Ja, ich find auch: Das war ein sehr interessanter Abend. Sehr lang, ja - als die Gesprächsrunde dann um kurz vor halb 11 beendet war, waren wir mit den Geschichten zwar jenseits der Mauer, aber noch nicht bei der Eintracht angelangt. Mit vielen kleinen und großen, zum Teil dramatischen Geschichten, Zwischentönen, Erinnerungen, unterschiedlichen Sichtweisen. Es gab auche einige Längen - da war einfach zu viel zu erzählen, vielleicht auch das Bedürfnis (z.B. bei Jürgen Pahl) Zeitzeugenschaft abzulegen, die eigene Geschichte und Sichtweise mitzuteilen. Grade in dem Nebeneinander der unterschiedlichen Geschichten (z.B. die fast beiläufg erzählte Geschichte von Andre Rothe war wirklich Hammer; die „gleiche“ und dabei so unterschiedlich geprägte Geschichte von Jürgen Pahl und Norbert "Norbi" Nachtweih, der besonnene Jürgen Sparwasser) entstand dann im Laufe des Abends ein facettenreicher, fesselnder Blick auf das Sportlerleben in der ehemaligen DDR , aber auch auf Ost-West-Beziehungen – und auf die DDR selbst . Wir Wessis sind ja grade dabei unser böseböse DDR-Bild zu festigen. Ja, auch darüber gab es gestern viel, zum Teil Erschreckendes zu hören, aber es gab auch Zwischentöne, die man zur Kenntnis nehmen sollte. Vieles wo man gerne nachgehakt hätte. Vielleicht ja beim nächsten Mal

Mich würde z.B. sehr interessieren, warum und auf welchen Wegen alle drei – wenn man Andre Rothe mit dazu nimmt, eigentlich sogar alle vier – bei der Eintracht gelandet sind??!
Jürgen Sparwasser hat – zusammen mit seiner Frau – kürzlich seine Biografie in Buchform veröffentlicht. Er hatte ein paar Exemplare mit ins Museum gebracht, hab eins gekauft, gestern abend noch darin geblättert. Jürgen Sparwasser hat betont, dass er und seine Frau das Buch selbst geschrieben haben. Das glaubt man ihm aufs Wort – im Positiven, versteht sich. Frei von eloquentem Zeitungssprech, liebenswert old-fashioned, grade, ohne große Worte, kein Profi-Schreiber, sondern hintereinander weg erzählt – liest sich wie eine Sammlung von Erlebnisberichten. Viele, viele auch private Fotos. Lohnt sich! (Mal sehen, vielleicht schreib ich, wenn ich mir das Buch genauer angeschaut hab, noch ein bisschen was mehr darüber).
Herzlichen Dank ans Museums- und FuFa-Team!