FredSchaub schrieb:HeinzGründel schrieb:Lesenswert.
http://www.faz.net/s/RubCCB49507459C498F...content.html
sagt einiges aus über die deutsche Presse und ihren Umgang mit Katastrophen
Ach, jetzt ist quasi die Presse schuld an der Katastrophe? Naja, mal was Neues!
Was dabei allerdings vergessen wird, ist die Entwicklung in den vergangenen Jahren insbesondere bei den Printmedien. Früher – in der Zeit vor dem Internet – waren Tageszeitungen beinahe schon Gelddruckmaschinen. Besonders die Samstagsausgabe enthielten seitenweise bezahlte Anzeigen (Auto-, Immobilie-, Stellenmarkt…). Davon gibt es nur noch einen kleinen Bruchteil, der Rest ist im Internet. Dazu rückläufige Wirtschaft, in Sachen Werbung boomt es nicht wirklich, alle sparen. Der Anzeigenmarkt ist regelrecht zusammengebrochen. Auch die verkauften Auflagen gingen zurück, steht ja alles im Internet. Die Kohle wurde knapp, es musste gespart werden. Die Redaktionen wurden verkleinert und statt Recherche bestimmt das Redigieren eingereichter Beiträge den Journalistenalltag.
Hinzu kommt, dass es die freie Presse lange schon nicht mehr gibt, stattdessen massive Einflüsse aus Politik und Wirtschaft – ist halt so, wenn die Kohle knapp ist. Der kleine Journalist, der saubere Arbeit machen möchte, darf längst nicht mehr alles schreiben – und sei es noch so gut recherchiert. In Führungsposition kommt nur, wer den Einflussnehmern passt...
Viele Text- und Bildjournalisten arbeiten inzwischen als Freelancer und die Honorare werden ständig gedrückt. In dieser Position stehen sie auch nicht mehr unbedingt unter dem rechtlichen Schutz ihres Verlegers und ein Prozess kann locker die Existenz kosten. Da überlegt jeder, ob er die einst im journalistischen Berufsethos verankerte Kontrollpflicht wirklich ausübt.
Nee, die Presse ist gewiss nicht schuld, eher das System, das zu dieser Entwicklung führte.