Morphium schrieb:Da man nichts anderes gefunden hat um gegen die "Ausländer" zu hetzen als die deutsche Sprache, würde ich gerne von den weltoffenen und ausdemLandderDichterundDenker-Stammenden Mitmenschen wissen, ob sie jemals mehr als eine Handvoll "Ausländer" kennenlernen dürften die kein Wort deutsch konnten?!?
Mir ist bisher nur ein anatolischer Opa begegnet, der seit 36 Jahren hier lebt/lebte und nur brüchig deutsch kann/konnte, aber ansonsten konnten die meisten "Ausländer" die ich begegnete gut deutsch, teilweise sogar besser als Achim aus Dumpflinghausen oder Kevin aus Berlin.
Aber man braucht ja etwas um sich aufzugeilen...
Ich muss sagen, dass ich das eigentlich nur bei den Leuten aus der griechischen Community hier in Nürnberg öfter so erlebe. Das liegt aber IMHO daran, dass die hier wirklich ein hervorragendes Netz an Bildungs- und Kultureinrichtungen haben.
Wobei ich schon zugeben muss, dass ich es immer ein wenig erschreckend finde, wenn ein hier geborener 18 jähriger der auf das griechische Lyzeum hier in Nürnberg geht nur gebrochen Deutsch spricht.
Auch sehr seltsam fand ich eine 18 jährige aus Russland stammende Frau, die seit über drei Jahren hier lebt, verheiratet ist und ein Kind hat, aber kein einziges Wort deutsch spricht. Sie lebt in Langwasser Süd, das ist so zu sagen eine West-Plattenbausiedlung die in den neunzigern zu einem "Russen-Ghetto" wurde, weil man dort die ganzen Spätaussiedler einquartiert hat.
Da gibt es schlicht keinen Anlass deutsch zu lernen.
Von den Türken muss ich sagen, dass die meisten die ich kennen lerne besser deutsch als Türkisch sprechen. Sind ja auch in der 3. Generation hier.
Die meisten bezeichnen sich als wenig religiös, haben aber schon ein deutlich anderes Rollenverständnis, meist an einem traditionellem Patriarchat orientiert.
Man darf ja auch nicht vergessen, dass kaum noch Leute aus der Türkei nach Deutschland ziehen.
Selbst eine Eheschließung bedeutet für den aus der Türkei stammenden Ehepartner mittlerweile einen erheblichen Aufwand um hier nach Deutschland einreisen zu dürfen. Auch dann, wenn der hier lebende Ehepartner deutscher Staatsbürger ist.
Aber egal, das ist nicht halb so prickelnd wie dieses geile Gefühl von Angst, das einem das vermeintlich Fremde und Abgewandte dieser Leute einjagt.
Sarrazin sei Dank können sich da dann ja jetzt einige wieder genüsslich gruseln.
Ich für meine Teil bin da eher beim fremdschämen ...