Nach dem 2:1-Erfolg gegen den VfB Stuttgart geht es für die Eintracht am Samstag gleich zum nächsten Aufsteiger: Hannover 96 heißt dann der Gegner.

Im März hat André Breitenreiter bei Hannover 96 angeheuert, und seither gibt es an der Leine nur wenig Grund zu klagen. Der seit kurzem 44-Jährige hat - wie schon auf Schalke im Gespann mit Sportvorstand Horst Held - den Club aus der Hauptstadt Niedersachsens nach dem Abstieg rasch wieder zurück in die Bundesliga geführt, und dort setzt sich der Höhenflug bislang fort. Hannover startete furios und belegt derzeit den fünften Rang. In den vergangenen acht Heimspielen kassierte 96 saisonübergreifend kein Gegentor. Erst vor zwei Wochen, im Spiel bei Borussia Mönchengladbach, setzte es im 17. Spiel unter Breitenreiter die erste Pleite für die Roten, und das höchst unglücklich in letzter Sekunde mit 1:2.

Der Trainer, der schon in der Jugend für 96 kickte, fühlt sich in Hannover pudelwohl, und erklärte kürzlich erst, dass es ein Privileg sei, den Bundesliga-Job direkt vor der Haustür ausüben zu dürfen: "Das ist absolute Lebensqualität. Natürlich verbringe ich etliche Stunden im Stadion, aber es ist einfach schön, morgens und abends gemeinsam mit der Familie essen zu können." Mit Paderborn hatte der Langenhagener in der Saison 2014/15 einen ähnlich furiosen Start hingelegt, am Ende stieg die Überraschungsmannschaft dennoch ab. Ein ähnliches Szenario befürchtet der Coach diesmal nicht, weil die Qualität in der Mannschaft diesmal einfach höher einzuschätzen sei als seinerzeit in Ostwestfalen.

Vor der Eintracht ist der Respekt nicht nur wegen des jüngsten 2:1 der Adlerträger groß. "Sie haben individuelle Klasse in ihren Reihen und sind sehr variabel", warnt Breitenreiter. Hannover plagen vor der Partie gegen die Eintracht Verletzungsprobleme in der Defensive: Der Brasilianer Felipe hat sich einen Sehnenriss im Adduktorenbereich zugezogen; allerdings hat sich 96 dafür entschieden, keinen vertragslosen Profi als Ersatz einzustellen. Vielmehr sollen es die bisher stark aufspielenden etablierten Kräfte richten, zu denen auch die Ex-Eintrachtler Pirmin Schwegler (siehe unten) und Marvin Bakalorz zählen. Zudem schnürt Florian Hübner, Sohn von Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner, mittlerweile die Schuhe für Hannover.

Drei im Fokus

Salif Sané - Tragischer Held

Der 1,96 Meter lange Abwehrchef Salif Sané ist der kopfballstärkste Spieler der Liga (80 % gewonnene Duelle) und hält Hannovers Abwehr bisher überragend zusammen. Insofern ist es tragisch, dass ausgerechnet der Senegalese in Mönchengladbach kurz vor Schluss den Elfmeter verursachte. Auch als Schütze vom Punkt hat Sané ausgerechnet gegen die Eintracht bittere Erfahrungen sammeln müssen, als er im DFB-Pokal-Achtelfinale in der vergangenen Saison das 2:2 in der Nachspielzeit gegen Lukas Hradecky vergab.

Ihlas Bebou - Schneller als Heller

Mit dem kurz vor Toresschluss verpflichteten Rechtsaußen Ihlas Bebou von Fortuna Düsseldorf hat Hannover eine echte Rakete in petto, zumindest was die Schnelligkeit angeht. Der Togolese kommt in dieser Saison bisher auf den höchsten Topspeed aller Spieler und zeigte auch fußballerisch gute Ansätze (u.a. Tor gegen den HSV). Bebou ist sogar schneller als Ex-Adlerträger Marcel Heller, der flinkste Frankfurter Ante Rebic folgt auf Platz 6 im Bundesliga-Ranking.

Pirmin Schwegler - Wieder Chef auf dem Platz

Für den 30-jährigen Pirmin Schwegler ist diese Partie etwas Besonderes, spielte der Schweizer doch von 2009 bis 2014 bei der Eintracht (101 Bundesliga-Einsätze, 27 Zweitliga-Einsätze). In seinen letzten beiden Spielzeiten in Frankfurt trug der Sechser die Kapitänsbinde, wechselte dann nach Hoffenheim. In Hannover ist Schwegler als Abräumer, Stratege und Ballverteiler vor der Abwehr jetzt wieder eine Fixgröße und sammelte mit der Ecke vor Harniks Tor in Mönchengladbach auch seinen ersten Scorer-Punkt im 96-Dress.

CH

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