Stadiongeschichten: Sport und Musik
Stadiongeschichten: Sport und Musik

Der Weg von der Straßenbahn oder der S-Bahn zum Stadion ist ja oft nicht unbeschwerlich, kurze Wege sind in unserem Stadion selten. Aber: Wenn Sie durch den Wald Richtung Nordwestkurve laufen, marschieren Sie über historisch hochinteressantes Gelände. Denn, als das Stadion 1925 eröffnet wurde, gab es hier zahlreiche Einrichtungen, die der Ertüchtigung von Körper und Geist dienen sollten. Auf dem 42 Hektar großen Gelände fanden zahlreiche Sportler eine Heimat. Neben dem eigentlichen Stadion gab es eine Radrennbahn, ein Licht- und Luftbad, eine Tennisanlage, ein Waldtheater und einen Reitplatz, an dessen Stelle später die Wintersporthalle gebaut wurde.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich auf dem Gelände des Frankfurter Stadions viel geändert. Von den einstigen Gebäuden ist heute nur noch wenig erhalten. Mit dem Projekt „Stadiongeschichten“ möchten wir an die einst vielfältige Nutzung des Frankfurter Stadions erinnern und die vielen kleinen und großen Geschichten wieder in Erinnerung rufen. Zum 90. Geburtstag wurden auf dem ganzen Gelände zahlreiche Stelen aufgebaut, die die bunte Geschichte des Stadions erzählen. Wir wünschen viel Spaß beim Gang zur alten Radrennbahn, zum Waldtheater oder zum Stadionbad. 

Leichtathletik im Waldstadion
Leichtathletik im Waldstadion

Als das Stadion 1925 eingeweiht wurde, gab es in Frankfurt sogar eine 500-Meter-Laufbahn. Bis zum Neubau zwischen 2002 und 2005 war das Stadion Austragungsort für zahlreiche Leichtathletikwettkämpfe – sogar ein Weltrekord wurde in Frankfurt aufgestellt.    

Stadiongeschichten: Geschichte
Das alte Frankfurter Stadion

Der erste Spatenstich zum Bau des Stadions erfolgte 1921, offiziell eröffnet wurde die Anlage 1925. Seit dem hat das Stadion vier große Umbauphasen erlebt, zeitweise fanden hier über 80.000 Menschen Platz. 

Das Stadion als „Volksgarten“
Das Stadion als „Volksgarten“

Links der Einmarschallee wurde 1925 ein „Turnplatz“ geschaffen, an dem sich das Stadionhotel anschloss. Die gesamte Anlage des Stadions war von Anfang an als „Volksgarten“ konzipiert. Neben den Gebäuden und Sportanlagen sollte die Bevölkerung das Areal auch als Parkanlage nutzen können. Der Charakter eines Parks hat sich bis heute erhalten.

Erinnerungen an die Radrenbahn
Erinnerungen an die Radrenbahn

Mit der am 13. September 1925 eröffneten Radrennbahn hatte sich für die Radsportler ein Traum erfüllt.  Das ins Gelände eingegrabene Oval bot 20.700 Zuschauern Platz. Vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte der Frankfurter Bahnradsport seine größte Zeit – und  ab 1960 wurde im Innenraum der Radrennbahn sogar Eishockey gespielt. 

Das Stadionbad im Stadtwald
Das Stadionbad im Stadtwald

Im Stadion wurde am 5. Juli 1925 das erste künstlich angelegte Frankfurter Freibad eröffnet. Das 22 Meter breite Becken aus Eisenbeton unterteilte ein Steg mit acht Startblöcken in ein 100 Meter langes Schwimm- und ein 18 Meter langes Sprungbassin. Der Zehnmeterturm am Sprungbecken wurde zum Wahrzeichen des Stadionbads. Bis heute ist das Stadionbad beliebter Treffpunkt der Frankfurter Schwimmer. 

Stadion und Umwelt
Stadion und Umwelt

Umweltschutz ist im Frankfurter Stadion ein großes Thema. Das Stadion wird mit Ökostrom beliefert, Regenwasser wird gesammelt und genutzt. Für ihr  ökologisches Engagement wurde die Commerzbank-Arena als einziges WM-Stadion bereits zweimal mit dem Zertifikat „Ökoprofit-Stadion“ ausgezeichnet. 

Multifunktional – einst und heute
Multifunktional – einst und heute

Im Stadion ist nicht nur die Frankfurter Eintracht zu Hause. Ob Länderspiele, DFB-Pokalfinalendspiele, Europameisterschaften oder Weltmeisterschaften – zahlreiche nationale und internationale Begegnungen fanden in Frankfurt statt. Es gab große Boxkämpfe, die American Footballer der Frankfurt Galaxy absolvierten hier ihre Heimspiele – und von Madonna bis Depeche Mode waren auch schon zahlreiche internationale Künstler zu Gast. 

Heimat der Eintrachtfans
Heimat der Eintrachtfans

Seit 1925 ist das Stadion die Heimat der Eintracht. Bis zur Gründung der Bundesliga im Jahr 1963 absolvierte die Eintracht ihre Ligapartien in der vereinseigenen Anlage am Riederwald. Wichtige Spiele um die süddeutsche oder deutsche Meisterschaft, aber auch internationale Begegnungen fanden jedoch schon immer im Waldstadion statt. Seit 1963 finden alle Bundesligapartien im Stadion statt. Die Fans der SGE sind in der Nordwestkurve beheimatet. 

Leibesübungen an der Wintersporthalle
Leibesübungen an der Wintersporthalle

In Anlehnung an die Parole der Arbeitersportler „Nieder mit dem Kampfrekord, freie Bahn dem Massensport!“ sollte das Stadion in erster Linie zur körperlichen Ertüchtigung der Allgemeinheit dienen. Als Voraussetzung für einen ganzjährigen Trainingsbetrieb wurde 1926 der Bau einer „Wintersporthalle“ beschlossen. Innerhalb kürzester Zeit entstand in der südwestlichen Ecke des Stadions eine Sporthalle mit angrenzender 400-Meter-Laufbahn unter freiem Himmel. Mit 25 Meter Breite, 50 Meter Länge und 12 Meter Höhe galt die Halle 1927 als größte Turnhalle Deutschlands

Kultur im Stadion
Kultur im Stadion

Als das Stadion 1925 eröffnet wurde, sollte es nicht nur der körperlichen Ertüchtigung dienen. Für Künstler standen in der Haupttribüne Ateliers zur Verfügung.  1928 wurde nordwestlich der Festwiese das Waldtheater eröffnet, eine Freilichtbühne, die 1.200 Zuschauern Platz bot. Nach dem Abriss des Waldtheaters entstand an der Stelle ein Hockeyplatz, der ab 1960 genutzt wurde. 1996 folgte eine Golf-Übungsanlage. Heute ist an der Stelle des ehemaligen Waldtheaters der TV-Compound untergebracht. 

Weltklassetennis auf dem Center-Court
Weltklassetennis auf dem Center-Court

Die erste Tennissaison begann im Waldstadion 1928. Zwölf Hart- und zwei Rasenplätze gruppierten sich um einen zentralen Turnierplatz. Zwischen 1989 und 1991 wurde der Center-Court neu gestaltet, eröffnet wurde er am 9. Mai 1991 mit einem Schaukampf zwischen Steffi Graf und Jana Novotna.