Die neue Saison beginnt, wie die alte aufgehört hat - im Pokal. In der ersten Runde bekommt es Eintracht Frankfurt mit dem Viertligisten TuS Erndtebrück zu tun. eintracht.de hat einen Blick auf die bevorstehende Partie und den Gegner geworfen und dabei unter anderem einen ehemaligen Frankfurter entdeckt.

Der Gegner: Den letzten Startplatz ergattert

Auch wenn der Name Turn- und Sportverein Erndtebrück nicht jedem Fußballfan ein Begriff sein mag: Die Eintracht trifft auf einen Klub, der bereits seit 1895 existiert und damit vier Jahre älter ist als der Bundesligist vom Main. Zudem lassen sich die Erndtebrücker Kicker nicht von großen Namen abschrecken. Immerhin hat man sich dieses Spiel durch einen Sieg in der Qualifikation gegen den einstigen Erstligisten Wattenscheid 09 verdient. Durch einen 4:1-Auswärtssieg sicherte man sich Anfang Juni den 64. und damit letzten Startplatz im Kampf um ein Ticket für Berlin.

Trainiert wird die Elf von Florian Schnorrenberg, der einst selbst für den TuS kickte und seit 2013 im Amt ist. In seiner Amtszeit ist der frisch gebackene Fußballlehrer mit seiner Mannschaft auf-, ab- und in diesem Frühjahr abermals aufgestiegen - der 40-Jährige zeichnet sich also für beide bisherigen Teilnahmen an der viertklassigen Regionalliga verantwortlich. Und auch die zwei Qualifikationen für die Hauptrunde im DFB-Pokal hat man Schnorrenberg zu verdanken. In der Spielzeit 2015/16 traf man dabei in der ersten Runde ebenfalls auf eine hessische Mannschaft, nämlich die gerade ins Oberhaus durchmarschierten Darmstädter Lilien. Am Ende stand ein 5:0-Sieg des SVD, aber trotzdem hatte man sich gut verkauft und Werbung in eigener Sache betrieben. 

In der aktuellen Regionalligasaison ist der TuS nach zwei Spielen noch ungeschlagen, gegen Wattenscheid und Rhynern schaffte man jeweils ein 2:2-Unentschieden.

Die Mannschaft: Treffen mit einem Ex-Adler

Auch wenn in Erndtebrück derzeit kein einziger Vollprofi im Kader steht, so finden sich dennoch einige gut ausgebildete Fußballer in Reihen der Blau-Weißen. Darunter auch ein gewisser Cedric Heller, der vor dieser Saison aus der Nachwuchsabteilung unserer Eintracht nach Erndtebrück wechselte. Der 19-jährige Linksverteidiger, selbst glühender SGE-Fan, durfte in der vergangenen Saison auch schon unter Niko Kovac die eine oder andere Einheit bestreiten und erhofft sich beim TuS Spielpraxis im Herrenbereich. Durchaus möglich also, dass es im Spiel zum Duell Heller gegen Haller kommt.

Kapitän der Mannschaft ist Tim Treude, der seit 2015 im Verein ist und aus der Nachwuchsabteilung von Borussia Dortmund stammt. Über Rot-Weiß Essen kam der zentrale Mittelfeldspieler nach Erndtebrück, wo er auch bereits im Pokal gegen Darmstadt 98 vor zwei Jahren auflief. 

Ebenfalls bei einem Erstligisten ausgebildet wurde Xhuljo Tabaku. 2016 wechselte der einstige U-Nationalspieler Albaniens vom 1. FC Köln an die westfälisch-hessische Grenze. Dort kam der Rechtsfuß im ersten Jahr in der Oberliga Westfalen auf 29 Einsätze (fünf Tore, sechs Assists). Außerdem leistete er seinen Beitrag zum Erreichen des DFB-Pokals, denn er erzielte gegen Wattenscheid als Joker das vorentscheidende 3:1.

Das Spiel: Höhepunkt der Erndtebrücker Vereinsgeschichte

Mit dem Vorjahresfinalisten aus Frankfurt wartet das wohl größte Spiel der Vereinsgeschichte auf die Amateure aus Erndtebrück, die noch dazu auf ein gut gefülltes Leimbachstadion hoffen können. Denn der Austragungsort Siegen liegt nur knapp hinter der hessischen Landesgrenze und ist damit natürliches Einzugsgebiet der Adlerträger. Auch deshalb hoffen die Westfalen am Ende auf 15.000 Zuschauer, wenn die Partie am Samstag um 15:30 Uhr von Schiedsrichter Benedikt Kempkes angepfiffen wird. 

Für unsere Eintracht kann die Vorgabe im Grunde nur ein deutlicher Sieg sein, alles andere wäre eine faustdicke Überraschung. Gerne das Ganze ein bisschen nervenschonender als in der Vorsaison, als man beim 1. FC Magdeburg erst im Elfmeterschießen und nach einem Platzverweis gegen SGE-Verteidiger Michael Hector das Ticket für Runde zwei lösen konnte. Zum letzten Mal gab es übrigens vor fünf Jahren ein Erstrundenaus, damals flog Keeper Kevin Trapp früh vom Platz, am Ende hieß es 3:0 für Erzgebirge Aue. Es ist also keinesfalls eine hohle Phrase, dass man kleine Gegner nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte, schon gar nicht im Pokal. Aber wie man Niko Kovac kennt, wird er seiner Mannschaft die richtige Einstellung mit auf den Weg geben. Denn der gebürtige Berliner will zurück in seine Heimatstadt und noch mal das Finale erreichen. Die Eintracht hat schließlich noch eine Rechnung offen. 

MR

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