Meine Eintracht

Spielbericht

24.10.2009, 15:30 Uhr 10. Spieltag / 1. Bundesliga
FC Bayern München
2 : 1
Eintracht Frankfurt

Knapp an der Überraschung vorbei

Die Eintracht hätte heute vor 69.000 Zuschauern fast bei den Bayern gewonnen. Doch nach der Führung durch Meier (60.) wurde der Torschütze wenige Minuten später alleine vor Torwart Butt zu Unrecht wegen Abseits zurückgepfiffen. Das 2:0 blieb der Eintracht versagt, stattdessen drehten die klar überlegenen Bayern das Spiel durch Treffer von Robben (70.) und van Buyten (88.).

Eintracht-Coach Skibbe veränderte sein Team gegenüber des 2:1 gegen Hannover 96 vergangene Woche auf gleich drei Positionen: Die zuletzt noch gesperrten Russ, Schwegler und Teber kehrten allesamt in die erste Elf zurück, für Caio, Fenin und Steinhöfer blieb nur der Platz auf der Bank.

Mutig wollten die Adlerträger nach vorne spielen, doch suchte man mit einer kompakten Ausrichtung zunächst das Heil in einer geordneten Defensive. Überraschenderweise bildeten Russ und Chris das Duo in der Innenverteidigung, Franz spielte Rechtsverteidiger und Ochs durfte das rechte Mittelfeld beackern, freilich aber auch mit Defensivaufgaben betraut, wie ebenfalls sein Pendant auf links, Schwegler. Neben dem zentralen "Sechser" Bajramovic sollte Teber für Impulse nach vorne sorgen und die Angreifer Meier und Liberopoulos mit Vorlagen füttern.

Doch kam die Eintracht in der restlos ausverkauften Allianz Arena so gar nicht auf Touren. Von Beginn an nahmen die Hausherren das Heft in die Hand, ohne spielerische Glanzlichter zu setzen. Weil man das Mittelfeld mit zu schlechten Anspielen nicht zu durchlaufen wusste, brachte der Rekordmeister die Frankfurter Hintermannschaft mit einfachsten Mitteln wie langen Bällen von Innenverteidiger Badstuberschnell immer wieder in Verlegenheit. Selbst agieerte die Eintracht im Spielaufbau zu schlampig und produzierte, anscheinend sehr nervös, zu ungenaue Pässe.

Schnell hatten die Bayern über 60 Prozent Ballbesitz, in den Zweikämpfen klar die Oberhand und kamen folglich schnell zu Torgelegenheiten. Einzig einer gehörigen Portion und einem wieder glänzend aufgelegten Oka Nikolov im Tor hatte man es zu verdanken, dass man nicht in Rückstand geriet. So parierte der 35-jährige Schlussmann im ersten Durchgang klasse gegen Toni und Müller (23.), während Klose und wiederum Toni ganz knapp verzogen (6.) bzw. nur den Pfosten trafen (43.).

Die Skibbe-Schützlinge hingegen konnten sich in der ersten Halbzeit nur einmal gefährlich vor das Tor von Bayern-Keeper Butt spielen, doch eine scharfe Flanke von Ochs klärte Lahm mühelos zu einem Eckball.

Mit einem glücklichen 0:0 ging es also in einer schwachen Partie in die Pause, in die die Münchner aufgrund ihrer vielen Fehler, die eine zu harmlose und ängstliche Eintracht nicht zu bestrafen wusste, und mangelhaften Chancenverwertung mit Pfiffen vom Publikum begleitet wurden.

Im zweiten Spielabschnitt änderte sich das Bild zunächst kaum, ohne zu überzeugen und ohne jegliche Kreativität dominierten die Bayern, brachten den Kasten von Oka Nikolov aber nicht mehr ernsthaft in Gefahr.

Nach einer Stunde dann der Paukenschlag der Eintracht: Bislang ohne einen einzig nennenswert vorgetragenen Angriff, setzte sich der gute Ochs auf rechts durch und setzte am Strafraumeck wunderbar den mitgelaufenen Meier ein, der halbrechts und gut zehn Meter vorm Tor den Ball allein an Jörg Butt vorbei ins linke untere Eck bugsierte. Das sensationelle Führungstor, das den Spielverlauf auf den Kopf stellte (60.).

Die Eintracht, von dem überraschenden 1:0 beflügelt, fing nun endlich an, aktiv Fußball zu spielen und brachte jetzt konsternierte Bayern mit frechen Angriffen in Verlegenheit. Großes Pech hatten die Adlerträger in der 67.Minute, als Meier in aussichtsreicher Position zu Unrecht wegen Abseits zurückgepfiffen wurde.

So ging das Spiel weiter und nach dieser kurzen Drangphase übernahmen die Hausherren wieder das Kommando und drängten auf den Ausgleich, der dann auch fallen sollte: Bei einer hohen Flanke von Müller zeigte sich der Abwehrverbund indisponiert, Gomez tauchte allein vor Nikolov auf, legte, ohne Foul am Torwart zu spielen auf den mitgelaufenen Robben ab, der aus kurzer Distanz ins leere Tor einschob (69.).

Ab dann spielten die Münchner so weiter, wie sie vor dem 0:1 durch Meier aufgehört hatten: druckvoll und allein mit Kampfeskraft - die Eintracht hatte wieder nur wenig entgegenzusetzen.

Und in diesem seltsamen Spiel kam es dann kurz vor Schluss, wie es kommen musste: Wieder hatte die Verteidigung um Chris und Russ bei einer hohen Hereingabe und einer Kopfballverlängerung das Nachsehen und der mittlerweile angreifende Abwehrmann van Buyten köpfte an der Fünf-Meter-Raum-Grenze sehenswert zum 2:1-Siegtreffer ein - Nikolov war ohne Chance (88.).

Am Ende verlor die Mannschaft von Trainer Skibbe alles in allem verdient mit 1:2 gegen keineswegs spielerisch übermächtige Bayern. Man agierte allerdings lange selbst zu bieder und harmlos und hatte an diesem Tag vor allem in den Defensivzweikämpfen und in der Luft zu häufig das Nachsehen.

Möglichkeit zur Wiedergutmachung besteht gegen den Rekordmeister bereits am kommenden Mittwoch, wenn beide Mannschaften in der dritten Runde des DFB-Pokals, diesmal in der Frankfurter Commerzbank Arena, erneut aufeinander treffen.

Quickfinder

Der schnelle Weg zu den wichtigsten Infos:

Die nächsten Termine

  • . Mittwoch, 17.03. Ex-Eintracht Profi Jürgen Pahl (54)
  • . Mi, 17.03. 10:00 Uhr Training
  • . Do, 18.03. 11:00 Uhr 1. Training

Tabelle

TD Pkt.
1 Bayern 31 56
2 Schalke 22 54
3 Leverkusen 31 53
4 Dortmund 10 45
5 Hamburg 16 43
6 Bremen 20 42
7 Mainz -3 38
8 Wolfsburg 3 37
9 Stuttgart 2 35
10 Eintracht -5 35
11 Hoffenheim 3 32
12 M'Gladbach -12 30
13 Köln -11 27
14 Bochum -19 27
15 Nürnberg -19 24
16 Hannover -19 23
17 Freiburg -25 20
18 Berlin -25 15

Die nächsten Spiele

  • 20.03.2010 15:30 FC Bayern München
  • 26.03.2010 20:30 VfL Bochum
  • 03.04.2010 15:30 Bayer Leverkusen
  • 10.04.2010 * M'gladbach
Sponsoren
Newsletter-Abo
Suche
Bundesliga-Logo