peter schrieb:mir fällt es schwer da zu zu stimmen.
erst einmal fällt es mir schwer zu akzeptieren, dass martialische jungs, die auf den platz rennen, irgendwie zum fußball dazu gehören. ich kenne keinen anderen "lebensbereich" in dem das ok wäre.
ich wollte, dass es keine zäune mehr gibt. ganz ehrlich: es ist ein tritt in meine eier wenn dann so etwas passiert.
aber egal, lebbe geht weiter...
Es geht an dieser Stelle auch gar nicht darum, das Verhalten der betreffenden Hertha-Fans in irgendeiner Art und Weise zu glorifizieren à la
"Große Aktion der Herthaner!" oder Ähnliches.
Einer solchen Logik folgend, müsste diese Aktion nach dem Spiel für einige Hertha-Fans ja eines der Highlights ihrer Fankarriere darstellen. Das glaube ich nun einmal einfach gar nicht
(die eine oder andere Ausnahme mag es dabei, wie immer, etwa in Form des klischee-artigen 15-jährigen, pickligen Bauchtaschenträgers sicher geben). Das dürfte für die meisten Betreffenden vielmehr eine der schlimmsten Phasen ihres Fandaseins darstellen.
Eine Logik, die auf der anderen Seite eben auch diverse Medien und/oder (teilweise in Folge) andere fußballinteressierte Leute etc. in ungefähr folgen, wenn sie von den "Chaoten", "die nur wegen der Randale zum Fußball kommen" und "Aktionen, die von langer Hand geplant sind" fabulieren.
Natürlich kann man es sich dermaßen einfach machen, die Vorgänge derart zu kategorisieren. Man darf es sogar. Und manchem Akteur in diesem Gesamtkomplex nützt dieser übliche Umgang mit derartigen Vorkommnissen vermutlich sogar.
Zum Vorgang selbst:
Diese Aktion sehe ich eher als Zeichen der Ohnmacht; Verzweiflung, Frustration ob der grausigen Entwicklung ihres Vereins.
Und natürlich hilft das dem Verein auch nicht, ist doch keine Frage. Vermutlich ist eher das Gegenteil der Fall. Gerade ob der folgenden Perzeptionen des Geschehnisses durch Medien und in Folge dessen auch der breiteren Öffentlichkeit.
Dass die Spieler nach einer solchen Aktion "wach werden"; die Mannschaft nun in Folge an ihr eigentliches Leistungspotenzial anknüpft - dass man derartiges durch solche Vorgänge erreicht, davon ist sicher nicht auszugehen. Der Karren ist einfach zu sehr im Dreck. Die Spieler zum Großteil schon dabei, ihren fußballerischen Werdegang ab dem Sommer zu planen. Aus ihrer Sicht durchaus verständlich. Sind sie doch vorrangig Angestellte von Hertha BSC Berlin, welche dort (wenn auch eher schlecht als recht) ihrer Arbeit nachgehen - nicht ein untrennbarer Teil des Vereins, welcher auch nahezu bedingungslos bereit ist, jedes Tal mit ihm zu durchwandern. Die meisten unter ihnen haben eben andere Optionen als Hertha BSC - es ist für sie kein "Weltuntergang", wenn der Verein den Bach hinuntergeht.
Diese "andere Option" haben die Hertha-Fans eben nicht. Sie können eben nicht sagen: "Aja, geh ich halt wenns hier schief geht ab Sommer zu Verein XY oder widme mein Potenzial an Leidenschaft Hobby ABC".
Und dann geschieht mit deinem Verein eben derartiges, was eben derzeit mit Hertha geschieht. Man hat das Gefühl, dass dort nach und nach so alles den Bach hinunter geht, die Zukunft ungewiss ist.
Man bis vor kurzem noch in Europa unterwegs war - und es nun, wenn es schlecht läuft, mittel- bis langfristig dem Verein wirklich nur noch schmutzig geht.
Daraus entsteht Ohnmacht, Verzweiflung - und daraus wiederum Frustration. Welche letztlich die Grundlage dafür darstellt, für das, was da gestern geschehen ist.
Und auf einmal steht dann dort der Erste auf der Laufbahn. Dann noch ein paar Leute. Und man weiß vielleicht sogar, dass es eigentlich falsch ist; nichts "bringt"; bloß ein hilfloses Zeichen der "Verzweiflung" darstellt. Und es unter dem Strich und im Nachhinein bloß in das große Bild "Hertha am Ende" passt. Der Verein finanziell und sportlich am Ende, die Fans am Ausrasten...
Aber Fußball ist, gerade für die "Hardcore-Fans", eben auch Emotion und gelebte Leidenschaft. Und Raum für Emotion bedeutet eben auch das Abschalten der reinen Ratio in gewissen Teilbereichen.
Das zeigt sich im "Guten", wie eben durch ausgelassen singende und feiernde Kurven (ein Umstand der im Großen und Ganzen allgemeine Akzeptanz unter Fußball-Fans besitzt und auch "Bewunderung" von Außenstehenden erfährt) - aber eben auch im "Schlechten", wenn dann Dinge passieren, wie sie eben gestern passiert sind.
...und auf einmal stehen dann schon 20 Leute auf der Laufbahn; Leute mit denen man das ganze Jahr über quer durch die Republik und darüber hinaus dem Verein folgt; sein Leben in gewisser Weise der Liebe zum Verein unterordnet. Und Leute, deren emotionale Lage in dieser Situation der eigenen sicherlich in großen Teilen entspricht.
Man weiß wie gesagt sicherlich irgendwo, dass es falsch und nutzlos sein mag. Und dennoch entsteht in diesen Situationen einfach eine unheimliche Eigendynamik. Gruppendynamik, Situationsdynamik - dazu noch die mangelnde Erfahrung im Umgang mit solchen Situationen.
Natürlich wäre es vielleicht im Nachhinein betrachtet günstiger gewesen, den Mannschaftsbus zu blockieren o.Ä. . Nur: Das sagt sich jetzt so leicht. Hier, in Ruhe am Schreibtisch - weit entfernt, zeitlich/räumlich und emotional von der konkreten Situation.
Man verkennt dabei eben: In einer solch konkreten Lage herrschen eben ganz eigene Gesetze des Handelns; ist es mit der Rationalität vielleicht oder wohl sogar recht sicher eben nicht mehr so weit her. Emotion eben. Zunächst einmal völlig wertfrei betrachtet.
...und auf einmal steht man eben vielleicht auch selbst auf der Laufbahn. Wohl auch selbst ein wenig überfordert im Umgang mit der Situation. Das sieht man etlichen der Akteure auf dem bekannt gewordenen Filmmaterial auch an - das wirkt alles sehr spontan; für viele selbst überraschend; eher unmotiviert, ziellos das Ganze.
Ich bin mir relativ sicher: Sollte es erneut in Ansätzen zu einer solchen Aktion kommen, würden da nun nicht mehr 150 Leute auf dem Platz stehen.
Da die Situation eben nicht mehr "neu" ist; man nun "Erfahrungswerte" im Umgang mit einer solchen Situation besitzt. Man sich da nicht mehr so einfach mitreißen lässt, abgeklärter damit umzugehen weiß.
Es ist das genaue Gegenteil einer "von langer Hand geplanten Aktion" von "Leuten, die nur wegen der Randale ins Stadion gehen".
Es ist Emotion, Spontanität, Situations- und Gruppendynamik. Ohne, dass dies den Vorgang unter dem Strich "reinwäscht" oder Ähnliches. Oder diesen gar "verherrlicht".
Was mir dabei aber ehrlich gesagt auf den Zeiger geht, ist diese platte, undifferenzierte Dämonisierung der Beteiligten dieses Vorganges und dieser Sache allgemein. Und wenn man nicht bedingungslos in diesen Chorus einstimmt, wird man aus jener Richtung oftmals auch noch angeblafft, wie man denn auch nur ansatzweise Verständnis für diesen Vorgang aufzeigen kann.
Es gehört zur Dämonisierungs-Strategie dazu, das jeweils auserkorene Feindbild NICHT verstehen zu wollen. Es ist etwas ganz Schlechtes, etwas ganz Anderes, überhaupt nicht mit uns vergleichbar - eben das ultimativ Böse. Und das bekämpfen wir, wir die für das Gute stehen.
Diese Gewissheit ist für jene, die sie haben, sicherlich etwas Schönes.
Dann ordnet man einen solchen Vorgang in eine gewisse Schublade ein; ebenso die beteiligten Personen - und damit ist dann die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema im Grunde genommen schon gelaufen. Die durchgehende und vehemente Verweigerung der weitergehenden Auseinandersetzung mit der Angelegenheit gehört dazu - zu großen Teilen aus Selbstschutz. Ein Hinterfragen der eigenen Positionen und Ansichten ist dabei explizit nicht erwünscht - würde so doch diese ganze "Problemverarbeitungsstrategie" in ihrer Form und Wirkungsweise tendenziell obsolet werden. Der konsequente und durchgängige Glaube daran, zu den "Guten" zu gehören, ist notwendig für das eigene Selbstbild. Ebenso wie jener Glauben, dass "die Bösen", "die Bösen" sind.
Kinderfressende Horden, denen alles Schlechte - aber doch im Leben nichts Gutes zuzutrauen ist. Und wenn doch einmal etwas "Gutes" über diese Personen(gruppen) zu vermelden ist, dann ist das, klar, nichts was aus Eigeninitiative und gesondertem Antrieb entstanden ist - nein, dann ist das bloß alles ein Schein, um von den Untaten abzulenken bzw. ein Handel, mit denen man sich "Kredit" für weitere Untaten "erkauft".
Also auch wenn sie vermeintlich Gutes tun, ist ihr Antrieb doch immer der Willen, das Schlechte zu tun.
So einfach ist das. Oder eben auch nicht...
Jedenfalls um noch einmal den Bogen zu spannen: Bloß weil man gewisse Handlungen und Vorgänge auf ihre Ursachen hin hinterfragt; versucht zu verstehen; sich in die Handlungen und Motivationslagen desjenigen hineinzuversetzen, der diese begeht, ist man nicht unbedingt sofort ein Befürworter der jeweils betreffenden Handlungen.
Man gesteht dem anderen lediglich zu, eben auch einfach ein Mensch oder in diesem speziellen Falle Hertha-Fan zu sein, mit bestimmten Gefühlen, Motivationen usw. usf. - all das, was einen Menschen fürderhin so auszeichnet.
Nur weil man erst einmal diese grundlegende Akzeptanz (und ohne diese geht es nicht, wenn man versuchen möchte, Menschen wirklich zu verstehen) aufbietet, heißt das aber eben nicht im Umkehrschluss, dass man die Haltungen des jeweiligen Diskussionspartners auch sofort für sich persönlich übernimmt.
Dass dieser Vorgang allgemein bei der aktuellen Debatte um die "sich ausweitenden Gewalt- und Pyroexzesse" in und um die Stadien nicht hilft - keine Frage.
Ebenso, wie eine solche Aktion bei der Debatte um die Abschaffung der Zäune sicherlich einem eher die Karten aus der Hand nimmt. Auch das ist keine Frage.
Es hilft in diesem Zusammenhang aber auch nicht, den (wie üblich) nahezu komplett undifferenzierten Hype, der ob dieses eher unmotivierten Platzsturmes gemacht wird, ohne größeren Widerspruch mitzutragen. Denn auch dies ist ein Teil jenes Weges, der uns "nach England führt".
"Krawallmacher übernehmen den Fußball"; "wird alles immer schlimmer" - so ein Quatsch. Natürlich ist nicht alles "Rosa-Blümchen-Welt" - aber das war es im Fußball noch nie. Und in gewisser Weise gehört dies auch dazu.
Es ist eben einfach die andere Seite der Medaille.
Es ist wie mit der Freiheit allgemein - natürlich wird diese Hin und Wieder von Einzelnen oder Gruppen missbraucht. Das ist aber vollkommen selbstverständlicher Teil der Freiheit; es gehört "dazu" - auch wenn es nicht "schön" sein mag und ein Übermaß (in Qualität oder Quantität) an solchen Vorfällen die Idee der Freiheit in der Tat aushöhlt.
Verbrechen, Morde usw. usf. - alles nicht schön sicherlich. In Einzelfällen wahrlich dramatisch. Im Großen und Gesamten, unter dem Strich betrachtet jedoch: Eine in meinen Augen "akzeptable Bilanz", auch wenn dies an der Stelle sicherlich reichlich zynisch klingen mag.
Jedoch: Es sind Dinge, welche "dazu gehören", wenn man die Idee der Freiheit "kauft". Denn: Die Idee der Freiheit besteht und entstand ja nicht aus dem Grunde, dass Menschen ungestört rauben und morden können.
Auch wenn einem manche "Wenn man kein' Dreck am Stecke' hat"-Sicherheitsstaat-Befürworter manch einmal etwas anderes in den Mund legen mögen wollen.
Natürlich ist es möglich, derartige Vorkommnisse weitestgehend auf Null zurückzufahren durch die totale Überwachung; immer weniger Freiraum für den Einzelnen; immer größere Befugnisse für den fürsorglichen "großen Bruder", welcher natürlich nur unser aller Bestes möchte.
Nur: Bin ich jetzt ein Befürworter und Verteidiger von Mördern, Bankräubern usw. usf., bloß weil ich nicht zu jenen hergehe und ihnen sage: "Ihr macht meine Freiheit kaputt!".
Gut, meist sind es nicht die Mörder und Bankräuber, welche für diese Zwecke instrumentalisiert werden; eher die "Terroristen".
Der Prozess ist von der grundsetzlichen Funktionsweise her der Gleiche, wie im Fußball. Oder auch allgemein.
Alltägliche Gefahren und Erlebnisse, die das Leben oder der Fußball so mit sich bringen, wird über mediale Vermittlung zu etwas aufgeblasem, was es uns "normalen Menschen" unvermeidlich erscheinen lässt, uns gegen die zunehmende Gefahr des "Bösen" zur Wehr zu setzen - bzw. da wir als kleine Einzelperson dazu nicht wirkungsvoll in der Lage sind: Eben jenen über uns wachenden Institutionen und Einrichtungen für die zur Bekämpfung des "Bösen" scheinbar dringendst notwendig gewordenen Mittel und Handlungsweisen die Legitimation zu erweisen.
Das ist in dem einen wie dem anderen Falle Politik. Es geht um Interessen, Geld, Macht, Einfluss. Sogar recht durchschaubare, wie ich finde.
Man muss die Menschen in Angst versetzen - und ihnen dann verkaufen, sie doch bloß schützen zu wollen. Nichts anderes. Die einfachste Art unpopuläre Maßnahmen durchzudrücken.
Und natürlich liefert ein solcher Vorfall gewissen Interessengruppen rund um den Fußball einen Vorwand, den Fußball weiter zu kommerzialisieren und nach englischem Vorbild zu umzugestalten
(was im Übrigen schon in vollem Gange ist - bereits heute zahlt man für einen in der Bundesliga Stehplatz Preise, welche man vor 15 Jahren noch für ein Ticket auf der jeweiligen Haupttribüne gezahlt hätte).
Jedoch: Deren Interesse, den Fußball in diese Richtung hin umzuwandeln, besteht unabhängig(!!!) davon, was nun in den Stadien geschieht oder nicht.
Man macht sich doch selbst etwas vor, wenn man sich sagt: Würden wir uns nur alle wohl verhalten, dann wäre der Fußball noch schön.
Damit übernimmt man doch genau deren Sündenbock-Argumentation: Nur wegen den "Chaoten/Randalierern/(beliebige weitere synonym zu gebrauchende diskredititierende Substantive in der Richtung einsetzbar) müssen wir so handeln, tut uns ja leid, aber geht nicht anders.
Doch es geht anders. In dem man eben einfach gewisse "Grenzüberschreitungen" als regelmäßig vorkommendes Teil des Spiels akzeptiert. Nicht mehr, nicht weniger.
Und darüber hinaus die Mär von dem "immer mehr, immer schlimmer" einfach mal als das bezeichnet, was sie ist: Schwachsinn.
Ich sehe meine Freiheit weder durch Terroristen, noch meinen Fußball durch "zunehmende Gewaltexzesse" in substantieller Weise gefährdet.
Meinen Fußball sehe ich durch so etwas gefährdet (
http://www.fussball-oekonomie.de/Texte/S...Fussball.pdf ):
»"HWWI & Berenberg-Bank"« schrieb:Wir erwarten, dass sich die grundsätzliche Struktur der sportlichen Wettbewerbe nicht verändern wird. Das heißt, auch im Jahr 2030 wird es offene Ligen geben, für die sich die Teilnehmer sportlich qualifizieren müssen. Geschlossene Systeme nach dem Vorbild amerikanischer Profisportligen wird es sehr wahrscheinlich nicht geben. Champions League und Bundesliga werden also auch in gut 20 Jahren noch nebeneinander existieren. Allerdings erwarten wir, dass der Deutsche Meister am Ende der Saison durch ein Endspiel ermittelt wird, weil dies unter Vermarktungs gesichtspunkten hochinteressant wäre. Ebenfalls aus Gründen der besseren Vermarktung dürfte es zu mehr Spielunterbrechungen kommen, die für zusätzliche Werbemaßnahmen genutzt werden können. Die Einführung eines Videobeweises in strittigen Spielsituationen ist damit wahrscheinlich.
(...)
Zudem dürfte sich der Trend zur Aufsplittung der Spieltage und zu veränderten Anstoßzeiten weiter fortsetzen. Im Sinne einer besseren Auslandsvermarktung dürfte eine begrenzte Anzahl von Bundesliga-Spielen im Ausland ausgetragen werden.
(...)
Insgesamt wird die wirtschaftliche Bedeutung des Profifußballs weiter steigen. Damit wird der Fußballmarkt – aber auch der Sportmarkt insgesamt – zunehmend interessant für Kapitalanleger.
Noch sind die Möglichkeiten, in den Fußballmarkt zu investieren, begrenzt oder bei bestimmten Anlageformen wenig attraktiv. Dies wird sich angesichts des hohen Wachstumspotenzials mittelfristig ändern.
(...)
In der jüngeren Vergangenheit hat der Fußball seine gesellschaftliche Bedeutung sogar noch ausbauen
und sich dabei von einigen Vorurteilen und Stigmatisierungen lösen können. Einst als Arbeiter sportart gelegentlich belächelt, ist der Fußball heute in allen gesellschaftlichen Gruppierungen fest verankert. Voll besetzte Business Seats und Logen in den Fußball-Arenen belegen den Wandel eindrucksvoll.
(...)
Der Fußball ist längst nicht mehr nur Sport. Bei Welt- und Europameisterschaften wird der Fußball zum Volksfest, Politiker entpuppen sich als Fans, und Wirtschaftsführer schreiben Kolumnen über die Analogie von Fußball und wirtschaftlichen Prozessen. Alles in allem hat sich der Fuß -
ball als Teil der Unterhaltungsindustrie etabliert, und er erreicht wirtschaftlich wie gesellschaftlich einen hohen Stellenwert.
(...)
...und das ist der Weg, den das Ganze gehen wird.
Meinen Fußball nimmt mir nur einer - und zwar diese fußballfremden Subjekte, die uns Fans unser Spiel zunehmend entreißen oder schon entrissen haben. Jene Subjekte, die den Fußball wirklich für etwas ganz anderes instrumentalisieren - und denen es wirklich nicht um den Fußball als solches geht.
Doch anstatt jenen ein lautes "FUCK YOU!" entgegen zu schleudern, halten wir uns lieber Woche für Woche mit medial inszenierten Vorfällen jener Art auf, welche uns vermeintlich unseren Fußball kaputt machen. Auch "Teile und Herrsche" gehört seit jeher zu den Grundzügen wirksamer Interessendurchsetzung...
Wir kämpfen doch seit Jahren fast ausschließlich Ruckzugskämpfe - und freuen uns darüber, wenn es uns gelungen ist, drastische Maßnahmen zur Änderung des Fußballs in unschöne Richtungen, auf die Hälfte zu reduzieren; man "Kompromisse" erreicht hat. Es nicht "so schlimm", wie angekündigt gekommen ist.
Doch ein Schritt zurück, ist ein Schritt zurück... - und die Richtung in die es geht, ist, mit Ausnahmen, leider nicht unsere Richtung...
Kinderpornographie als Grund für die Internetzensur; weltweiter Terrorismus als Grund für die voranschreitenden Umbau der "freiheitlichen" westlichen Hemisphäre in Staaten mit immer totalitaristischerer Ausprägung - oder eben "Ultras/Hooligans" als Grund für die Umwandlung des Fußballs nach englischem Vorbild.
Immer das Gleiche, immer das Gleiche...
Einen Anlass wird man immer finden. Und diesen weidlich auszunutzen zu verstehen. Politik eben.
Es gibt in der Tat so einige Dinge, die im Fußball in den letzten Jahren immer schlimmer geworden sind. Eher schleichend. Allein schon aus dem Grunde keine großen Schlagzeilen wert, leider auch keine große Aufmerksamkeit.
Meinen Fußball machen mir nicht frustrierte Hertha-Fans kaputt, die vielleicht einmal etwas über die Stränge geschlagen haben in ihrer, aus meiner Sicht, verständlichen Verzweiflung.
Es sind andere Personenkreise. Es sind andere Personenkreise...
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