Wir stellen euch nach und nach die neuen Gesichter bei den Adlerträgern ein wenig genauer vor. Heute: Der weit gereiste Anführer Kevin-Prince Boateng.

Mit Kevin-Prince Boateng kehrt ein schillernder Charakter in die Fußballbundesliga zurück. Der in Berlin geborene und mittlerweile zurückgetretene Nationalspieler Ghanas spielte im deutschen Oberhaus bereits für Hertha BSC, Schalke 04 und den BVB, somit ist Frankfurt hierzulande seine vierte Station. Gleichzeitig ist es die Pointe einer Geschichte, die schon einige Jahre zurückliegt. 

Als Boateng nämlich seine ersten Schritt als Profi machte, spielte er in der Hauptstadt an der Seite eines gewissen Niko Kovac, von dem er sich schon damals Vieles abschauen konnte. Nach dessen Karriereende ließ der Deutsch-Ghanaer, den alle nur „Prince“ nennen, seinen einstigen Mitspieler wissen, dass er gerne mal unter ihm trainieren würde. Damals mussten beide noch schmunzeln, heute sind die beiden Berliner tatsächlich gemeinsam als Spieler und Trainer bei Eintracht Frankfurt aktiv. 

Damals Wedding, heute Vereinte Nationen

Seit seiner Zeit bei Hertha BSC hat der Junge aus dem Wedding einiges erlebt: Er spielte in England, Italien, Spanien und Deutschland und wurde zum A-Nationalspieler Ghanas. Mit den „Black Stars“ kam er bei der WM 2010 bis in Viertelfinale, wo man unglücklich im Elfmeterschießen am späteren Turniervierten Uruguay scheiterte. Auch bei der Weltmeisterschaft 2014 war Boateng mit Ghana dabei, diesmal war allerdings nach der Vorrunde Schluss. 

Seine größten Erfolge feierte er ohnehin anderswo: Mit Tottenham Hotspur gewann er 2008 den englischen Ligapokal, während er seine größte Zeit beim ruhmreichen AC Mailand hatte. Mit den Rossoneri gewann er 2011 in Italien Meisterschaft und Ligapokal und schaffte es zum Stammspieler in einer Mannschaft mit Superstars wie Pirlo, Ibrahimovic, Gattuso, Inzaghi, Seedorf und Ronaldinho. Bis Sommer 2013 blieb er bei Milan, wo die Fans ihn aufgrund seiner Spielweise liebevoll „den unaufhaltsamen Zug“ nannten. 

Schlagzeilen machte der flexibel einsetzbare Angreifer im Januar des gleichen Jahres, als er nach rassistischen Anfeindungen im Testspiel gegen Pro Patria aus Protest das Spielfeld verließ und seine Teamkollegen seinem Beispiel folgten. Damit sorgte der Mann, der Deutsch, Englisch, Spanisch und Italienisch spricht, international für Schlagzeilen, wenige Wochen später durfte er sogar vor den Vereinten Nationen sprechen. Aus dem einstigen „Bad Boy“ war ein meinungsstarker Führungsspieler geworden. Diese Qualitäten will Boateng jetzt auch der Eintracht zu Gute kommen lassen. Und dass er auch kicken kann, ist ohnehin kein Geheimnis. 

Steckbrief:

Geburtstag: 06.03.1987
Geburtsort: Berlin
Alter: 30
Größe: 1,86
Nationalität: Ghana / Deutschland
Position: Mittelfeld / Angriff
Rückennummer: 17
Bisherige Vereine: UD Las Palmas, AC Mailand, Schalke 04, FC Portsmouth, Borussia Dortmund, Tottenham Hotspur, Hertha BSC
Länderspiele: 15

MR

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