Code“. Gut einhundert Kids wurde ein abwechslungsreiches Programm aus Fußballtraining und Computerkursen angeboten. „Mit dieser Kombination wollen wir die Kinder doppelt aktivieren: Körperlich auf dem Fußballplatz und mental im Computerraum“, so Ayodele Barrett, Programmierungscoach und Doktorandin bei SAP Africa.

Das Trainerteam der Fußballschule um die ehemaligen Eintracht-Profis Uwe Müller, Cezary Tobollik und Manfred Binz sowie Clemens Appel erwartete nicht nur der Wechsel von der deutschen Herbstfrische in den brütend heißen südafrikanischen Frühsommer, sondern vor allem der geballte Enthusiasmus der fußballbegeisterten Kinder vor Ort. „Fußball ist hier super beliebt und die Kinder ziehen voll mit. Das ist für einen Trainer natürlich immer das Schönste“, freute sich Clemens Appel, der vor Ort mit der Campleitung betraut war.

Wie schon bei den Camps zuvor in China und Abu Dhabi, ließen sich auch in Südafrika spezifische Unterschiede in der fußballerischen Ausbildung der Spieler vor Ort im Vergleich zum Leistungsstand in Deutschland ausmachen. „Die Kinder hier haben eine wahnsinnige Athletik und sind auch technisch sehr stark. Allerdings haben sie im mannschaftstaktischen Bereich noch großen Rückstand. Die sind noch zu sehr als Einzelkämpfer unterwegs. Das liegt auch daran, dass die Vereinslandschaft noch nicht so ausgebaut ist, wie bei uns. Wenn es den Südafrikanern gelingt, diese Lücke zu schließen, werden sie einen gewaltigen Aufschub erfahren“, ist sich Appel sicher.  

Kulturell zeigte sich das Trainerteam insbesondere von der Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Menschen vor Ort beeindruckt. Und auch der Umgang der Kinder untereinander sorgte für großes Wohlgefallen: „Da gab es keine Barrieren. Egal welche Hautfarbe, egal ob Township, Mittel- oder Oberschicht, die Kinder sind super miteinander umgegangen“, lobte Cezary Tobollik. Ebenso rund lief die Zusammenarbeit der Trainer vor Ort. „Da hat ein Rad ins andere gegriffen.“

Das zweigleisige Camp, das im Rahmen der „Africa Code Week“ stattfand, einer Kontinent übergreifenden Initiative mit 17 beteiligten Ländern, war selbstredend auf Spaß an den Aktivitäten ausgelegt, zielte darüber hinaus aber auf die Erlangung richtungsweisender Kompetenzen ab. „Wir leben in einer aufregenden Ära der digitalen Evolution für die afrikanische Jugend“, erklärt Gideon Sam, Präsident des Südafrikanischen Olympischen Komitees. „Fußball ist die Einheitssprache des gesamten afrikanischen Kontinents. Sport und Programmierungskurse zusammenzubringen um die digitalen Fertigkeiten der Jugend zu fördern, wird sich sowohl auf die Jugendlichen als auch die lokalen Gemeinden positiv auswirken.“

Die Kinder lernten in den Computerkursen schrittweise die Grundkenntnisse des Programmierens und hatten bis zum Ende der Woche 28 neue Apps und selbst entworfene Computerspiele eigenständig entwickelt und umgesetzt. Entsprechend zufrieden zeigte sich Initiatorin Elke Simon-Keller von SAP in ihrer Abschlussrede. Der Wunsch nach einer Neuauflage wurde von allen Seiten zum Ausdruck gebracht. Gespräche darüber laufen bereits.

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MB

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