Heute startet unsere Eintracht ihre diesjährige Tour durch die USA. Um euch gebührend einzustimmen und vorzubereiten, haben wir die drei Gegner und ihre Städte und Regionen etwas genauer unter die Lupe genommen und ihnen je einen Artikel gewidmet. Im ersten Teil: Seattle - die sportverrückte Stadt im Nordwesten der USA.

Seattle
Hat viel zu bieten: Seattle.

Im Rahmen der Vorbereitung auf die neue Saison 2017/18 bestreitet unsere SGE auch eine zweiwöchige Trainingslager- und Testspielreise durch die USA. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten trifft das Team von Niko Kovac auf drei Gegner aus der Major League Soccer. Wir haben zu allen drei Spielen - zu Stadt, Gegner und dem Drumherum - jeweils einen informativen Text verfasst. Den Anfang macht ein kleines Porträt der sport- und musikbegeisterten Metropole Seattle (inklusive ein paar Tipps für unsere Schlachtenbummler vor Ort), bevor mit den Sounders im zweiten Teil der erste Testspielgegner und dessen Mannschaft etwas genauer unter die Lupe genommen wird.

Stadt, Land, Fluss

Wenn unsere Eintracht in Kürze ihre US-Tour startet, wird der erste Anlaufpunkt der äußerste Nordwesten der Vereinigten Staaten sein. Das Ziel ist die "Emerald City" Seattle, die nicht nur zu den US-Städten mit der höchsten Lebensqualität zählt und ihren Bewohnen neben hohen Bergen (etwa dem Mt. Rainier) auch eine tolle Waterfront am Punget Sound bietet und ohne Übertreibung eine überaus facettenreiche Perle am Pazifik, sondern auch eine reinrassige Sport-Hochburg ist.

So ist der Großraum Seattle nicht nur die Wiege des Grunge und der Geburtsort von Starbucks, Boeing, Microsoft, Amazon und Jimi Hendrix, sondern auch die Heimat einiger bekannter Sportmannschaften und deren fanatischer Fans, die über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind. Während das NBA-Team der Sonics 2008 nach Oklahoma City zwangsumgesiedelt wurde (was viele "Seattleites", wie sich die Einwohner selbst stolz nennen, den Verantwortlichen bis heute nicht verziehen haben), sind es neben den Baseballern der Mariners vor allem das NFL-Schwergewicht der Seahawks und der SGE-Gegner Sounders, die sich der Unterstützung und Loyalität der gesamten Region sicher sein können.

Vor allem die Heimspiele der Seattle Seahawks sind legendär, deren Fans als "12s" - sprich "der Zwölfte Mann", wie man es auch vom Fußball kennt - bezeichnet werden und die einen derartigen Alarm machen, dass Gästeteams regelmäßig die Anweisungen ihrer Trainer nicht verstehen und wohl lieber zum Zahnarzt gehen, als im CenturyLink Field anzutreten. Dieses wunderschöne, architektonisch bemerkenswerte Stadion mit einer Maximalkapazität von bis zu 72.000 Zuschauern  (bei besonderen NFL Events) ist auch die Heimstätte der Sounders, denen die Allermeisten der "12s" ebenso die Treue halten wie ihren Helden um Russell Wilson, Richard Sherman und Co. Im Grunde unterstützt in Seattle jeder Einwohner auch jedes hiesige Team, wodurch die Sounders nicht nur eines der stimmungsvollsten Stadien der gesamten Liga haben, sondern auch einen beachtlichen Zuschauerschnitt von rund 43.000 Besuchern pro Heimspiel (Saison 2016), der in der Major League Soccer seinesgleichen sucht. So können sich auch die Fußballer bei jedem Heimspiel auf einen amtlichen Hexenkessel freuen, der nach einem Tor für die Hausherren sogar noch heißer wird, denn wenn die Grün-Blauen einen Treffer erzielen, schießen Flammenwerfer (!) hinter dem Tor meterhohe Feuersäulen in die Luft. Will Grigg gefällt das.

Sightseeing: Highlights rund ums Spiel

Mit rund 640.000 Einwohnern ist Seattle etwas kleiner als Frankfurt, hat aber wie unser "Mainhattan" dennoch verdammt viel zu bieten. Immerhin ist die Stadt, in der es übrigens weniger Niederschlag gibt als gemeinhin behauptet wird, neben ihrer Sportbegeisterung unter anderem als Musik- und Kaffeemetropole berühmt.

Wer die Pflichtprogrammpunkte Pike Place Market (hier finden sich u.a. auch der weltweit erste Starbucks und die etwas weniger leckere "Gum Wall", an der Besucher Abertausende Kaugummis zurückgelassen haben) und Space Needle (DAS Wahrzeichen der Stadt, erbaut für die Weltausstellung 1962) schon abgehakt hat, findet in unmittelbarer Nachbarschaft des besagten Aussichtsturms noch das für Musikfans nicht uninteressante, wenn auch von außen sagenhaft hässliche "MoPOP"-Museum ("Museum of Pop Culture"), wobei man auch mit der Waterfront wenig falsch macht. Zwischendurch empfiehlt sich ein Abstecher in eine kleine Kaffeerösterei oder eins der vielen kleinen Cafés, etwa den "Moore Coffee Shop" (1930 2nd Ave, Seattle, WA 98101, USA). Wer dann noch Zeit hat, sollte unbedingt einen Abstecher zum "Sky View Observatory" machen, das mit Abstand die grandioseste Aussicht über die Stadt, die Umgebung und den Punget Sound bietet. Gerade bei klarem Wetter und guter Sicht ein absoluter Pflichttermin, denn man kann nicht nur einen Blick auf die Skyline inklusive Space Needle werfen, sondern hat auch einen direkten Blick auf das CenturyLink Field, in dem unsere Mannschaft am Samstag auf die Seattle Sounders trifft. 

MR

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