Die Eintracht unterstützt die Internationalen Wochen gegen Rassismus, die unter dem Motto „100 Prozent Menschenwürde – Zusammen gegen Rassismus“ stehen.

Sabini
"Mein Freund ist Ausländer": 1992 startete der DFB einen Spieltag unter diesem Titel, und natürlich war auch Eintracht Frankfurt dabei.

Wir freuen uns, dass vor allem die Fans der Eintracht sich in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder gegen Rassismus engagiert haben.

In den 1980er Jahren war Rassismus in den bundesdeutschen Stadien ein großes Problem. Auch hier in Frankfurt wurden farbige Spieler der gegnerischen Mannschaft immer wieder beschimpft. Und es brauchte tatsächlich den Wechsel von Tony Yeboah vom FC Saarbrücken zur Eintracht, um ein Umdenken zu bewirken. Beim Relegationsspiel 1989 noch massiv angefeindet, wurde Yeboah in Frankfurt ab 1990 zum Publikumsliebling. Und wir Eintrachtler bekamen vom Comedy-Duo Badesalz den Spiegel vorgehalten. Im Track „Anthony Sabini“, der 1991 auf der CD „Nicht ohne meinen Papa“ veröffentlicht wurde (übrigens mit der legendären „Spinne aus der Yucca-Palme“), spielen Henni und Gerd eine typische Frankfurter Stadionszene nach, wie sie sich Ende der 1980er Jahre hätte zutragen können.

Als es 1992 wiederholt zu gewalttätigen Ausschreitungen gegen Asylbewerber kam, startete der DFB einen Spieltag unter dem Titel „Mein Freund ist Ausländer“. Die Bundesliga-Teams liefen an einem Spieltag mit dem Slogan auf dem Trikot auf, in Frankfurt immer unterstützt von der Ghana-Union, die im Stadion kräftig mittrommelte. Die Eintracht-Fans organisierten zu dieser Zeit schon eine eigene Aktion, die bis heute nachwirkt. An die Fanclubs wurde ein T-Shirt mit dem Slogan „United Colors of Bembeltown –Eintracht-Fans offen für alle Farben“ verteilt. Das Shirt kam so gut an, dass der Fanclubverband 2008 eine Neuauflage startete. Und sogar die Eintracht spielte 2008 gegen Berlin mit dem leicht veränderten Slogan „United Colors of Frankfurt“ auf dem Trikot.

Seit 2013 verleiht das Fanprojekt den Preis „Im Gedächtnis bleiben“, mit dem Fanclubs und Initiativen, die sich gegen Rassismus und Antisemitismus engagieren, ausgezeichnet werden. Auf dem Stadiongelände erinnert mittlerweile das Denkmal „Im Gedächtnis bleiben“ an während des Nationalsozialismus ausgegrenzte Fans der SGE. Ein ganz massives Zeichen gegen Rassismus haben einige engagierte SGE-Fans 2014 gesetzt. In Niederrad wurde ein Haus mit dem Portrait von Tony Yeboah bemalt, darauf zu lesen ist das Yeboah-Zitat „Wir schämen uns für alle, die gegen uns schreien“. Die Eintracht ist auf vielfältige Weise aktiv im Kampf gegen Rassismus -  besonders stolz sind wir aber auf das vielfältige  Engagement aus der Fanszene.

Nachfolgend der Track von Badesalz, der sehr gut zum Thema passt:

Anthony Sabini
(Badesalz 1991, von der CD „Nicht ohne meinen Papa“)

Stadionsprecher: 0:2, in der 83. Minute, Torschütze erneut, Anthony Sabini!
Herbert: Oh Mann, so 'ne Scheiß du, schießt uns der Drecksack jetzt schon des zweite Tor nei, du!
Walter: Ich hab; den eh gefresse, den Bimbo! Daß die überhaupt hier kicke dürfe, die Halbaffe!
Herbert: Mannomannomann du! Erst mit de Brotrinde aus 'm Busch gelockt, und jetzt versaue se uns die Meisterschaft!
Walter: Hähä, vielleicht solle mer dem mal e Banan' runnerschmeiße?
Herbert: Eija, so wie der leeft, der Gorilla, möcht er bestimmt aach ma e Banan' esse! (lacht)
Beide: Uhuhuhuhuhuhuh!
Walter: Komm Nescher, Banänsche! Beide: Uhuhuhuhuhuhuh!
Walter: Wie der schon leeft mit seine dicke Schenkel! Komm!
Beide: Uhuhuhuhuhuhuh!
Typ von hinten: Eeh, samma, seid ihr blöd oder was?!
Walter: Was willst dann du, du Studentekopp, he?
Typ: Wisst ihr nit daß der Sabini ab der nächste Saison für uns spielt?
Walter: Was? Der Bimbo bei uns? Nächste Saison? Da glaub ich ja ernstvoll nit!
Typ: Ja lest ihr kei Zeitung oder was? Der hat doch gestern unnerschribbe. Zweieinhalb Millione Ablöse!
Herbert: Was?! Zweieinhalb Millione Mark Ablöse? Hohohohoho.
Walter: Zweieinhalb.. Ich mein; annererseits des isser irschendwo aach wert, oder?
Herbert: Des glaubst du aber, du! Der trifft wenigstens mal es Tor, ne!
Walter: Genau! und überhaupt, guck ma, wie der sich bewescht, wie eine Gazelle, du!
Herbert: Oh, des is doch e ganz anner Athletik da drübbe, wo die herkomme. Weißte, da wo unsern schlappmache, da laufe die noch weiter, die Bimbosche! (lacht)
Walter: Des sind die doch gar net anners gewöhnt, sach ich dir, des is denen ihr Nadur. Weißte, wenn de erstma so 'n Zebra mit de Hand gefange hast, ne, da biste fit, ne!

Stadionsprecher: 0:3 in der 87. Minute. Torschütze Anthony Sabini!

Herbert: Klasse, hoho, Wahnsinn! Was en Schuss, hier was en Schuss!
Walter: Subä!
Herbert: Hier des macht richtisch hungrig, weißte des hier. Gib doch ma e Banänsche rübber, Walter!
Walter: Ach, des geb ich dir gerne...warte ma...ah, lass dir's schmecke. Hmm! (mit vollem Mund:) Da spielt der Sabini nächste Saison für uns, des find ich ja klasse
Herbert: (auch mit vollem Mund) De Sabini, du, für zweieinhalb Millione Mark spielt da..
Walter: Des isser aber aach werd, oder?
Herbert: Des is der echt wert, der Sabini!
Walter: Da freu' ich mich schon rischtisch auf die nächste Saison, du!
Herbert: Wie er leeft, des Bimbosche....
Walter: Guck dir des mal an! Lauf Sabini, lauf, subä!
Herbert: Sabini....

MT/MW

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