Bei der fanatischen Unterstützung eines Fussballvereins kann es immer wieder auch zu Konflikten kommen, die im äußersten Falle auch zu physischer Gewalt führen.
Dies war auch schon früher bei den Ultras, auch in den ersten Tagen und der glorreichen Anfangszeit der Zweiten Liga, der Auf- und Abstiege und Klassenerhalte so. Hitzige Köpfe die aneinander geraten, da kann es schon auch mal knallen.
Nichts anderes passiert Tag für Tag auf der ganzen Welt in beliebigen Kneipenvierteln und Amüsiermeilen. Das ist zwar nicht toll, aber auch nicht überzubewerten.
Auch wenn ich Gewalt grundsätzlich eigentlich nur als Mittel der Selbstverteidigung und der Verteidigung der Freunde und Verwandten sehe, so verurteile ich sicher nicht kategorisch jeden, der auch mal im Übereifer über die Strenge geschlagen hat. Solange Menschen aufeinandertreffen, die gewisse Grenzen nicht überschreiten und es letztlich alle Parteien drauf anlegen... Das ist jedem selbst überlassen. Manchmal ist man auch jung und dumm, jeder macht seine Fehler.
Die Zeiten, als es sich darauf beschränkte, sind allerdings scheinbar vorbei. Wer genau dafür verantwortlich ist, kann ich nicht sagen, da ich die engsten Kreise nur am Rande kenne. Ich habe aber bereits mehrfach gehört, dass die zweite und dritte Generation viel aggressiver als früher scheinen und scheinbar nur noch auf's "Boxen" und Ärger aus sind.
Diese Entwicklung macht auch Alteingesessenen nicht mehr wirklich Spaß, da auch ihnen gegenüber vermehrt der nötige Respekt nicht mehr entgegengebracht wird.
Mir erscheint es so, aber ich kann es nicht mit Sicherheit sagen, dass genau hier das Problem liegt. Mehr und mehr scheint der Respekt abhanden zu kommen. Mehr und mehr scheint der Krawall in den Vordergrund zu rücken.
Wie so viele liebe auch ich diese besonderen Spiele, die mit der heißen Atmosphäre, die mit einem Gegner, dessen Fans eine besondere Rivalität zu uns leben, die Tage, an denen dieses Knistern in der Luft liegt, die Märsche in der Gruppe zum Auswärtsblock, stark, mächtig, frankfurterisch. Wir alle lieben dieses Gefühl.
Es darf aber nicht soweit kommen, dass blind und gewaltgeil einfach nur noch zerstört, gepöbelt und provoziert wird. Es gibt Grenzen! Es gibt Menschenrechte! Es gibt den respektvollen Umgang und den fairen Wettkampf.
Ich weiß, das haben die letzten Jahre gezeigt, dass wir ohne proletenhaftes Stunkmachen die besten Fans sein können. Wir waren es. Leider ist dies nicht mehr so.
Früher machten uns Zusammenhalt, Lautstärke, Kreativität, absoluter Wille, aber auch Humor stark. Wir konnten über Niederlagen lachen, mit schweren Schlägen leben, dennoch weiter singen und tanzen und verdienten uns so über Jahre hinweg unter Kennern den größten Respekt in ganz Deutschland und sogar Europa.
Und Dissonanzen über sportliche Fragen hätten uns nie im Leben gegenseitig bespucken oder gar handgreifliche werden lassen!
Was ist geblieben? Streit mit der Führung, immer neue Strafen, Verletzte, Stadionverbote, Anzeigen wegen Körperverletzung und Landfriedensbruch und - das Schlimmste - Zwietracht in der eigenen Szene.
Mir ist klar, dass Einge zu unrecht verurteilt werden. Manche überhart. Ich weiß, dass schnell ein falsches Urteil gefällt wird, aus eigener Erfahrung. Wenn man auswärts regelmäßig dabei ist, dann weiß man das einfach.
Aber ich weiß auch, dass man nicht mehr die Augen verschließen kann und darf. Die Szene hat ihren Teil zu dieser Entwicklung selbst beigetragen!
Ich selbst habe nichts gegen kontrolliertes abbrennen von Bengalos. Ich weiß um die Faszination einer "brennenden Kurve". Auch Rauchbomben kann ich irgendwo akzeptieren. Wenn es kontrolliert passiert und keiner gefährdet wird.
Ich bin mir auch bewusst, dass ich mit dieser Meinung Kontroverse hervorrufe.
Der Punkt ist ein anderer: Warum werden Kanonenschläge und andere Böller geworfen. Was hat das für einen Supporteffekt? Wie groß ist dagegen die Gefahr, jemanden ernsthaft zu verletzen? Ist es das wert? Die Frage ist eindeutig beantwortbar - es gibt keinen Mehrwert für Böller. Das weiß jeder, wer was anderes behauptet ist blind oder dumm. Ebenso sieht es mit Raketen oder ähnlichem aus. Was soll das?
Wer weiß, vielleicht wäre es ohne den ganzen Scheiß möglich gewesen, Bengalos legal im Stadion abzufackeln. Ich weiß nicht, ob ich mich recht entsinne, aber ich meine, sowas hat es mal Ende der 90er oder so in italienischen Stadien gegeben... Aber das ist mittlerweile ein Gedankengang, der absurd geworden ist angesichts der Entwicklungen.
Dasselbe gilt für sinnlose körperliche Gewalt. Scheiße ja, auch ich habe im jugendlichen Übereifer schonmal was kaputt getreten. Aber niemals würde ich unschuldige Menschen angreifen. Niemals würde ich die Gewalt bewusst suchen oder provozieren. Wer das machen will, der soll das tun. Aber lasst die, die es nicht wollen, da raus!
Und das ist der Punkt: Da ihr Eintracht Frankfurt repräsentiert, und somit auch mich und alle anderen, die darauf keinen Bock haben, lasst ihr uns da eben nicht heraus. Und dazu habt ihr kein Recht!
Deshalb ist es das richtige Zeichen - auch wir haben unsere Prinzipien, auch wir lassen uns nicht alles gefallen!
Und Viele unter euch heißen solche bescheuerten Aktionen auch nicht (mehr) gut. Ich weiß das zufällig ganz genau!
Und genau die, die das ablehnen, stehen in der Pflicht. Macht was, im eigenen Kreise, ihr trag die Verantwortung mit. Vereint in den Farben, vereint in der Sache. Eintracht Frankfurt Allez!