Am Samstag gastiert die Eintracht in Mönchengladbach. Die Fohlen wollen nach einem Jahr Abstinenz im nächsten Sommer wieder in den Europapokal einziehen. Vor allem über die Außenbahnen soll dieses Ziel erreicht werden.

Viele Verletzungen, der Trainerwechsel von André Schubert hin zu Dieter Hecking und äußerst unglückliche K.O.s in den Pokalwettbewerben gegen Schalke (Europa League) und die Eintracht (DFB-Pokal) sorgten dafür, dass Borussia Mönchengladbach nach vielen erfolgreichen Jahren, in denen man sich vom Fahrstuhl- zum Topteam entwickelt hat, in dieser Saison den Europapokal verpasst hat. In der Spielzeit 2017/18 möchten die Fohlen, die die Adler morgen im BORUSSIA-PARK in Empfang nehmen, gerne wieder ausländische Teams begrüßen. Und dafür hat man sich einiges vorgenommen am Niederrhein.

Der Start verlief schon einmal verheißungsvoll: Ein 1:0-Derbysieg gegen Köln sorgte für eine breite Brust, es folgte am 2. Spieltag ein 2:2 in Augsburg, wo die Fohlen sich fast schon traditionell schwertun. Der Kader scheint in dieser Saison dabei insgesamt breiter und ausgeglichener als im Vorjahr, als viele Verletzungen den Rhythmus immerzu störten. Mehrere Millionen Euro ließ sich Gladbach Weltmeister-Verteidiger Matthias Ginter kosten, nachdem es im letzten Jahr 49 Gegentore gab. Hoffnung setzt man auch in die Youngster Reece Oxford (West Ham United), Mickael Cuisance (AS Nancy), Julio Villalba (Paraguay) und Denis Zakaria (Young Boys Bern), die ihr Potenzial kontinuierlich auf den Platz bringen wollen. Vor allem letzterer hat bereits bewiesen, dass er eine Verstärkung ist - in den ersten beiden Partien leistete sich Sechser Zakaria keinen einzigen Fehlpass.

Stark ist die Borussia traditionell auf den Flügeln besetzt, wo Thorgan Hazard, Patrick Herrmann, Fabian Johnson, Jonas Hofmann oder der neue Standardspezialist Vincenzo Grifo für Qualität bürgen. Mit Ibrahima Traoré fällt ein weiterer Flügelspezialist langfristig aus.

Stärken hatte die Borussia zuletzt aber auch defensiv: Vier Gegentore gab es 2016/17 lediglich nach Kontern, dazu ist die Kopfballstärke ein Plus der Fohlen: Die Abwehrspieler gewannen zuletzt 63 Prozent aller Kopfballduelle - Bestwert. Das machte sich auch vorne bemerkbar: Die Hünen um Jannik Vestergaard erzielten acht Tore: Nur Bayerns Abwehr war torgefährlicher.

Reece Oxford - Der nächste gute Insel-Deal?

Mit Leihspielern aus England hat Borussia Mönchengladbach gute Erfahrungen: Thorgan Hazard und Andreas Christen kamen vom FC Chelsea in den BORUSSIA-PARK. Hazard wurde gekauft und gilt als absoluter Leistungsträger, Christensen kehrte im Sommer als bester Zweikämpfer der abgelaufenen Bundesligasaison zurück nach London. Von dort kommt nun das nächste Juwel: Gladbach hat den 18-jährigen Reece Oxford von West Ham United ausgeliehen, der sämtliche Juniorennationalteams Englands durchlaufen hat. Mit 16 Jahren debütierte der Abwehrmann mit jamaikanischen Wurzeln schon in der Premiere League - und damit als Zweitjüngster in der Ligageschichte. Eine langwierige Verletzung hinderte ihn bislang am Durchbruch, dieser soll nun über die Station Mönchengladbach erfolgen.

Raffael - Fast so gut wie Netzer

Seit über vier Jahren wirbelt der Brasilianer Raffael für die Borussen, am liebsten im Strafraum. "Als ich nach Gladbach kam, wusste ich nicht, wer Netzer ist", hat der 32-Jährige mal gestanden. Mittlerweile hat sich das natürlich geändert, und um ein Haar hätte der frühere Herthaner und Schalker mit der Legende gleichgezogen. Günter Netzer ist es nämlich als einzigem Borussen gelungen, in vier Spielzeiten in Folge 10 Tore oder mehr zu erzielen. Raffael gelang dies bis zur vorletzten Spielzeit - ehe ihm im Vorjahr zu viele kleine Verletzungen zu schaffen machten und letztlich nur 7 Treffer zu Buche standen. In dieser Saison will der Mann aus Fortaleza an der Seite von Lars Stindl wieder zu gewohnter Stärke finden.

Serientäter - Dritte Kraft im deutschen Fußball?

Sechs Spielzeiten in Serie haben die Fohlen einen einstelligen Tabellenplatz im Abschlussklassement der Fußball-Bundesliga erreicht. Das gelang ansonsten nur den beiden "Großen" im deutschen Fußball, dem FC Bayern München und Borussia Dortmund. In der vergangenen Saison hat die Serie mit Rang neun gerade noch einmal so gehalten. Schon zwischen 1983 und 1989 ist Mönchengladbach dieses Kunststück gelungen.

CH/TTJ

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