oswaldo40 schrieb:Warum Spielen wir den eigentlich nicht gegen den FSV?
Deshalb:
Frankfurts Arena, Osttribüne. Hier hat Zweitliga-Aufsteiger FSV fünf Büros eingerichtet. Einen Eingang weiter wohnt Bundesligist Eintracht Frankfurt. Zwei Frankfurter Fußball-Nachbarn.
Aber Freunde werden sie nie...
Im Moment herrscht Burgfrieden. Man muss zusammenarbeiten. Schließlich gehört die Arena der Stadt. Und die achtet auf jeden Euro Einnahme.
Doch über ein gemeinsames Testspiel gab‘s das erste Zerwürfnis der Saison. Eintracht-Sponsor Fraport hat es dem FSV versprochen. Doch Eintracht mochte in der Sommerpause nicht.
FSV-Manager Bernd Reisig wunderte sich öffentlich. Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen war darüber in einem Beschwerdebrief „not amused“. Reisig: „Ich werde mich jetzt nicht zu nichts mehr äußern, nur weil man bei Eintracht beleidigt ist...“
Inzwischen redet man wieder miteinander. Am Arbeitstisch. Eintrachts Finanz-Vorstand Dr. Thomas Pröckl gibt zu: „Es gibt Erschwernisse durch das Nebeneinander“.
Der FSV mokiert sich, dass Eintracht den Hausherrn spiele, obwohl sie auch nur Mieter ist. Bei einer Präsentation im VIP-Bereich stichelte Reisig jetzt: „Wir sind Hausherr und Gründer dieses Stadions...“ Eine Anspielung auf die 20er Jahre, als der FSV noch Frankfurts Top-Verein war und im neu erbauten Waldstadion stürmte.
Nach Hin und Her erlaubte Eintracht dem FSV, die klubeigene Drehbande in der WM-Arena zu nutzen. Dafür sagte Eintracht-Vermarkter Sportfive den Bornheimern ab. Das Vertriebsteam darf auf Eintrachts Wunsch nur für den Erstligisten werben. Der FSV musste eigene PR-Leute einstellen.
Arena-Betreiber FSM hat zwar mit dem FSV nicht viel weniger Arbeit, aber deutlich weniger Miet-Einnahme. Darüber grummelt Eintracht, die jährlich 8,8 Millionen Euro Miete blechen muss. Reisig wehrt sich: „Wir zahlen verdammt viel für unsere Verhältnisse...“
Mehr will er nicht sagen: „Um kein weiteres Gift in die Sache zu bringen. Es ist für uns als Neuling schon schwer genug, auch ohne dass Eintracht pingelig reagiert.“
In der Vergangenheit hat Reisig gern gefrotzelt. Etwa nach dem Aufstieg und dem Umzug in die WM-Arena: „Jetzt sieht jeder, warum die Sitze dort schwarz und blau sind...“ Die Farben des FSV. Damals entschied Ex-Bürgermeister Achim Vandreike so, er ließ sich im Wahlkampf von Reisigs Firma beraten...
...und sitzt im Aufsichtstrat beider Klubs. Doch das verbietet die DFL. Für eine Ausnahme müssten beide Vereine einen Antrag stellen. Eintracht sieht bisher keine Veranlassung.
Aufsichtsrat-Chef Herbert Becker: „Vandreike hat schriftlich erklärt, bei uns zu bleiben und auf sein Mandat beim FSV zu verzichten.“
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