Zu ungewohnter Zeit am Sonntagabend, aber wieder mit einem interessanten Programm, stimmte die Waldtribüne die Besucher auf das Spiel gegen Schalke ein. Den Anfang machte Tommy Müller, Organisator der am 06.03. stattfindenden Sammlerbörse im Museum.

Auch diesmal werden hierzu wieder Fans aus dem ganzen Bundesgebiet und dem Ausland erwartet. Auf dem „spezialisierten Flohmarkt für alles mit Fußballdrumrum“ so Tommy Müller, kann alles angeboten werden, was mit Fußball zu tun hat. Ob Programme, Stadionpostkarten oder Embleme, für alles gibt es organisierte Sammler. Wer selber etwas anzubieten hat, kann gerne am kommenden Sonntag vorbeikommen.

Der nächste Gast Jannis Albus ist bei Schalke 04 hauptamtlicher Koordinator Mannschaftsbetreuer. Von den etwa 140.000 Schalker Mitgliedern kommen mehr als die Hälfte nicht aus dem Ruhrgebiet. Damit diese trotzdem aktiv am Vereinsleben teilnehmen können, wurde vor eineinhalb Jahren das Projekt „Mannschaftsbetreuer“ gestartet. Die ehrenamtlichen Mannschaftsbetreuer sollen so den nicht in unmittelbarer Nähe zu Gelsenkirchen wohnenden Mitgliedern, die Möglichkeit geben, trotz der Entfernung, aktiv am Vereinsleben teilzunehmen.  Durch Veranstaltungen mit Vereinsoffiziellen soll den Mitgliedern die Möglichkeit gegeben werden, über vereinspolitische Themen zu diskutieren. Kritik, Anregungen und Fragen der Mitglieder werden ebenfalls vom Betreuer aufgriffen, an Jannis als Koordinator weitergeleitet und von ihm dann an die zuständigen Stellen im Verein weitergegeben.

Der Autor, Eintrachtfan und heutige Waldtribünengast Andreas Maier lebt zwar mittlerweile  in Hamburg, hat aber sein Herz seit seiner Kindheit in der Wetterau an die Eintracht verloren. In der Wetterau spielen die elf Bände seines Erinnerungswerkes  „Ortsumgehung“. In dieser Reihe hatte er versprochen, auch ein Tor der Eintracht zu schildern, dies ist er bislang noch schuldig, der geeignete Rahmen hat bislang gefehlt.

Vielleicht wird es ja ein Tor von Ervin Skela, der in seinen drei Jahren bei der Eintracht immerhin 26 Mal getroffen hat. Auch nach seiner aktiven Karriere ist er in Frankfurt noch immer sehr beliebt und man würde ihn gerne im Trikot auf dem Platz sehen, was die „Zieh Dich um“-Rufe aus dem Publikum bei seiner Vorstellung bewiesen. Frankfurt war auch die erfolgreichste Station seiner Profikarriere. Es war eine tolle Zeit, gekrönt mit dem legendären 6:3 gegen Reutlingen und dem Aufstieg in die Bundesliga. Nach dem erneuten Abstieg in die 2. Liga im Jahr darauf hätte ihn die Eintracht gerne gehalten, Ervin Skela hatte aber ein Angebot von Bayer Leverkusen, wo er als erster albanischer Spieler in der Champions League hätte spielen können. Leider hat das damals nicht geklappt:  Ervin Skela wechselte stattdessen nach Bielefeld. Dort und auf seinen weiteren Stationen wie Kaiserslautern, Ascoli oder Cottbus war er nicht mehr so erfolgreich wie in Frankfurt. Für ihn ist es im  Nachhinein sein „einziger Fehler, damals von Frankfurt weggegangen zu sein“, so die Worte Ervin Skelas.

Sein Herz ist jedoch in Frankfurt geblieben und er ist glücklich, wieder am Main und bei der Eintracht zu sein. Dort verstärkt er jetzt nicht nur die Traditionself , sondern bringt in der Eintracht Fußballschule den Kickern von morgen seine Tricks bei. „Das weiterzugeben, was man früher gut konnte, und zu sehen, wie die Kinder immer besser werden“, erfüllt ihn voll und ganz.

Dabei war alles gar nicht so einfach, als er 1995 nach Deutschland kam und bei Union Berlin seinen ersten Vertrag unterschrieb. Die Kommunikationsmöglichkeiten gerade nach Albanien waren nicht  so wie heute. So hatte der junge Ervin Skela erst einen Monat nach Unterzeichnung seines Vertrages Kontakt mit seinen Eltern, die sich zwischenzeitlich schon große Sorgen gemacht hatten. Sprachkurse gab es nicht in dem Umfang wie heute. Gut, dass es seinerzeit die TV-Sendung „Glücksrad“ gab. Ervin Skela merkte sich die Namen der Gegenstände, die es dort zu gewinnen gab, und lernte so Deutsch. So ungewöhnlich das vielleicht klingt, gelohnt hat es sich auf jeden Fall.

Überraschender Besuch im Museum. Chen Yang, für die Eintracht von 1998 bis 2002 am Ball, war soeben zu einem Kurzbesuch...

Posted by Eintracht Frankfurt Museum on Freitag, 26. Februar 2016

Kai Brinkmann

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