Ein abschließendes Urteil über den Trainer Skibbe kann sicherlich niemand von uns fällen.
Grundsätzlich finde ich es richtig, dass ein neuer Trainer neue Wege geht und eingefahrene Strukturen hinterfragt. Richtig ist auch, dass wir in den letzten Jahren nicht gerade das aller glücklichste Händchen hatten, was Neuverpflichtungen angeht.
Nicht so wirklich toll finde ich jetzt allerdings, dass der Trainer nun mehr oder weniger bewusst die offene Konfrontation mit dem Vorstandsvorsitzenden sucht. HB ist in Frankfurt ja nicht irgendjemand. Er hat sich in den letzten Jahren sehr verdient gemacht um Eintracht Frankfurt. Bis vor einiger Zeit gab es auch noch einen großen Konsens über die Arbeit von HB in Frankfurt. Jeder war damit einverstanden, dass wir nicht über unsere Verhältnisse leben, dass wir nicht die Bodenhaftung verlieren und dass wir uns nach Jahren der Aufs und Abs in der Bundesliga etablieren. Viele waren der Meinung, dass man dadurch eventuell sogar Vereinen wie Schalke oder Hannover überlegen sein wird, auf lange Sicht. Die allermeisten haben sich auch über das Image gefreut, dass sich die Eintracht unter HB erarbeitet hat, dass man eben nicht jeden Mist der zunehmenden Kommerzialisierung des Profi-Fußballs mitmacht, nicht jedes Jahr neue Söldner anheuern lässt, sich nicht für ein paar Mio. Euro verraten und verkaufen lässt, nicht jedes Jahr einen neuen Trainer holt usw.
Und jetzt mal eine bewusst etwas überspitzte und polemisierende Frage: Das soll jetzt alles nichts mehr wert sein? Nur weil irgendein dahergelaufener Trainer seinen angeblichen Wunsch-Söldner aus Brasilien nicht bekommen hat?
Ich glaube, jeder von uns will, dass die Eintracht erfolgreich ist. Kaum einer hätte etwas gegen Verstärkungen, die uns weiter helfen. Die Frage ist nur, um welchen Preis soll das alles passieren?