Kinderarbeit? Bei diesem Wort denken die meisten europäischen Bürger wohl an weit entfernte Entwicklungsländer jenseits von unserem Kontinent. Doch man höre und staune! Ab dem 15. Lebensjahr ist in Deutschland Kinderarbeit erlaubt- während der Schulferien für 4 Wochen pro Jahr. Man darf also maximal 5 Tage pro Woche jeweils 8 Stunden als Schüler arbeiten. Allerdings ist eine Beschäftigung zwischen 20 Uhr und 6 Uhr nicht erlaubt. Aber wer weiß schon, was die Zukunft so alles mit sich bringt. In einigen Jahren könnten diese Gesetze wohlmöglich längst schon als überholt gelten. Da stellt sich doch die Frage, ob Schülerinnen und Schüler in ihrer Freizeit jobben sollten.
Einige Schüler helfen Unternehmen und Privatpersonen. Es kommt ja schließlich nicht allzu selten vor, dass Betriebe für einen bestimmten Zeitraum überschaubar bezahlte Arbeitskräfte suchen. Auf der anderen Seite könnten die Jugendlichen erwachsenen arbeitslosen Menschen, oder sogenannten ein euro-Jobbern Arbeitsplätze wegnehmen. Allerdings muss man auch erkennen, dass manche Jobs für Schüler besser geeignet sind(z.B. bestimmte Statistenrollen beim Theater).
Dafür spricht auch, dass junge Menschen den Konsum in einigen Bereichen(Computerspiele-Industrie) stärken können. Dagegen spricht, dass sie eventuell noch zu jung sind, um mit der Menge Geld sinnvoll umzugehen.
Ebenfalls dafür spricht, dass die Schüler nicht nur einen Vorgeschmack aufs spätere Arbeitsleben bekommen, sondern vielleicht durch das Jobben schon herausfinden, welchen Beruf sie später einmal ausüben möchten. Oder welchen nicht.
Man könnte allerdings auch der Meinung sein, dass sich die Schüler auf die Schule konzentrieren sollen. Das ist ihr Job- und nichts anderes. Auch könnte man ihnen raten sich in der Freizeit und besonders in den Ferien zu erholen und die noch relativ unbeschwerte Jugendzeit zu genießen. Später wird es sowieso anstrengend genug.
Außerdem könnten die Schulnoten unter dem Jobben leiden. Fehlende Hausaufgaben, mangelndes Engagment und Konzentrationsschwierigkeiten wegen Übermüdung sind oft die Folgen. Auf der anderen Seite finden die Schüler in ihrem Job oft Anerkennung, was besonders für Kinder, die in der Schule Probleme haben, eine Selbstbestätigung ist.
Ein weiters Argument dagegen ist, dass Schüler, die jobben teilweise arrogant werden können.Außerdem kann bei Mitschülern Neid aufkommt.
Ein weiteres Risiko besteht darin, dass sie sich mit dem erworbenen Geld Dinge kaufen, die von den Eltern verboten wurden(z.B. gewaltverherrlichende Computerspiele, Alkohol, Pornos etc.). Somit können sie nämlich folgendes Argument liefern:" Ich kann doch von meinem Geld kaufen, was ich will." Dies trifft allerdings nur auf eine kleine Gruppe zu.
In der Zeit, in der die Schüler, die einen jobben gehen arbeiten, tuen sie etwas nicht unumstrittenes, aber etwas sinnvolles. Im Gegensatz zu einigen Mitschülern, deren Freizeit aus Computerspielen und Fernsehen besteht.
Besonders wichtig erscheint mir die Tatsache, dass sich die jungen Leute einige materielle Wünsche durch ihre Arbeit realisieren können, ohne um die finanzielle Hilfe der Eltern angewiesen zu sein. Im Klartext sind sie unabhängiger und selbstständiger.
Aufgrund dieser Tatsachen bin ich der Meinung, dass Schülerinnen und Schülern jobben gehen dürfen und sollten.