ATlien schrieb:Es geht hier also längst nicht nur um die Fabelzahl von 3000 Zuschauern, sondern um das nackte Überleben des gesammten Eintrachtunterbaus!
Okay,
dann fangen wir doch sozusagen mal auf einem weißen Blatt Papier an:
Was ist die Aufgabe einer U23? Und kann das Konstrukt U23 diese Aufgabe überhaupt erfüllen?
Eine U23 ist eine Ausbildungsmannschaft. Diejenigen, die noch nicht direkt aus dem Jugendbereich zu den Profis hoch gezogen werden, werden hier noch gefördert und ausgebildet, bis sie Profireife bekommen. Und Spieler aus dem Profikader, die für eine U23 noch spielberechtigt sind, bei den Profis aber auf keine Einsätze kommen, sollen dort Spielpraxis bekommen.
Das primäre Ziel einer solchen U23 ist es also, jungen Spielern Spielpraxis auf Wettkampfniveau zu geben.
Der sportliche Erfolg als Mannschaft ist insofern nur relevant, wenn es darum geht, das entsprechende Wettkampfniveau zu erhalten oder zu verbessern: Der Abstand zwischen Erster Liga und der Liga der 2. Mannschaft soll nicht so groß sein, dass der Ausbildungszweck verfehlt wird.
Daher unbedingt aus der Oberliga in die neue Regionalliga zu rutschen und dort auch zu bleiben. Mehr ist da erstmal nicht verlangt, was das Abschneiden der Mannschaft als solche betrifft. Man hat es in diesen Ligen aber mit Mannschaften zu tun, Seniorenmannschaften, die das tatsächlich als sportlichen Wettbewerb betrachten.
Man wird es also ständig mit einer Fluktuation im Kader zu tun haben, die bei den Ligakonkurrenten nicht der Fall ist. Das liegt ja in der Natur der Sache. Jeder, der nicht mehr bei der U23 zum Einsatz kommt, sondern bei den Profis ist ja der Erfolgsnachweis für die Arbeit der U23, weniger ob man jetzt 12. oder 14. in der Regionalliga sein wird.
Nur wird man auch nicht mit Profiaspiranten allein eine Saison spielen können. Es kommen ja nur so zwei bis fünf pro Jahr überhaupt in Betracht, mal zu den Profis zu kommen. Man muss den Kader also auffüllen mit Leuten, die aus der eigenen Jugend kommen, aber dann nach einem Jahr zu anderen Vereinen gehen, weil für die Eintracht die Perspektive fehlt aber bei Ligakonkurrenten in deren Seniorenmannschaft gutes Geld gezahlt wird. Daneben musst Du wahrscheinlich drei "Overage"-Spieler dazuholen, die als alte Hasen sich in der jeweiligen Liga auskennen und den jungen Leuten Halt geben. Die spielen nur für Geld, nicht für Ruhm, Ehre und vor großem Publikum.
Du hast also jede Saison einen neuen Kader für die U23 aber keine großen sportlichen Ziele.
Von so einer Mannschaft kann man schlecht Fan werden. Da fehlt definitiv das Identifikationspotential. Man ist von denen nur "Fan", weil man auch die Reserve seines Verein unterstützen möchte. Es fehlt da die Fantasie. Da ist keine Fantasie, wenn man sich ein Spiel der zweiten Mannschaft anschaut. Da ist höchstens die Fantasie, einen von denen mal bei den Profis wieder zu sehen.
Insofern ist die Fatasie, dass 3000 Leute die zweite Mannschaft sehen, sehr fantasievoll. Nichtmal die zweite Mannschaft von Barca, die im Mini-Estadí neben dem Camp Nou spielt (25.000 Plätze) zieht da groß Zuschauer. keine 3.000.
Also was treibt jemanden, der sagt, er möchte diese Ausbildungsmannschaft auf den vierthöchsten Zuschauerschnitt bei Sportveranstaltungen in Frankfurt bringen?
Genrell würde ich aber sagen, dass eine Reserverunde der Buli-Vereine das bessere ist, weil da spielen gleiche unter gleichen und dann kann man auch mal Rekonvaleszenten eine Chance geben, als dass unattraktive Zweitmannschaften, die 3. und Regios vollmachen und dort echten Vereinen die Kalkulation kaputt machen.