Einst Arbeitermetropole und weltweite Kutschen-Hauptstadt (!), ist Columbus heute eine der wirtschaftlich vielseitigsten Städte der USA. Die Hauptstadt des Bundesstaates Ohio im Mittleren Westen ist die vierte und letzte Stadion unserer Eintracht, bevor es zurück in die Heimat geht. Wobei auch Columbus eine „ganze Menge Deutschland“ zu bieten hat.

Die Skyline von Columbus, Ohio.

Stadt, Land, Fluss

Willkommen im Hinterland, und das ist gar nicht despektierlich gemeint. Denn Ohio liegt als einziges Ziel auf der US-Reise unserer SGE nicht in Küstennähe (im Gegensatz zu Seattle, San José und San Diego). Außerdem ist die rund 800.000 Einwohner umfassende Stadt die erste und einzige mit Mittleren Westen der Staaten, welche auf der Route unserer Kicker steht. Gleichzeitig ist Columbus auch die Hauptstadt des Bundesstaates Ohio und nicht etwa Cleveland, das "nur" auf ca. 400.000 Bewohner kommt.

Überhaupt befinden sich rund um Columbus mehrere nur ein paar Autostunden entfernte Städte, die in unseren Breitengraden eine größere Popularität genießen. Neben Cleveland am Lake Erie wären da zum Beispiel noch Detroit (beide nördlich), Pittsburgh (östlich) und Cincinnati (südwestlich). Durch die Bank alteingesessene NFL-Standorte und schon allein dadurch mit einem internationalen Bekanntheitsvorteil. Immerhin hat man 2000 auch ein eigenes NHL-Franchise bekommen, seitdem machen auch die Columbus Blue Jackets im Eishockey von sich reden. Und dann wäre da natürlich noch die Ohio State University, die nicht nur die viertgrößte, sondern auch eine der besten staatlichen Universitäten in den USA ist. "Nebenbei" stellt man mit den Ohio State Buckeyes auch noch eine der erfolgreichsten Mannschaften im College Football, deren Heimspiele im über 100.000 (!) Zuschauer fassenden Ohio Stadium ausgetragen werden, in dem auch SGE-Gegner Columbus Crew einst seine Spiele austrug - wenn auch vor deutlich weniger Zuschauern.

Die Stadt Columbus, die sich geografisch bemerkenswert mittig im Staat Ohio befindet, wurde - ihr ahnt es schon - nach Entdecker Christopher Columbus benannt und bereits 1812 gegründet. Seitdem hat sich Columbus zu einer wirtschaftlich starken Großstadt mit hohem Bildungsstand entwickelt, die Einwanderer aus der ganzen Welt nach Ohio lockt. Darunter waren schon seit dem frühen 19. Jahrhundert viele deutsche Migranten, die zwischenzeitlich sogar ein Drittel der Gesamteinwohnerzahl ausmachten. Was einst "Das alte Südende" hieß, ist heute als "German Village" bekannt und steht als historisches Stadtviertel unter Denkmalschutz. Auch die Fans des Columbus Crew SC beziehen sich auf die weit zurück reichende deutsche Vergangenheit ihrer Stadt: So stehen die Die Hard-Fans und Ultras der Crew heute in einem Bereich des Stadions, der den offiziellen Namen "Nordecke" trägt.

Sightseeing: Highlights rund ums Spiel

Bevor es zurück in die Heimat geht, kann man noch eine kleine Runde durch Columbus drehen und sich anschauen, was die Stadt, die größenmäßig im Mittleren Westen nur von Chicago überboten wird, so zu bieten hat. Wer möchte, kann zum Beispiel einen Abstecher ins bereits erwähnte "German Village" machen und sich aus erster Hand ansehen, wie dort amerikanische und deutsche Kultur verschmolzen sind. Zwischen allerlei in die Beschilderung eingebetteten deutschen Wörtern finden sich hier auch viele kleine Geschäfte und Restaurants, etwa das seit 120 Jahren in Familienbesitz befindliche "Schmidt's Sausage Haus". Ebenfalls ungewöhnlich für die USA, aber hier zu finden: Kopfsteinpflaster und Biergärten. Wer es lieber amerikanischer mag und noch den einen oder anderen Dollar investieren will, findet im "Easton Town Center" endlos viele Geschäfte und alle erdenklichen Marken. Ebenfalls empfehlenswert: Der "North Market" mit seinen erstklassigen, frischen Lebensmitteln, Blumen und Gewürzen. Bei "Brothers Drake" lässt sich der Tag dann bestens bei lokalem Bier und hausgemachtem Met (Honigwein) ausklingen.

MR

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