Mit einem 3:0 (1:0)-Sieg gegen die TuS Erndtebrück zieht die Eintracht in die zweite Runde des DFB-Pokals ein.

Die Eintracht ist im ersten Pflichtspiel der neuen Saison 2017/18 als Sieger vom Platz gegangen. Gegen den Regionalligisten TuS Erndtebrück war die Mannschaft von Niko Kovac stark gefordert, nahm die Herausforderung aber mit einem 3:0 (1:0)-Sieg. Nach dem Platzverweis für Kapitän David Abraham (Notbremse) trafen für die SGE Timothy Chandler (36.), Mijat Gacinovic (72.) sowie Sébastien Haller (76.).

Die Hürde war nicht einfach zu nehmen. Gegen den Regionalligisten TuS Erndtebrück tat sich die Eintracht in der ersten Runde des DFB-Pokal Wettbewerbs schwerer als erhofft und musste drei Viertel der Spielzeit in Unterzahl agieren, nachdem David Abraham nach einer Notbremse des Platzes verwiesen wurde. Erst das Tor von Timothy Chandler in der 36. Minute schaffte soweit Sicherheit, dass das Weiterkommen mit einer Energieleistung der SGE auch nicht mehr ernsthaft in Gefahr geriet. Der Treffer von Mijat Gacinovic und das Premierentor von Sébastien Haller (72./76.) machten das Weiterkommen klar.

Drei Neue und vier Finalisten in der ersten Elf

In der Startformation für das erste Pflichtspiel der Saison befanden sich mit Gelson Fernandes, Sébastien Haller und Daichi Kamada drei Neuzugänge, aber auch nur vier Akteure, die noch vor elf Wochen im Finale in Berlin in der ersten Elf standen: Lukas Hradecky, Timothy Chandler, David Abraham und Mijat Gacinovic.

Jetzt begann es für die neu zusammengestellte Kovac-Truppe wieder von vorn mit demselben großen Ziel. Für den TuS Erndtebrück war schon dieses Duell natürlich ein ganz großes, für das alle Akteure die Kräfte mobilisierten um dabei zu sein. Spielort war das Siegener Leimbachstadion, gerade einmal 120 km Wegstrecke von Frankfurt entfernt.

Diese hatten auch weit über 5.000 Fans der Eintracht unter den 13.150 Zuschauern zurückgelegt, sorgten bei beständigem Nieselregen für Heimspielatmosphäre und sahen ihre Mannschaft gut ins Spiel kommen. Die Adlerträger, bei diesem Spiel mit Trauerflor für den in der Vorwoche verstorbenen Betreuer Helmut Krivan am Arm, begannen natürlich offensiv und wollten bei dem tiefen Geläuf früh für klare Verhältnisse sorgen. Aber auch die Underdogs aus Erndtebrück wussten, dass sie, wollten sie eine Chance haben, gleich Akzente setzen mussten, und taten dies auch.

Notbremse und Platzverweis für den Kapitän

In der zehnten Minute war es Sébastien Haller, der als erstes von halbrechts auf das TuS-Tor abschloss, aber am langen Pfosten vorbei verzog. Diese Möglichkeit, und eine weitere Situation zwei Minuten später, waren aber die einzigen in der Anfangsviertelstunde. Dann ging es aber Schlag auf Schlag. Haller prüfte Erndtebrücks Keeper Samuel Aubele, dann kam Mijat Gacinovic nach einem feinen Hasebe-Pass nur einen Schritt zu spät. Dessen Freistoß in der 20. Minute brachte schließlich vor dem Tor David Abraham nicht über die Linie. Der Druck der Eintracht auf das Tor der TuS wurde größer.

Und dann das: In der 22. Minute griff der Kapitän zu, als nach einem vermeidbaren Ballverlust Yuki Nishiya durch gewesen wäre. Referee Benedikt Kempes entschied zweifelsfrei auf Notbremse und Rot für David Abraham. Die Eintracht war also nunmehr zu zehnt und überstand in Folge die bislang größte Chance der Regionalligisten nach dem ausgeführten Freistoß. Hier schoss der gefoulte Nishiya übers Tor von Hradecky. In Minute 26. Minute verfehlte Haller das Tor knapp aus kurzer Distanz, eine Minute später von der Strafraumgrenze.

Der Durchbruch durch Chandler

Dann war es endlich soweit. Tawatha flankte von der linken Grundlinie auf den Elfmeterpunkt, wo Haller den Ball mit dem Kopf, hoch in der Luft, streifen lässt. Hinten wartet freistehend Chandler, der den Ball mit einem strammen Schuss im Tor unterbringt (0:1, 36.). Bis zur Halbzeitpause erwehrte sich die SGE noch den Vorstößen der engagierten Erndtebrücker.

Nach dem Wechsel wurde die Partie zerfahrener. Die nominellen Gastgeber aus Erndtebrück verloren etwas ihre gute Linie, die sie noch in der ersten Halbzeit auszeichnete, und die Adlerträger verlegten sich effektiv auf Spielkontrolle.
Die größte Schrecksekunde gab es, als Chandler im eigenen Strafraum auf dem glitschigen Grund wegrutschte und der auffällige TuS-Stürmer Nishiya fast zur Stelle gewesen wäre. Doch Hradecky war schneller am Ball.

Die Eintracht zog sich weit zurück und war bei Ballbesitz des Gegners zumeist ganz in der eigenen Hälfte zu finden. Sicherheit ging vor, und das gelang auch meistens. Die TuS war zu weiten Bällen gezwungen, die sichere Beute der SGE-Hintermannschaft oder Lukas Hradecky waren. Die Adlerträger bissen sich rein, sie ackerten und kämpften unermüdlich. Trotzdem konnte der Ligaunterschied in dezimierter Mannzahl kaum erkennbar ausgespielt werden.

Vorentscheidung und Entscheidung binnen fünf Minuten

Und dann setzte sich doch die Qualität durch. Nach einem Zuspiel von Sébastien Haller umkurvte Mijat Gacinovic, Ball links vorbei – er rechts, seinen Gegenspieler und vollzog zur 2:0-Vorentscheidung, indem er den Ball über Keeper Aubele den Ball ins Netz hob (72.).
In der 76. Minute erhöhte Haller selbst aus zentralen acht Metern, der vom eingewechselten Jetro Willems gekonnt in Szene gesetzt wurde (3:0).

So reichte es am Ende zum 3:0-Sieg und zum Weiterkommen im Wettbewerb. Sehr lange sah es nach einem zähen Kampf aus, doch die Treffer von Chandler und Gacinovic ebneten den letztlich verdienten Sieg bei erschwerten Bedingungen.

Die Auslosung zur zweiten Runde im DFB-Pokal ist am kommenden Sonntag, 20. August, im Rahmen der ARD-Sportschau. Comedian Carolin Kebekus fungiert in Anwesenheit von DFB-U21-Trainer Stefan Kunz als Losfee.

So spielte die Eintracht: Hradecky – Tawatha, Abraham (C), Russ, Chandler – Gacinovic, Hasebe, Fernandes, Kamada (73. Willems) – Hrgota (52. Wolf), Haller (86. Jovic).

Tore:
0:1 Chandler (36.)
0:2 Gacinovic (72.)
0:3 Haller (76.)

HB

DFB-Pokal 1. Runde: TuS Erndtebrück - Eintracht Frankfurt

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