HansVanBreukelen schrieb:Weiterhin hilft es die Symptome von Depressionen einzudämmen.
Oha, hier würde ich aber ganz entschieden widersprechen!
Ich kann mir gut vorstellen, dass THC physische Schmerzen oder Symptome lindert. Das es hilft zu entspannen steht auch ausser Frage, dass es Dir hilft, kreative Gedanken zu fassen, sicher auch. Aber als "sanftes Naturheilmittel" bei Depressionen ist es mehr als gefährlich. Meiner Erfahrung nach verstärkt THC die aktuelle Gefühlslage (was aber auch von der Pflanzen-Varietät und der Qualität abhängt). Wenn Du depressiv bist und Deine negativen Gedanken sich ohnehin schon im Kreis drehen, kann das Kiffen derartige Strömungen/Stärungen massiv und nachhaltig verstärken. In einem labilen psychischen Zustand würde ich Kiffen keinesfalls als Abhilfe empfehlen. Nicht ohne Grund kann der regelmäige Konsum von THC ein Grund für Psychotherapeuten sein, eine Therapie abzubrechen.
Ich rauche selber regelmäßig und setze das Zeug auch gezielt ein, um runterzukommen oder mal den Resetknopf im Kopp zu drücken. Das geht mit THC sehr gut, stimme ich zu, weil damit auch ein spezielles "lebensgefühl" einhergeht: Rumhängen, labern, Musik hören, Tee trinken.

Allerdings fallen mir ohne Nachzudenken drei Fälle in meinem Bekanntenkreis ein, die durch massives und zu vieles Kiffen, den Absprung nicht geschafft haben: Ausbildung zig Mal abgebrochen, soziale Kontakte werden nicht gehalten, finanzielle Probleme, dafür aber schon morgens eine Pfeife am Start. Das sind natürlich Einzelfälle und prinzipiell sind das die gleichen Symptome wie bei Alkoholismus. Ich kenne aber in meinem gleichaltrigen Umfeld niemanden, der mit Mitte Zwanzig schon alkoholabhängig ist. Wohl aber einige, die es zumindest extrem schwer haben werden, sich vom Kiffen zu verabschieden. Woran das liegt, weiß ich nicht, vielleicht ist es auch schlicht nicht repräsentativ. Jedenfalls weiß ich auch von mir, dass die typischen Kiffersyndrome recht schnell nach regelmäßigem und nichtmal übertriebenem Konsum einsetzen: Vergesslichkeit, Verpeiltheit, Antriebslosigkeit usw.
Kriminalisieren nützt nix, aber so zu tun, als sei THC völlig harmlos, finde ich genauso riskant.